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The Curse - Im Schatten der Schwestern (German Edition)

The Curse - Im Schatten der Schwestern (German Edition)

Titel: The Curse - Im Schatten der Schwestern (German Edition)
Autoren: Emily Bold
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verfeindeten Clans für immer zu verändern. Die ohne Schuld, aber dennoch schuldig war.
    Vanora hatte sich nicht getäuscht, als sie meinte, den Blick dieser Frau in ihrem Rücken zu spüren. Die junge Frau stand da, die Augen vor Entsetzen weit aufgerissen. Der Schrei, welcher ihrer Kehle entwich, wurde vom Wind ungehört davongetragen. Sie gehörte nicht hier her. Aber niemand konnte seinem Schicksal entgehen.
    Mit diesem tröstlichen Gedanken im Herzen hieß Vanora mit weit geöffneten Armen den todbringenden Dolch ihrer Tochter willkommen.
    Tatsächlich fühlte sie den Schmerz in ihrer Brust kaum, als sie nach den blutigen Händen des dunkelhaarigen Mädchens griff. Mit dem Stolz einer Mutter erkannte sie die Ähnlichkeit, die sie mit ihrer Mörderin teilte. Die helle ätherische Haut der Fair-Hexen, die hohen Wangenknochen und die natürliche Kraft, die sie alle innehatten. Vanora lächelte, als sie daran dachte, dass Grant seine Tochter fürchten musste, wie er es auch bei ihr getan hatte. Denn, obwohl er sich ihr viele Nächte aufgezwungen hatte, hatte sie doch immer auch seine Furcht vor ihrer Macht gespürt.
    „Sguir, mo nighean. Mo gràdh ort.“
    Ihre Worte waren kaum mehr als ein Flüstern. Vergebend küsste sie die Hände ihrer Tochter, ehe ihr Geist ihren Körper verließ und Vanora starb.

Kapitel 5
    Burg Burragh, Schottland, Oktober 2010
    Ich musste den Verstand verloren haben. Erst jetzt, als ich dem davonfahrenden Taxi hinterhersah, welches mich hier irgendwo im Nirgendwo zurückließ, kam mir dieser naheliegende Gedanke.
    Während des langen Transatlantikfluges waren mir schon erste Zweifel an meiner spontanen Idee gekommen. Aber nun, als ich wie schon einmal in diesem Jahr mit nichts als meinem Koffer an einem Straßenrand in Schottland stand, musste ich ein ernstes medizinisches Problem in Betracht ziehen, welches wohl die Funktionsfähigkeit meines Gehirns maßgeblich beeinträchtigte. Anders war es doch kaum noch zu erklären, warum ich hierher gekommen war.
    Ich versuchte, mich auf meine guten Argumente für diese Reise zu konzentrieren, als ich auf das graue Bollwerk, die Burg Burragh , zuging. Mich fröstelte angesichts der abweisenden Burgmauern, die mich meterhoch überragten. Fast konnte ich die schwerbewaffneten Wachen hinter den winzigen Schießscharten sehen, die hier vor Hunderten von Jahren ihren Dienst zur Verteidigung der Burg getan hatten. Obwohl gerade keine Wolke den strahlend blauen Himmel zierte, wehte ein kalter Wind über den kahlen Bergkamm.
    Ich zog den Reißverschluss meiner Windjacke höher. War ich hier wirklich richtig?
    Meine Zweifel kamen leider etwas spät, denn das Taxi war längst in die Zivilisation zurückgekehrt, und ich wollte lieber gar nicht erst nachsehen, ob mein Handy hier draußen Netz hatte. Plötzlich kam ich mir ziemlich dämlich vor. Um mich nicht selbst noch mehr verrückt zu machen, klopfte ich schnell und so laut es die Höflichkeit gerade noch zuließ an die bogenförmige Tür neben dem großen Fallgitter.
    Aus Furcht, nicht willkommen zu sein, waren meine Hände schweißnass. Nervös wischte ich sie an meinen Jeans ab. Da mir nicht geöffnet wurde, schien diese Furcht durchaus berechtigt. Ich klopfte erneut, diesmal so laut ich konnte, auch wenn mir die Fingerknöchel dabei schmerzten.
    Dann lehnte ich mich etwas zurück und spähte die hohe Burgmauer hinauf. Nichts. Keine Regung.
    „Scheiße!“
    Und wieder fing ich an, mit mir selbst zu sprechen, um das Gefühl zu vertreiben, allein in dieser gottverlassenen Gegend allen nur erdenklichen Gefahren oder vielleicht auch Psychopathen ausgeliefert zu sein.
    „Hallo! Ist da jemand?“, rief ich laut, in der Hoffnung, bessere Gesellschaft zu finden als nur meine eigene Stimme. Wie befürchtet, erhielt ich keine Antwort.
    Da ich schon immer dazu neigte, mein Schicksal in die Hand zu nehmen, als einfach darauf zu warten, dass etwas geschah, ließ ich meinen Koffer stehen und ging den geschotterten Weg ein paar Meter zurück. Hier führte ein schmaler, mit Grünzeug überwucherter Weg um die Burg herum. Ich würde mein Glück auf der Rückseite versuchen.
    Insgeheim verfluchte ich mich dafür, so naiv gewesen zu sein. Als Payton mir erzählt hatte, er und Sean würden in einer Burg wohnen, dachte ich unweigerlich an eine dieser toll restaurierten Burgen, die ich auf meiner Sightseeingtour besichtigt hatte. Aber weit gefehlt. Niemand würde auch nur ein Pfund bezahlen, um diese, fern jeglicher

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