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Sternenfaust - 020 - Verschwörung in der Hohlwelt

Sternenfaust - 020 - Verschwörung in der Hohlwelt

Titel: Sternenfaust - 020 - Verschwörung in der Hohlwelt
Autoren: Luc Bahl
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Ein gewaltiger Schatten schob sich über den Kanal und tauchte die Umgebung vollends in ein tristes Dämmerlicht. Dann war das tiefe Brummen der Motoren zu hören, die das imperiale Marineluftschiff in so tiefer Fahrt über die Schornsteine hinwegtrieben, dass sich ein kühner Außenmaat bequem auf das Dach der Anlage hätte abseilen können. Das plötzliche Auftauchen des Luftschiffes in dieser geringen Höhe ließ die Szenerie unten auf dem schmalen Pfad für einen Moment erstarren.
    »Keine Chance, Admiral … Schirrban«, sagte der Unbekannte und fuchtelte mit der Degenspitze vor dem Gesicht der prächtig gekleideten Gestalt herum.
    Er betonte den Namen des Admirals mit einer Verächtlichkeit, als würde er zur gleichen Zeit, als er ihn aussprach auch auf den Boden spucken. Wie ein Kinderspielzeug trieb derweil das federgeschmückte Barett mit der Maske auf der Wasseroberfläche des Kanals davon.
    Während sich der Bauch des Luftschiffs in geringer Höhe über ihnen weiter vorwärts schob, hin zum nahe gelegenen Landeplatz der kaiserlichen Werft mit ihren riesigen Hallen, drehte sich die als Admiral Schirrban angesprochene Gestalt langsam von ihrem Angreifer fort, sodass sie die Fabrikmauer in ihrem Rücken wusste. Zwei weitere Unbekannte waren auf der anderen Seite aus dem finsteren Schatten der Mauer hervorgetreten und versperrten ihr den Weg. Auch die Neuankömmlinge hielten blankgezogene Degen in den Händen.
    Drei gegen einen , dachte der Admiral. Und das in meinem Alter …
    »Denken Sie noch nicht einmal daran, Schirrban«, sagte nun wieder der Wortführer, der ihm mit einem hinterrücks geführten Degenschlag Hut und Maske vom Kopf gefegt hatte. Die Spitze seiner Waffe zielte jetzt nicht mehr auf das Gesicht seines Opfers. Sie wies jetzt etwas tiefer auf den Bauch des Admirals, der von einem breiten, reich verzierten Gürtel umschlungen wurde und an dem ein durchaus kampftauglicher Paradesäbel hing. Das grau-gestreifte Gesicht des altgedienten Kress zuckte, aber er ließ sich nicht von der Provokation hinreißen, etwas zu der Unhöflichkeit in der letzten Äußerung des Unbekannten zu sagen.
    Es war eine Sache, mit der Waffe in der Hand überfallen und bedroht zu werden, aber eine andere, dass schon im zweiten Satz der Titel nicht mehr genannt wurde. Der Unbekannte hatte die Unverschämtheit besessen, ihn nur mit dem bloßen Namen anzureden, so wie es der Pöbel untereinander zu tun pflegte.
    Die drei Angreifer trugen lange schwarze Lederumhänge, die die Waffen, die sie mit sich führten, vor neugierigen Blicken verbargen.
    Sie werden es nicht wagen , dachte der Admiral und meinte damit den Einsatz der Pistolen, die er unter den Umhängen vermutete. Jedenfalls nicht, solange das Schiff mit langsamer Fahrt über uns kreuzt … Ein Querschläger, und …
    In diesem Moment sprang er mit einem gewaltigen Satz in das schmutzige Wasser des Kanals.
    Er hasste Wasser. Er hatte es schon immer gehasst und dieser verzweifelte Fluchtversuch durch die trübe, brackige Brühe konnte nur seine Meinung bestärken. Das laute Aufklatschen beim Aufprall und das anschließende Eintauchen unter die Oberfläche dämpfte die wütenden Flüche der Angreifer in seinen Ohren. Heftig bewegte er Arme und Beine, um Tiefe zu gewinnen …
     
    *
     
    »Legen Sie mir das Gespräch in meinen Raum, David«, sagte Captain Dana Frost zum Ortungsoffizier des Leichten Kreuzers STERNENFAUST und erhob sich abrupt aus ihrem Sessel. »Sie haben die Brücke, Michael« Der zweite Teil ihrer Anweisung richtete sich an Lieutenant Commander Tong, dem sie im Vorbeigehen kurz mit der Hand auf die Schulter tippte.
    »Aye, Ma’am«, erwiderte Lieutenant David Stein und drückte den entsprechenden Knopf auf der Tastatur des Bergstrom-Empfängers. Zusammen mit Michael Tong blickte er seiner Vorgesetzten nach, die alles stehen und liegen ließ und mit raumgreifenden Schritten aus der Kommandozentrale verschwand.
    »Geduld«, sagte Tong trocken, »Sie kennen den Kode …«
    »Klar«, knurrte David, »GK 1 – erste Priorität.«
    »GK?«
    Die mit leiser Stimme vorgebrachte Frage stammte von Bruder William, dessen Anwesenheit auf der Brücke die beiden Offiziere während der vergangenen Stunden völlig vergessen hatten. Kein Wunder, verschwand doch die schmächtige Gestalt des Christophorers fast vollständig hinter einer mannshoch aufgeschichteten Monitorwand. Jeder der Bildschirme zeigte den Vertreter einer anderen galaktischen Spezies, die – jeder für

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