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Sternenflut

Sternenflut

Titel: Sternenflut
Autoren: David Brin
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Klischee war die größte Demütigung seines Lebens.
    Toshio und Hikahi drängten sich hinter Keepirus Platz und sahen zu, wie der Ozean unter dem Skiff rasch dahinrollte. Hin und wieder war der Meeresspiegel minutenlang leuchtend grün, wenn sie über weite, von Rankenteppichen bedeckte Flächen dahinjagten.
    Fast eine Woche dauerte der Suchflug jetzt. Er hatte begonnen, als die Streaker das System verlassen hatte. Als ersten hatten sie Toshio gefunden, der zielstrebig westwärts schwamm und nicht aufgeben wollte. Dann hatte Dennie sie zu einer anderen Insel geführt, wo es ebenfalls einen Kiqui-Stamm gab. Während sie einen neuen Vertrag aushandelten, hatten sie Charles Dart gesucht und gefunden. TakkataJims Stenos waren vermißt oder tot. Dies war die letzte und anscheinend aussichtslose Suche.
    Hikahi stand kurz davor, aufzugeben. Sehr viel länger würden sie Zeit und Vorräte auf diese Weise nicht verschwenden können. Nicht angesichts der Reise, die noch vor ihnen lag. Dabei war ihre Chance eigentlich gleich Null. Niemand hatte je von einer Reise gehört, wie sie sie planten. Gegen die Galaxis-Durchquerung im Skiff war Captain Blighs epische Pazifik-Reise im Langboot der Bounty ein Nachmittagsspaziergang. Diese Einschätzung hatte Hikahi allerdings für sich behalten. Creideiki und Keepiru machten sich wahrscheinlich keine Illusionen über das, was sie erwartete. Toshio schien es mindestens teilweise schon erraten zu haben. Es gab keinen Grund, auch die anderen zu informieren, bevor sie die Rationen zum vierten Mal kürzen mußte. Sie seufzte.
    Woraus sonst
    sind Helden gemacht,
    Als aus Männern und Frauen,
    die, ganz so wie wir, 
    Versuchen –
    Keepirus triumphierendes Pfeifen klang wie ein gellender Fanfarenstoß. Er quiekte und warf sich auf seinem Netz hin und her. Das Skiff rollte sich wie watschelnd nach rechts und nach links und ging dann in einen kreischenden, steilen Steigflug über.
    »Was machst du da, verdammte Seh--!« Toshio schluckte den Rest hinunter. »Heiliger Krötenfisch, Keepiru! Was ist denn los?«
    Hikahi hielt sich mit dem Geschirrarm an einem Handlauf fest und spähte durch ein Bullauge hinaus. Sie seufzte zum dritten Mal, lange und tief.
    Der Rauch von seinem Feuer verbarg das Boot zunächst vor seinen Blicken. Als erstes nahm er den Donner wahr, der über ihn hinwegrollte und fast seine Darre umgeworfen hätte. Beinahe hätte sich der Mensch, der auf der geflochtenen Matte stand, flach hingestreckt, um sich zu verstecken, aber eine innere Stimme ließ ihn stehenbleiben und zum Himmel schauen.
    Seine Augen waren schmal von der Sonne. Krähenfüße, die vor wenigen Wochen noch nicht dagewesen warer., kräuselten die Augenwinkel. Sein Bart war schwarz mit schmalen grauen Strähnen; er war ausgewachsen und juckte fast nicht mehr. Eine gezackte Narbe, die sich über die Wange zog, war darunter beinahe nicht mehr zu sehen.
    Er hob die Hand über die Augen und erkannte die waghalsigen Manöver, noch ehe er die Umrisse des Schiffes sehen konnte. Es stieg steil in den Himmel, beschrieb einen Looping und schoß kreischend noch einmal an ihm vorüber. Er streckte die Hände aus, um seine Darre festzuhalten, damit der Donner sie nicht umkippte. Es gab keinen Grund, das Dörrfleisch zu vernachlässigen. Es war viel Arbeit gewesen, es zu besorgen, in Streifen zu schneiden und zuzubereiten. Vielleicht würden sie es auf der Reise, die vor ihnen lag, noch bitter nötig haben. Er war nicht sicher, ob die Fen das Zeug mochten, aber es war nahrhaft... das einzige auf diesem Planeten, was ein Erdling essen konnte. Gepökelter Gubru, Tandu-Streifen und Episiarchen-Filets würden zwar niemals Zugang zur Haute Cuisine finden, aber vielleicht konnte man sich ja an den Geschmack gewöhnen. Er grinste und winkte, als Keepiru sich schließlich so weit beruhigt hatte, daß es ihm gelang, das Skiff in der Nähe herunterzubringen.
    Wie konnte ich je daran zweifeln, daß er noch am Leben ist? dachte Hikahi voller Freude. Gillian meinte, er müsse noch leben. Keiner der Galactics könne ihm etwas anhaben. Wie sollten sie?
    Und wieso, um alles im Universum, habe ich je befürchtet, wir könnten es nicht nach Hause schaffen?

EPILOG
    : Ruhe : Ruhe Und Lausche :
    : Ruhe Und Lausche Und Lerne, Creideiki :
    : Denn Die Sternenflut Steigt :
    : In Den Strömungen Der Dunkelheit :
    : Und Wir Haben Lange Auf Das Gewartet, Was Sein Muss :

POST SCRIPTUM
    Delphinnamen klingen oft, als seien sie polynesischer oder

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