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Titan - 2

Titan - 2

Titel: Titan - 2
Autoren: Heyne SF Classics
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Wasser auf. Eine Dampfwolke zischte hoch, und das seltsame Objekt hüpfte und schnellte über das Wasser – in Kollisionskurs auf die Schaluppe zu.
    Cross tat einen sinnlosen Schritt auf die Kabine zu und brüllte nach Al. Aber es blieb keine Zeit mehr. Er zerrte wild an dem aufblasbaren Floß, bekam es frei und sprang damit achtern von Bord. Seine Finger fanden das Ventil, und das Floß füllte sich zischend mit Kohlendioxid aus der Gaspatrone. Durch einen glücklichen Zufall war das Floß mit der richtigen Seite nach oben ins Wasser gefallen, so daß die daran befestigte Notausrüstung erreichbar war. Es gelang ihm mit einiger Mühe, sich hinaufzuziehen, und langsam trieb er von der Schaluppe ab.
    Das über das Meer schlitternde Metallungeheuer wurde langsamer, aber es kam noch immer daher wie eine wildgewordene Lokomotive. Dann gab es einen entsetzlichen Krach, und es schoß mit einem unheimlichen Heulen vorbei. Das Floß schwankte und tanzte, und Larry fühlte sich von einer heißen Bö aufgehoben und wieder fallen gelassen. Als er sich aufrappelte, sah er das Ding einen letzten Satz tun und dampfend in den Wellen versinken.
    Irgendwie brachte er es fertig, sich herumzuwälzen, sobald das Floß wieder ruhig lag, um nach der Schaluppe zu sehen. Aber das kleine Schiff begann sich bereits nach vorne zu neigen; sein Bug war weggerissen, als wäre er aus Pappe gewesen. Es blieb keine Zeit mehr, Al zu retten oder noch ein paar Vorräte von Bord zu holen. Larry starrte hin und konnte immer noch nicht glauben, daß so etwas geschehen konnte. Er sah zu, wie die Schaluppe sank, bis selbst der Mast verschwunden war. Dann langte er nach dem zusammengeklappten Paddel.
    Etwas ploppte an die Oberfläche, und ein Schrei voll wahnsinniger Todesangst durchschnitt die Luft. »Larry! Larry! Um Himmels willen, hilf mir!«
    Rote Flecken breiteten sich auf dem Wasser aus, als Simmonds verzweifelt um sich schlug. Larry plagte sich mit dem Paddel, bis er den auf und ab tanzenden Kopf erreichen konnte. Simmonds zog sich mit einiger Nachhilfe an Bord und kreischte auf, als sein offensichtlich gebrochenes Bein das Floß berührte. Der Zusammenprall mußte in der Kajüte fürchterlich gewesen sein. Simmonds war mit Aufschürfungen und Blutergüssen bedeckt, und sein Gesicht war unter den schmutzigen Bartstoppeln weiß vor Angst und Schmerzen.
    »War in der Koje festgeklemmt, Gott, und der Kahn sank!« Er ließ sich aufs Floß zurückfallen und zitterte wie im Fieber. »Weiß nicht, wie ich loskam. Verfluchter Torpedo – tu was, Larry!«
    Larry riß die kleine Notapotheke auf und begann sein Hemd in Streifen zu reißen. Viel konnte er für das verletzte Bein jedoch nicht tun, abgesehen von einer eben noch vertretbaren Überdosis Kodein. »Das war kein Torpedo, AI. Das war ein Raumschiff, und es hatte irgendeine Panne.«
    »Du bist verrückt. Wir haben noch keine Raumschiffe. Ich weiß das sehr gut!«
    Simmonds wußte immer alles, aber Larry sagte sich, daß er diesmal wohl recht hatte. Er zuckte die Achseln. »Schön, wir haben keine. Dann war’s eben vom Mars. Und jetzt lieg still, während ich zu der Insel paddle, die ich vorhin gesehen hab’. Wir haben Glück, daß wir noch leben – überfordere deinen Schutzengel nicht.«
    Erst als er zu paddeln begann, ging ihm auf, was er da gesagt hatte, und ein Schauder überlief seinen Rücken. Ungeheuer von den Sternen, die die Erde erobern wollten! Er hatte ein Buch von Charles Fort gelesen, in dem von solchen Dingen die Rede war. Er hatte früher mitunter darüber nachgedacht und romantische Träume über den ersten Kontakt der Menschheit mit fremden Intelligenzen gehegt. Aber mit eigenen Augen den Beweis dafür zu sehen, daß es auf weit entfernten Welten Wesen gab, die die ungeheuren Entfernungen des Weltraums bewältigen konnten… Er zitterte, bis seine schmerzenden Muskeln ihn alles andere vergessen ließen. Simmonds stöhnte noch ein Weilchen vor sich hin, dann begann das Kodein zu wirken, und er verlor das Bewußtsein.
    Es wurde bereits dunkel, als Larry das Floß an den Strand zog. Simmonds war noch bewußtlos, ächzte jedoch bereits wieder schwach. Der Strand war ein schmaler Sandstreifen, der bei Flut offensichtlich unter Wasser stand, und dahinter stiegen die Felsen vielleicht fünfzehn Meter steil an. Larry war an einer Stelle gelandet, wo ein Felssturz die Klippen etwas zugänglicher gemacht hatte, und begann jetzt nach irgendeiner Art von Unterschlupf zu suchen. Weiter oben

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