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Sternenfaust - 198 - Verzweiflung (1 of 2)

Sternenfaust - 198 - Verzweiflung (1 of 2)

Titel: Sternenfaust - 198 - Verzweiflung (1 of 2)
Autoren: Thomas Höhl
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    S.C.S.C. STERNENFAUST III
    24. März 2274, 6:42 Uhr
     
    Savanna seufzte.
    »Höre ich da einen Hauch von Reue?«, fragte Vince.
    Savanna lächelte und schloss für einen kurzen Moment die Augen. So war er, ihr Vince. Ein Mann, in dem ungeheuerliches Potenzial steckte. Der eine Autorität ausstrahlte, die in der Lage war, ganze Truppen einzuschüchtern und die größten Maulhelden strammstehen zu lassen. Er war ein Mann, den nichts und niemand von einem Entschluss abbringen konnte, sobald er erst einmal gefällt war.
    Doch zugleich war er jemand, der zu unglaublichem Selbstzweifel fähig war. Insbesondere dann, wenn es um ihre Beziehung ging.
    Vince lag im Bett neben Savanna und hatte den Arm um ihren Kopf gelegt. Doch sie spürte, wie er sich mehr und mehr zurückzog und ein wenig die Umarmung lockerte.
    Savanna spürte das Verlangen, sich aufzurichten. »Eines Tages wirst du mich gut genug kennen, um zu wissen, dass ich nicht dazu neige, Dinge zu bereuen«, antwortete sie, während sie an die Decke starrte. Sie hatte versucht, es so liebevoll wie möglich zu sagen, denn sie wusste, dass Vince es nicht mochte, wenn sie ihn mit seinem älteren Ich aus der anderen Zeitlinie verglich.
    Doch in diesem Fall tat sie es dennoch ganz bewusst. Nicht, um ihn zu ärgern, sondern um ihm Mut zu machen.
    Der Vincent Taglieri, mit dem sie über ein Jahr zusammengelebt hatte, stammte aus dem Jahr 2273. Der Vince, der nun neben ihr lag und mit dem sie die Nacht verbracht hatte, war eine jüngere Version. Doch es war nichtsdestotrotz der gleiche Vince. Und es gab keinen Grund, anzunehmen, dass dieser Vince sich so vollkommen anders entwickeln würde als der Vince, den sie vor einem Jahr unfreiwillig verlassen hatte.
    »Du hast wahrscheinlich wirklich in deinem ganzen Leben nie etwas bereut«, murmelte Vince nachdenklich. Sie kannte ihn gut genug, um seiner Stimme anzuhören, dass er lächelte.
    »Jedenfalls nicht viel«, erwiderte Savanna. »Und wahrscheinlich weniger, als ich hätte bereuen sollen.« Sie dachte an Romana Hel’gara. Ihr hatte sie einst vertraut, und das hatte sie bereut. Und manchmal bereute sie, vor einem Jahr nicht bei ihrem Vince geblieben zu sein. Als »ihr« Vince von der Großen Leere verschluckt worden war, hätte sie bei ihm sein sollen. Auch wenn das letztlich auch ihren Tod bedeutet hätte.
    »Kannte dich …« Vince stockte.
    »Sprich nur weiter«, sagte Savanna und schüttelte unwillkürlich den Kopf.
    »Vergiss es einfach«, murmelte Vince.
    Savanna lächelte. »Wir werden noch öfter über ihn sprechen.« Und ich werde noch öfter an ihn denken , ging es ihr durch den Kopf, während sie in der Brust einen leichten Stich spürte.
    Ihn. Sie nannten so gut wie nie seinen Namen, wenn sie über den anderen Vince sprachen.
    Vince sagte nichts, also nahm Savanna ihm die Mühe ab. »Du wolltest mich fragen, ob der andere Vince mich so gut kannte, dass er mir keine Zweifel mehr unterstellte.«
    Der andere Vince. Es war eine seltsame Bezeichnung. Schließlich handelte es sich bei diesem »anderen« Vince um die exakt gleiche Person.
    Bis zum 30. Oktober 2254 hatte es nur einen Vincent Taglieri gegeben. Und nur eine Savanna Dionga.
    Doch genau mit diesem Tag hatte Dana Frost im »Auge des Universums« die Chance erhalten, die Geschichte zu ändern. Eine neue Zeitlinie war entstanden. Eine zweite Zeitlinie.
    Savanna stammte aus der ursprünglichen Zeitlinie. In dieser hatte sie nach sehr vielen Jahren zu Vincent Taglieri zurückgefunden und war seine Lebensgefährtin geworden.
    Der Vince, in dessen Armen sie nun lag, stammte aus der zweiten Zeitlinie.
    Aber in beiden Zeitlinien war die Milchstraße von der »Großen Leere« ausgelöscht worden, wovor sich nur die Besatzungen der STERNENFAUST II und der STERNENFAUST III im Auge des Universums hatten retten können.
    Seitdem versuchten die Besatzungsmitglieder zweier Zeitlinien hier in der Andromedagalaxie einen Weg zu finden, die »Große Leere« rückgängig zu machen.
    Oder besser gesagt: Sie hatten es versucht. So vage diese Hoffnung ohnehin stets gewesen war, nun mussten sie sich alle damit abfinden, dass die Galaxis, die Erde und mit ihr sämtliche Bewohner für alle Zeiten vernichtet waren, und nichts würde daran jemals wieder etwas ändern. Savanna würde ihren Vince niemals wiedersehen. Und es würde niemals wieder eine Rückkehr zu den Solaren Welten geben.
    Über viele Monate hinweg hatten sie nach den zwölf Akoluthoren gesucht. Im »Auge des

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