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Star Trek TNG - Doppelhelix 03 - Roter Sektor

Titel: Star Trek TNG - Doppelhelix 03 - Roter Sektor
Autoren: Diane Carey
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jedem Gebäude prangten Titan-Bänder wie glänzende Rippenbögen, zwei pro Seite. Stiles warf einen prüfenden Blick auf seine Truppe, um sicherzustellen, dass niemand die Formation verließ. Er wollte einen kurzen, knackigen Einsatz. Der Botschafter stand sicher an einem der Fenster der Botschaft. Alle sahen zu.
    Fünfzig Meter ...
    Der Einsatztrupp marschierte unaufhaltsam voran, die Phasergewehre an die Brust gepresst. Während Stiles seine Männer über das Pflaster führte, sah er, dass die Hitze der Schubdüsen einige der Steine unwiederbringlich geschwärzt und so das Muster auf dem historischen Platz zerstört hatte.
    Mit sicheren Schritten stieg er über die Glassplitter, die zerquetschten Früchte und die Steine, die die Aufständler geworfen hatten. Diese drängten sich jetzt um die Eskortjäger und den Transporter. Die Pojjana waren untersetzt und dick, mit runden Wangenknochen und olivfarbener Haut. Die meisten trugen gewöhnliche Kleidung. Die Männer Hemden und Hosen, die Frauen fließende Kleider. Andere aber waren in die bunten Stammestuniken gehüllt, die er auf Reisepostern gesehen hatte.
    Die Reiseagenturen konnten diese Poster jetzt genauso gut einstampfen. Niemand würde diese Schutthalde mehr besuchen wollen.
    Er warf den Demonstranten den einen oder anderen scharfen Blick zu, aber auch wenn einige die Landestützen der Schiffe berührten, zerstörten sie nichts. Jedenfalls noch nicht. Wenn etwas passieren sollte, würden die Eskortpiloten sie betäuben. Also ging Stiles schnell weiter und ließ den Einheimischen die Möglichkeit, ihm aus dem Weg zu gehen. Er führte die Truppe durch eine große Pfütze Treibstoff, der aus einem zurückgelassenen und beschädigten Behälter floss. Ihre Stiefel platschten hinein und erneuerten den Geruch.
    Dreißig Meter.
    Wutschreie, Proteste gegen die Einmischung der Stemenflotte und Beleidigungen wurden lauter, während die Truppe über den Platz marschierte.
    Das macht mich fertig. Ich lasse zu, dass es mich trifft. Mach einfach deine Arbeit, schaff die Leute aus der Botschaft und in den Transporter und verschwinde. Ignorier diese Leute. Ignorier sie einfach
.
    Zu seiner Rechten beobachtete Travis Perraton eine Gruppe pojjanischer Jugendlicher auf der anderen Seite des Botschaftszaunes. Etwas flammte auf – die Jugendlichen hatten ein mit Treibstoff getränktes Tuch angezündet.
    »Das können sie doch nicht so weit werfen, oder?«, fragte Blake hinter Stiles.
    »Das müssen sie gar nicht«, sagte Perraton. »Wir laufen gerade durch eine große Pfütze Kerosin.«
    »Benzin«, korrigierte Kadett Jeremy White von weiter hinten.
    »So oder so, es stinkt«, fügte Dan Moose hinzu, dann wandte er sich an den Mann zu seiner Linken. »Mach mal ein bisschen Platz, Foster.«
    »’tschuldigung.«
    »Ruhe da hinten«, fauchte Stiles und drehte dabei den Kopf kurz nach rechts. »Spritzt nicht zu sehr mit dem Treibstoff. Wenn wir den auf unsere Uniformen bekommen, stecken wir in großen Schwierigkeiten.«
    Und das war sein Fehler – dieser eine Blick über seine Schulter. Ein erstaunlich heftiger Schlag traf sein Schienbein direkt unterhalb der Kniescheibe und zog ihm das Bein unter dem Körper weg. Sein eigener Schwung trug ihn vorwärts. Stiles stieß einen erstickten Schrei aus, flog über die Treibstoffpfütze und stürzte auf das Pflaster. Von dort rutschte er in einen der Abfallhaufen, die auf dem Platz lagen. Indem er die Arme ausstreckte, gelang es ihm irgendwie, nicht auf seinem Phasergewehr zu landen. Stattdessen rutschte es ebenfalls über das Pflaster und krachte gegen sein Helmvisier. Dann streifte es seinen ungeschützten Kiefer. Wenn das Visier hochgeklappt gewesen wäre, hätte ihm das Gewehr ein paar Zähne ausgeschlagen.
    Ein Stiefel trat auf seinen Rücken, als Carter über Stiles stolperte und auf den Abfallhaufen fiel. Carter rollte ab und landete auf einem Knie.
    Stiles, dessen Kiefer und Knie höllisch schmerzten, krümmte sich zusammen und richtete die Waffe auf die lachende Menge. Sein Gesicht lief vor Scham rot an. Sie lachten ihn aus. Sein Wunsch von einer lehrbuchgemäßen Mission war vor seinen Augen explodiert.
    Er schmeckte Magenflüssigkeit in seiner Kehle und er verkrampfte sich, als er spürte, wie der feuchte Abfall seine Uniform durchnässte und der Gestank von Treibstoff seine Eingeweide verknotete. Der Himmel drehte sich über ihm und war voller weißer Helme und leuchtend roter Visiere, die die Nachmittagssonne

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