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Tödliche Panne: Ein Las-Vegas-Krimi

Tödliche Panne: Ein Las-Vegas-Krimi

Titel: Tödliche Panne: Ein Las-Vegas-Krimi
Autoren: Rex Kusler
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1
    Als Bob am Eingangstor zu dem Stellplatz für Wohnmobile ankam, brach gerade die Abenddämmerung herein. Jetzt war er schon seit zwanzig Minuten dort und es war fast dunkel. In einer Woche war Halloween und die Tage wurden immer kürzer. Er parkte auf dem mittleren von fünf Parkplätzen außerhalb des eingezäunten Grundstücks vor dem Eingang und wartete.
    Wieder plagten ihn Rückenschmerzen, links unten an der üblichen Stelle, knapp über der Gürtellinie. Er musste unbedingt abnehmen und die Wampe loswerden. Schließlich war er mit seinen zweiundfünfzig Jährchen nicht mehr der Jüngste und da konnten seine Muskeln jegliche Hilfe gebrauchen. Er beugte sich nach vorne, langte mit der linken Hand an die Stelle, wo es wehtat, und begann, sie zu massieren. Als er den Kopf zur Seite drehte, fielen ihm zwei junge Männer auf, die vor der Einfahrt zu einem Abschleppdienst am Straßenrand herumstanden. Sie trugen weiße T-Shirts und Jeans und unterhielten sich lachend. Ab und zuwarfen sie Blicke in seine Richtung, was ihn nervös machte. Das hier war nicht gerade die sicherste Gegend von Las Vegas, um allein und noch dazu im Dunkeln im Auto zu sitzen.
    Er öffnete die Tür seines Chevy Silverado Pick-up, stieg aus und ging mit steifen Schritten zum Eingangstor. Dort angekommen, gab er seinen Geheimcode in ein Tastenfeld ein.
Während das Tor aufging, hinkte er zu seinem Fahrzeug zurück, stieg ein, startete den Motor und fuhr auf das Gelände.
Jetzt fühlte er sich schon sicherer.
    Zwanzig Minuten später sah er, wie sich die Doppelscheinwerfer eines anderen Pick-ups dem Grundstück von der Straße her näherten. Das Fahrzeug hielt vor dem Tor und als Bob in den Seitenspiegel sah, erkannte er deutlich den roten Toyota Tundra SUV seines Nachbarn Steve. Er stieg aus und winkte ihm zu. Dann gab er den Code ein und öffnete das Tor. Der Tundra fuhr ihm nach. Kies knirschte unter den Reifen. Sie passierten fünf Reihen, in denen Boote, Wohnmobile und Wohnwagen parkten, und bogen dann in einen Erd- und Kiesweg ein. Auf halbem Weg blieb Bob vor einem Wohnmobil neueren Baujahrs stehen.
    Die beiden Männer schalteten zuerst die Motoren und dann die Scheinwerfer aus. Der Schein des Halbmondes über ihnen tauchte den grauen, festgetretenen Erdboden, der hier und da mit Schotter bedeckt war, in ein fahles Licht. Es war jetzt vollkommen still. Zwei schwere Pick-up-Türen gingen auf und wurden fast gleichzeitig zugeschlagen. Die beiden Fahrer gingen aufeinander zu und gaben sich ohne ein Lächeln die Hand.
    »Tut mir leid, dass ich zu spät komme«, sagte Steve. Er war größer und schlanker als Bob, zwölf Jahre jünger und hatte dichte schwarze Haare und ein markantes Gesicht. Mit seiner Erscheinung und seinem Auftreten hätte er ohne weiteres als Profi-Sportler durchgehen können. »Ich bin im Autohaus aufgehalten worden.«
    »Halb so schlimm.« Bob fuhr sich mit der Hand über den kahlen Schädel, als wollte er seine nicht mehr vorhandenen Haare zurechtstreichen. Er deutete mit dem Daumen auf seinen Pickup. »Ich hol nur mal schnell die Lampe und dann zeig ich dir das Wichtigste.«
    Er ging zur Beifahrertür seines Chevys, öffnete sie und holte eine etwa dreißig Zentimeter lange Taschenlampe aus dem Handschuhfach. Er knipste sie an und richtete den Lichtstrahl auf den Aljo-Wohnwagen, der auf dem Stellplatz vor ihm parkte.
    Sie gingen zusammen um den Wohnwagen herum. Bob leuchtete mit der Taschenlampe auf die wichtigsten Teile. Dann machte er sämtliche Stauräume sowie die außen angebrachte Dusche auf und zu und zeigte seinem Nachbarn, wo sich die Heizung und der Warmwasserbehälter befanden. Die beiden beendeten ihren Rundgang und standen wieder vor der Eingangstür. Bob bückte sich schwerfällig, ließ die Treppe herab und stieß ein kurzes Stöhnen aus. Er sperrte die Tür auf und sie traten ins Innere.
    Ein leicht muffiger Geruch schlug ihnen entgegen. Bob ließ die Tür offen, ging durch Wohn- und Esszimmer und die Küche, und schaltete überall das Licht an. Der Wohnwagen schaukelte bei jedem Schritt. Das Wageninnere war jetzt hell erleuchtet.
    Er deutete auf eine Stelle an der Decke. »Da oben ist der Anschluss für die Fernsehantenne.« Er führte vor, wie man den Tisch zusammenklappte und daraus eine kleine, gepolsterte Schlafgelegenheit machte. Dann drehte er sich um und betätigte die Knöpfe auf dem Schaltpult. »Das sind die Anzeigen für die Batterie, das Schwarz-, Grau- und Frischwasser. Der Schalter hier

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