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Takeover

Takeover

Titel: Takeover
Autoren: Fritjof Karnani
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werden verbunden mit dem CFO von GermanNet «
    Auch hier wurde der Hörer fast sofort abgenommen.
    »Hallo Ferry, hier ist Diana. Rolf ist noch nicht im Büro und wie ich an deiner Nummer sehe, rufst du aus dem Auto an. Was gibt es so Dringendes ?«
    Wie bei jedem Anruf stellte Ferry zuerst fest, dass sie eine fantastische Stimme hatte. Und wie immer wurde er daran erinnert, dass sie im letzten Jahr eine Affäre miteinander hatten. Eine Affäre, die nach nur vier Wochen beendet war. Alle seine Versuche, in den letzten Jahren eine Beziehung aufzubauen, waren bereits nach kurzer Zeit gescheitert. Es sollte einfach nicht sein. Nach Diana hatte er sich geschworen, nie wieder etwas mit jemandem aus dem eigenen Unternehmen anzufangen.
    »Hallo Diana, weißt du was über den Störfall der letzten Nacht ?«
    »Du bist heute Morgen schon der Dritte, der deswegen anruft. Der Chef vom OC hat gestern Nacht gleich noch eine E-Mail hinterher gesandt. War wohl nur ein Versehen eines neuen und noch unerfahrenen Mitarbeiters. Bist du in Berlin ?«
    »Ja, ich werde in zehn Minuten im Büro sein .«
    »Hast du immer noch dieses komische Programm, das dir deine E-Mails im Auto vorliest ?«
    Das bisschen Vertrautheit, das immer noch zwischen ihnen war, war ihm unangenehm. Er hatte mehrfach versucht, etwas mehr Reserviertheit in ihren Umgangston zu bringen. Aber Diana ließ sich von seinen Versuchen nicht beeindrucken. Schließlich hatte er es aufgegeben, und irgendwie mochte er es auch.
    »Sagst du Rolf, dass ich ihn später gern sprechen möchte ?«
    »Klar, er ruft dich an, sobald er da ist. Hab’ einen schönen Tag.«
    »Ja, du auch.«
    »Das Gespräch wurde beendet, der Teilnehmer hat aufgelegt .«
    »Scheiß Computerstimme.«
    »Ihre Eingabe ist nicht auswertbar, bitte wiederholen Sie sie .«
    »Geh zum Teufel .«
    »Sie werden verbunden mit Susanne Schneufel .«
    »Nein.«
    »Ihre Eingabe ist nicht auswertbar .«
    »Ende .«
    »Das Programm wurde von ihnen beendet .«
    Ferry stellte fest, dass sich Dianas Stimme besser anhörte, als die des Computers.

     
    Als Diana 16 Jahre alt war, hatte sie sich von einer Freundin überreden lassen, an einen Schönheitswettbewerb teilzunehmen. Zu ihrer eigenen Überraschung hatte sie den Titel der Miss Berlin gewonnen. Obwohl man ihr sagte, dass sie gute Chancen gehabt hätte, auch den Titel der Miss Germany zu holen, weigerte sie sich an weiteren Schönheitswettbewerben teilzunehmen.
    Die nächsten Jahre verbrachte sie damit, gegen das ›Blonde Dummerchen-Image‹ anzukämpfen. Nach einem kurzen und höchst erfolgreichen Studium hatte sie es mit 26 Jahren bereits bis zur Chefcontrollerin bei GermanNet geschafft, als ihre kurze Affäre mit Ferry begann. Sie fand Ferry immer schon attraktiv und interessant, mehr aber auch nicht. Bei seinem Aussehen hatte sich eindeutig sein italienischer Vater gegen seine deutsche Mutter durchgesetzt. Sie war vor allem von seinen großen dunklen Augen fasziniert. Obwohl Ferry mittlerweile zu den reichsten Männern Deutschlands gehörte und er die Entwicklung des Internets in Deutschland und in Europa entscheidend mitgeprägt hatte, war er in seiner Art immer noch der Student geblieben, der gerade ein Garagenunternehmen gegründet hatte.
    Eigentlich gehörte es zu Dianas festen Vorsätzen, nie etwas mit Kollegen anzufangen und erst recht nichts mit ihrem Chef. Sie wollte um alles in der Welt vermeiden, dass man ihr nachsagen konnte, sie hätte sich nach oben geschlafen. Doch eines Abends traf sie Ferry durch Zufall bei ihrem Lieblingsitaliener und er hatte gefragt, ob sie sich zu ihm setzen wolle. Zu ihrer Überraschung wurde es ein lustiger und unterhaltsamer Abend. Ferry kaufte sogar einem vorbeikommenden Blumenverkäufer sämtliche Rosen ab, allerdings nicht, um sie anzumachen, sondern weil ihm der Blumenverkäufer leid tat. Der Blumenverkäufer, ein alter Mann, der kaum deutsch konnte, hatte Tränen in den Augen, als Ferry ihm einen Hundert-Euro-Schein gab. Als Diana sah, wie gerührt Ferry von der Freude des alten Mannes war, beschloss sie, mit ihm ins Bett zu gehen. Am nächsten Morgen waren dann beide überrascht, dass sie eine Affäre angefangen hatten, obwohl sie wussten, dass es nicht gut war. So hatten sie das Ganze nach einigen Wochen beendet, ohne groß darüber zu reden. Diana dachte trotzdem immer noch gerne an die Zeit zurück, es waren schöne Wochen gewesen. Ferry war lustig, der Sex war super gewesen und sie mochte seine menschliche,

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