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Tiffany Lieben & Lachen Band 0003

Tiffany Lieben & Lachen Band 0003

Titel: Tiffany Lieben & Lachen Band 0003
Autoren: Colleen Collins Cheryl Anne Porter
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ganzen Raum hören. Sie fasste den Becher fester, aus Angst, er könnte ihren plötzlich feuchten Handflächen entgleiten. Noch vor wenigen Minuten war er nur der Fahrer eines BMW mit dem Kennzeichen PROZ-S gewesen. Doch nun nahm sie ihn als attraktiven Mann wahr und ihre Fantasie lief auf Hochtouren.
    Sie hätte sich am liebsten in den Hintern getreten. Schließlich war sie nicht zu ihrem Vergnügen hergekommen, sondern weil sie wütend war und ihm das auch zeigen wollte.
    “Machen Anwälte das immer so?”, fing sie an, um die aufgeladene Stille zu durchbrechen, und registrierte erfreut, dass sich ihre Stimme jetzt besser anhörte. “Ich meine, dass sie die Menschen mit Kaffee und Filmstars betören, sodass sie ganz vergessen, wofür sie eigentlich kämpfen?”
    “Filmstars?”, fragte er verwirrt, “wofür kämpfen die denn?”
    Sie wischte seinen Einwurf mit einer Handbewegung zur Seite und strich dann heimlich mit der feuchten Handfläche über ihren Rock. “Sie haben meinen Parkplatz gestohlen.”
    “Gestohlen?”, wiederholte er. “Den Platz gleich hinter der Treppe, nahe dem Hintereingang?”
    Sie nickte langsam. “Richtig.”
    “Falsch.” Er grinste leicht und nahm dann einen Schluck aus seinem Becher, der mit einem lasziven Foto von Marlene Dietrich mit Zylinder geschmückt war. Als er den Becher wieder absetzte, fiel sein Blick auf den Filmtitel oberhalb von Marlenes Kopf, “Blonde Venus”. Rosie hätte schwören können, dass er dabei kurz zusammenzuckte. Dann öffnete er die Schreibtischschublade. “Gestern habe ich die Monatsmiete für den Platz bezahlt, auf dem mein Auto momentan steht.”
    Sie riss die Augen auf. “Gestern? Aber ich auch.”
    “Vielleicht haben Sie für einen anderen Parkplatz bezahlt”, sagte er nur und wühlte in der Schublade.
    “Nein, es ist mein Parkplatz.”
    Triumphierend hielt er ein Stück Papier hoch. “Hier ist meine Quittung. Haben Sie Ihre dabei?”
    “Nein, die habe ich zu Hause.” Vielleicht in dem Papierstapel auf der Anrichte. Oder in dem Papierstapel im Obstkorb in der Küche. Oder einem anderen Stapel.
    Er gab ihr die Quittung. “Ich gehe davon aus, dass Sie hier alle relevanten Informationen finden.”
    Relevant. Das war wieder typisch Anwalt. Als wenn das Wort “Information” nicht genügte. Als wenn eine relevante Information mehr Gewicht hätte. Sie sah sich die handgeschriebene Quittung an mit seinem Namen, dem Datum von gestern und der Nummer C 1001.
    “C 1001. Vielleicht ist das ein anderer relevanter Platz”, sagte sie und gab ihm das Papier zurück.
    Er sah sie überrascht an. Dann sagte er: “Nach dem Plan sind die Cs die Plätze gleich hinter der Treppe.”
    So kamen sie nicht weiter. Sie hatte ihre Quittung nicht dabei und wusste nicht, wo die C-Plätze oder wo die X-Y-Z-Plätze lagen. Und sie hatte wirklich keinerlei Lust, den Marsch durch die Stadt morgen noch mal anzutreten. Sie wollte ihren Parkplatz haben, jetzt und sofort. Und deshalb sollte sie sich endlich zusammennehmen und sich nicht von diesem Rechtsverdreher mit dem Harrison-Ford-Grinsen verunsichern lassen. Sie räusperte sich. “Im Verwaltungsbüro gibt es Kopien unserer Quittungen. Vielleicht sollten wir das in der Mittagspause klären. Wollen wir uns da treffen, etwa gegen zwölf?”
    Ben schlug seinen Terminkalender auf. Als er sich vorbeugte, fiel ihm eine Strähne seines hellbraunen Haars in die Stirn. Dann blickte er wieder auf und lächelte. “Zwölf passt gut.”
    “Gut, um zwölf dann.” Rosie sah auf ihre Hände. Er hatte eine Quittung, einen Terminkalender, offenbar zwei Sekretärinnen, zusammenpassende Kaffeebecher, einen BMW und einen Pullover in dem gleichen sanften Blau wie seine Augen. Und sie, schmutzbespritzt wie sie war, hatte den Eindruck, dass sie gar nichts besaß, noch nicht einmal den Parkplatz, um den es hier ging. Irgendwie musste sie ihm das heimzahlen, durfte ihm auf keinen Fall das letzte Wort lassen, bevor sie ging.
    Sie trank noch einen Schluck Kaffee, stand dann aber hastig auf, als sie sah, dass er sich bereits erhoben hatte. Sie wollte den Becher auf dem Tischchen neben ihrem Stuhl abstellen, aber weil sie nicht hinsah, setzte sie ihn zu hart auf, sodass der Kaffee auf den Teppich spritzte. Ben machte schnell einen Schritt auf sie zu und griff nach dem Becher, aber sie hielt ihn fest. Sie spürte die Wärme seiner Finger, die ihre Hand umschlossen, nahm sein herbes Eau de Cologne wahr … und die Hitze, die sich plötzlich in

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