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Total verschossen

Total verschossen

Titel: Total verschossen
Autoren: Janet Evanovich
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gerade eine boomende Metropole. Und die
Gazette
ist eine ziemlich kleine Zeitung.«
    »Es hat einen Grund, dass ich hier gelandet bin«, meinte Destiny. »Ich habe noch nie von diesem Ort gehört, aber er ist mir in einer Vision erschienen. Also habe ich mein kleines Pendel hervorgeholt und über die Landkarte gehalten. Das Ergebnis war Beaumont. Allerdings habe ich das erst gesehen, nachdem ich ein Vergrößerungsglas benutzt hatte, aber ich bin mir sicher, dass ich hierher kommen sollte. Naja, ziemlich sicher.«
    Jamie nickte nur. Sie hatte nicht die Absicht, der Frau zu widersprechen; sie wollte sie nur loswerden.
    Destiny lächelte. »Ich weiß, das ist ein harter Brocken. Aber machen Sie sich keine Sorgen, meine neue Kolumne wird viele Leser anlocken.«
    »Da sind Sie sich also sicher?«
    »O ja. Und ich bin mir außerdem ziemlich sicher, dass Sie mich nehmen werden. Das habe ich im Urin. Dieses Gespräch ist eigentlich nur eine Formalität.«
    Jamie hatte nicht die geringste Absicht, die Frau anzustellen. Diese Verrückte konnte sie gewiss nicht brauchen. »Ich werde es mir überlegen. Ihren Lebenslauf werde ich solange zu den Akten legen.«
    »Ich weiß, Sie haben Zweifel«, fuhr Destiny fort, als ob sie überhaupt nicht zugehört hätte. »Und das kann ich Ihnen nicht mal verdenken. Diese Zeitung ist sehr wichtig für Sie, nach allem, was Sie durchgemacht haben. Sie haben sich so lange abgemüht, die Zeitung am Laufen zu halten. Ihre Zähigkeit ist bewundernswert, Jamie, aber Sie sollten wirklich aufhören, sich immer mit Ihrem Großvater zu vergleichen.«
    Jamie merkte, wie sich die feinen Härchen in ihrem Nacken aufstellten. »Was wissen Sie über meinen Großvater?«
    »Er hat diese Zeitung aus dem Nichts aufgebaut und war sehr erfolgreich. Das Blatt ging nach seinem Tod an Ihren Väter, doch der stellte sich nicht so geschickt an. Er wollte eigentlich nie Zeitungsredakteur sein.«
    »Sie sind echt gut«, sagte Jamie, »aber das ist eine ziemlich kleine Stadt, wo jeder jeden kennt. Sie hätten nur ein bisschen rumfragen müssen und all das erfahren können.« Doch noch während sie das sagte, fragte sie sich, woher die Frau das mit der Seife in ihrer Unterwäschekommode hatte wissen können. Sie beschloss, ein wenig mitzuspielen. »Wo wir schon dabei sind, möchte ich Sie noch was fragen: Es gibt da diesen Mann, der in mein Leben getreten ist.«
    »Ach ja, ich weiß alles darüber. Er hat Ihnen sozusagen den Hals gerettet, als die Zeitung in ernsten finanziellen Schwierigkeiten steckte, und ist jetzt so eine Art stiller Teilhaber. Sie haben Angst, sich in ihn zu verlieben, aber ich würde Ihnen raten, Ihrem Herzen zu folgen.«
    »Und wie steht er dazu?«, hörte sich Jamie zu ihrer Überraschung fragen.
    Destiny zog ein nachdenkliches Gesicht. »Er ist schwer zu durchschauen.« Sie musste plötzlich niesen. »Gesundheit«, sagte Jamie.
    Destinys Augen begannen zu tränen, und sie nieste erneut. »Bitte verzeihen Sie, aber das passiert immer, wenn die Eingebungen kommen. Hätten Sie ein Taschentuch für mich?«
    »Das wissen Sie nicht?«
    »Hören Sie, ich kann schließlich nicht
alles
wissen.«
    Jamie griff in eine Schreibtischschublade und holte eine Packung Tempos hervor, die sie der Frau rechtzeitig zum nächsten Nieser hinhielt.
    »Ich gehe lieber, bevor es noch schlimmer wird.« Die Frau erhob sich und wischte sich die Augen ab. »Ach, übrigens, ich verlange nichts für meine Arbeit. Ich war fünfmal verheiratet und kriege jede Menge Alimente. Das ist nur ein Hobby für mich.«
    »Fünf Ehemänner, hm?«
    Noch ein Niesen. »Ja, und dabei bin ich noch nicht mal vierzig. Man muss sich ganz schön ranhalten, wenn man‘s in so kurzer Zeit auf so viele gescheiterte Ehen bringen will.«
    Jamie lehnte sich zurück und studierte ihr Gegenüber. »Wussten Sie denn nicht, dass es schief gehen würde, bevor Sie heirateten?«
    Schnüffel, schnüffel, nies. »Naja, ich war eben verliebt, was sollte ich machen? Also dann, Sie rufen mich an, wenn ich anfangen soll, ja? Meine neue Telefonnummer steht auf meinem Lebenslauf.« Sie machte sich auf den Weg zur Tür, blieb aber noch einmal stehen. »Dieser Mann, den Sie erwähnten?«
    Jamie wartete ab.
    »Er wird sehr bald wieder in Ihr Leben treten.
    Jamie horchte auf. »Und?«
    »Feuerwerk.«
    Jamie hob eine Braue. »Feuerwerk?«
    Destiny schmunzelte. »Feuerwerk.«

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    Vera musterte Destiny misstrauisch, als diese ins Empfangszimmer hinaustrat. »Es war sehr

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