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Stolz und Leidenschaft: Roman (German Edition)

Stolz und Leidenschaft: Roman (German Edition)

Titel: Stolz und Leidenschaft: Roman (German Edition)
Autoren: Monica McCarty
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allerdings würde sie es vorziehen, wenn er nicht so – stirnrunzelnd suchte sie nach dem passenden Wort – männlich wäre. Und zwar auf unverhohlene Weise.
    Von ihrem gegenwärtigen Standpunkt so hoch über dem Erdboden aus war es schwierig zu schätzen, aber sie vermutete, dass er mindestens eine Handbreit über sechs Fuß maß. Ein regelrechter Riese, sogar für einen Highlander.
    Wenn er ein Highlander war.
    Er hatte schottisch gesprochen und nicht in der Sprache der Highlands, aber sie glaubte, einen leichten Akzent in seiner Stimme vernommen zu haben. Anhand seiner Kleidung war schwer zu beurteilen, woher er kam. Er trug nicht das breacan feile der Highlands, aber das war für einen Mann von Rang und Reichtum nichts Ungewöhnliches. Und diesbezüglich hegte sie keinen Zweifel. Sogar aus der Entfernung konnte sie erkennen, dass das schwarze Lederwams und die Hosen, die er trug, von außergewöhnlicher Qualität waren.
    Aber die feine Kleidung konnte die wilde Schönheit seiner
breiten Brust und der kräftigen, muskulösen Arme und Beine nicht verbergen. Seine beeindruckende Statur gepaart mit dem mächtigen claidheamhmór -Schwert, das er auf den Rücken gegürtet trug, ließen keinen Zweifel daran, dass er ein Krieger war. Und ein beeindruckender noch dazu, so nahm sie an.
    Aber es war mehr als nur seine Körpergröße, die sie beunruhigte. Sie hätte es auch vorgezogen, wenn ihr Retter nicht ganz so dominant wäre. Alles an ihm war dominant: seine befehlsgewohnte Haltung, der Ausdruck absoluter Autorität auf seinem Gesicht und die kühne Art, wie er sie ansah. Sein Auftreten brachte sie so sehr aus der Fassung, dass es einen Augenblick dauerte, bis sie erkannte, wie gutaussehend er war. Und das auf arrogante Art und Weise – so als wären seine kunstvoll gemeißelten Züge nur ein Nachtrag zu der Macht seiner überwältigenden Männlichkeit.
    Doch er war nicht der Einzige, der einer intensiven Musterung unterzogen wurde.
    Ein Prickeln überzog ihren Körper. Gütiger Gott, wie er sie ansah … überall . Sein Blick wanderte vom Kopf bis zu den Zehenspitzen über ihren Körper und verweilte lange genug auf ihren Brüsten, um ihr die Röte in die Wangen zu treiben. Mit einem Mal war sie sich ihres beinahe unbekleideten Zustandes nur allzu deutlich bewusst. Das Hemd, das sie noch vor Kurzem ausreichend zu bedecken schien, fühlte sich nun unter seinem durchdringenden Blick so gegenstandslos an wie hauchzarte Seide. Ihr war, als könne er durch das Leinen hindurch geradewegs ihre nackte Haut sehen.
    Bisher war sie stets von ihrem Vater und ihren Brüdern beschützt worden. Kein Mann hatte es je gewagt, sie so anzusehen  – als wäre sie eine saftige Pflaume, die gepflückt werden wollte.
    Und das gefiel Caitrina kein bisschen. Sie war zwar im Augenblick vielleicht nicht wie eine Lady angezogen, aber jeder
Mann bei klarem Verstand konnte sehen, dass sie eine Lady war – selbst, wenn er das kostbare Kleid nicht bemerkte, das unübersehbar direkt vor seiner Nase lag.
    Wer war dieser kühne Krieger, der wie ein König auftrat?
    Sie konnte schwören, dass sie ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Der Kleidung und den Waffen nach zu schließen war er kein Gesetzloser. Vermutlich war er ein Chief aus einer entfernten Gegend, der an den Spielen teilnehmen wollte – was bedeutete, dass man ihm Gastfreundschaft schuldete, wie es in den Highlands heiliger Brauch war. Aber wenn er ein Chief war, wo waren dann seine Wachmänner?
    Nun, Chief oder nicht, er sollte sie jedenfalls nicht so anstarren. »Euer Name, Mylord?«, verlangte sie. »Ihr befindet Euch auf dem Land der Lamont.«
    »Ah, dann habe ich mein Ziel erreicht.«
    »Dann seid Ihr wegen der Spiele hier?«
    Er bedachte sie mit einem langen Blick, der ihr das Gefühl gab, als wisse er etwas, das sie nicht wusste. »Unter anderem.«
    Er hatte ihr immer noch nicht seinen Namen genannt, aber im Augenblick kümmerte es sie nicht, wer er war. Selbst der Teufel wäre ihr recht gewesen – oder, Gott behüte, einer seiner Campbell-Handlanger – wenn er ihr nur hinunterhalf. Von dem Versuch, fast ihr ganzes Gewicht zu halten, um nicht zu viel Druck auf den zerbrechlichen Ast auszuüben, fingen ihre Arme langsam an zu schmerzen. Ihr Retter ließ sich jedenfalls ziemlich viel Zeit. »Nun, wollt Ihr da nur herumstehen und mich den ganzen Tag anstarren?«, fragte sie ungeduldig.
    Er verzog den Mundwinkel zu einem schiefen Lächeln. »Vielleicht tue ich das sogar. Es

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