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Tanz mit dem Teufel

Tanz mit dem Teufel

Titel: Tanz mit dem Teufel
Autoren: Daniel Depp
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beschwor Roberto sie erneut.
    Annie tippte hektisch auf dem Handy herum.
    »Nein, Roberto. Ich muss mich um meine Arschlöcher von Klienten kümmern, die es anscheinend darauf abgesehen haben, mich unter die Erde zu bringen. Und übrigens, Sie sind gefeuert. Ich hasse dieses Zeitlupengehampel. Packen Sie Ihr Obst und Ihre Affen ein und schieben Sie ab.«
    Ins Handy: »Geben Sie mir Frank … Wie bitte? Wer ich bin? Sind Sie von gestern? Sind Sie gerade erst aus der Wiege gestiegen? Sagen Sie ihm, Annie will ihn sprechen.«
    Kurze Pause, und Frank Jurado war am Apparat.
    »Frank«, sagte Annie. »Die Kacke ist am Dampfen.«

7
    Die große Liebesszene der Neuverfilmung von Die Falschspielerin war abgedreht, der Regisseur rief: »Cut!«, und sah den Kameramann an. »Taugt das was?«
    »Das war ganz großes Kino«, sagte der Kameramann.
    Der Held fragte: »War ich nah genug dran?«
    »Du warst nah genug dran«, sagte die Heldin.
    »Ich könnte noch näher ran.«
    »Höchstens, wenn du beide Rollen gleichzeitig spielen und dabei in meine Unterwäsche schlüpfen willst.«
    »Das wäre zu überlegen«, sagte der Held.
    Spandau und Anna, die abseits des Sets standen, verfolgten die Dreharbeiten auf einem Monitor und hörten über Kopfhörer mit.
    »Unser Oscar-gekrönter Kameragott bescheinigt uns ganz großes Kino«, verkündete der Regisseur. »Dann lassen wir es so. Können wir es so lassen?«
    »Wir können«, sagte der Kameramann. »Machen wir jetzt Mittag?«
    »Ich denke schon. Unsere Produzentin ist am Set. Fragen wir das Geld.« Und an Anna gewandt: »Was sagt das Geld? Machen wir jetzt Mittag?«
    »Das Geld sagt, lasst es euch schmecken«, antwortete sie.
    »Sonst noch jemand hier von euch Geldleuten?«
    »Ich bin die einzige«, sagte Anna.
    Der Regisseur tönte mit lauter Stimme in die Runde: »Habt ihr gehört? Das Geld sagt, wir können essen. Also essen wir!«
    Alles verlief sich in die Mittagspause.
    Anna sah Spandau an. »Wie gefällt es dir?«, fragte sie.
    »Sieht gut aus.«
    »Findest du, dass zwischen Regina und Bill die Chemie stimmt?«
    »Für mich auf jeden Fall. Aber du bist das Geld. Ich bin lediglich der Freund des Geldes.«
    »Stimmt, ja. Ich bin das Geld.«
    »Ich bin schon ganz scharf darauf, dem Mammon zu frönen, aber erst musst du mich füttern.«
    »Denkst du eigentlich immer nur ans Essen?«
    »Manchmal denke ich auch an richtig schön versauten Sex. Allerdings nicht auf nüchternen Magen.«
    »Dann sehen wir lieber zu, dass wir dich satt kriegen.«
    »Gehen wir hinterher noch auf ein Schäferstündchen in dein Büro?«
    »Ich hab um halb zwei ein Meeting.«
    »Und wenn ich ganz schnell esse?«
    »Ich schlafe nicht mit einem Mann, der sich mit Ketchup bekleckert hat.«
    »Das war doch nur das eine Mal. Heute binde ich mir ein Lätzchen um.«
    Spandau zückte sein Handy.
    »Wehe, du telefonierst«, sagte Anna. »Wir haben einen Deal. Lunch ohne Handys.«
    »Aber dabei ging es nur ums Anrufen. Es war nie davon die Rede, dass man nicht mal kurz seine SMS checken kann. Ich muss nämlich immer noch den Boss spielen.«
    »Wie lange soll das noch so gehen? Ist Walter auf einer seiner berüchtigten Sauftouren? Oder hat er mal wieder geheiratet?«
    »Er ist zu Hause. Ich mache mir langsam Sorgen um ihn.«
    »Wahrscheinlich vergnügt er sich mit einer Flasche Scotch.«
    »Das ist aber nicht sehr nett.«
    »Nicht nett? Nicht nett ist dein Freund Walter, weil er sich dauernd zuschüttet und von dir erwartet, dass du seinen Job auch noch mit übernimmst.«
    Spandau checkte sein Handy.
    »Von ihm, ja?«, sagte sie. »Ich wusste es.«
    »Er will mich sehen.«
    »Er will bloß nicht alleine saufen.«
    »Da hätte er sich verrechnet.«
    »Aber er würde uns am liebsten auseinanderbringen und dich wieder zum Alki machen. Dann muss er dich nicht mehr mit mir teilen.«
    »Können wir bitte über etwas anderes reden?«
    »Lass dich nicht von ihm mit runterziehen, David. Es läuft doch so gut mit uns. Das darf er uns nicht kaputt machen.«
    »Er ist kein heimtückischer Strippenzieher. Er ist mein Freund.«
    »Er ist ein selbstsüchtiger, manipulativer Säufer, und er weiß, dass du der einzige Mensch bist, der es mit ihm aushält.«
    Spandau wechselte das Thema. »Gehen wir zu Canter’s? Auf eine richtig leckere Cholesterinbombe?«
    »Es ist mein voller Ernst, David.«
    »Was soll das, Anna? Willst du mir etwa Angst machen? Drohst du mir, mich zu verlassen?«
    »Ich will nur, dass du auf dich aufpasst. Es wird

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