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Staffel I Episode 03. Die Wächter - Survivor: Staffel I - Episode 03

Staffel I Episode 03. Die Wächter - Survivor: Staffel I - Episode 03

Titel: Staffel I Episode 03. Die Wächter - Survivor: Staffel I - Episode 03
Autoren: Survivor
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1
    Jabo schrie wie am Spieß.
    Er schrie nicht aus Schmerz, obwohl dieses Ding , diese Mischung aus Mensch und Maschine, ihm den rechten Unterarm abgerissen hatte. Er schrie vor Entsetzen.
    Jabo war mit einer besonderen Fähigkeit geboren worden: Sein Körper konnte sich selbst regenerieren. Und genau das tat er gerade.
    Aber diese Gabe hatte ihre Grenzen. Offensichtlich konnte sein Körper nicht – wie etwa bei vielen Echsenarten – abgetrennte Gliedmaßen neu bilden. Er versuchte es zwar, aber das Ergebnis war scheußlich und erschreckend: Aus Jabos Stumpf wuchs ein Arm und bildete sich gleich wieder zurück. Wieder und wieder. Es war, als kämpften seine regenerativen Fähigkeiten gegen eine unsichtbare Kraft, ohne diesen Kampf für sich entscheiden zu können. Der Armstumpf verfärbte sich schwärzlich, als wäre das Gewebe in Fäulnis übergegangen, dann rosa, wie die Haut eines Neugeborenen.
    Maria, die rassige Südamerikanerin, starrte ihn schockiert an. Jabo lag mit dem Kopf in ihrem Schoß, ein Umstand, den er in seiner Situation allerdings nicht genießen konnte. Sie versuchte ihn mit ihren heilenden Kräften zu unterstützen, während Ai die Szene in stummem Entsetzen beobachtete.
    Jabo und die anderen hatten der Halbchinesin viel zu verdanken. Sie hatte ihnen allen das Leben gerettet. Wäre Ai nicht gewesen, hätten die Cyborgs sie gnadenlos niedergemetzelt.
    Jabo schrie noch immer. Er konnte den Blick nicht von dem ekelhaften Ding wenden, das zappelnd aus seinem Unterarm wuchs.
    Schließlich kniete Ryan Nash sich neben ihn und packte ihn am Kragen. »Jabo!«, rief er. »Sei still! Wir kriegen das wieder hin, okay? Aber nicht, wenn du hier alles zusammenbrüllst.«
    Doch Jabo schrie weiter.
    Ryan schüttelte ihn. »Hör auf! Dein Gebrüll hilft keinem weiter. Wir müssen nachdenken und entscheiden, was geschehen soll.«
    »Ich verfaule bei lebendigem Leibe!«, rief Jabo. »Schneidet es ab!«
    Ryan warf Dr. Gabriel Proctor einen fragenden Blick zu. Proctor war der wissenschaftliche Leiter des Unternehmens, sozusagen das Superhirn der Mission, an die allerdings nur er und Ryan sich erinnern konnten. Und obwohl Ryan der Commander war, hatte sich inzwischen herausgestellt, dass in Wirklichkeit Proctor das Sagen hatte, denn seine überragende Intelligenz, die keiner der anderen infrage stellte, hatte ihn längst zum eigentlichen Kommandanten gemacht, der die wichtigen Entscheidungen traf.
    Deshalb auch Ryans fragender Blick, als Jabo ihm nun die einzige Möglichkeit aufzeigte, den abscheulichen Armstumpf loszuwerden.
    »Nein«, erklärte Proctor, nachdem er einen Moment nachgedacht hatte. »Sein mutierter Metabolismus versucht den verlorenen Unterarm nachzubilden. Keine Ahnung, was dabei herauskommt. Aber wenn wir ihn abtrennen, wird das nichts ändern. Außerdem verliert Jabo dann noch mehr Blut.« Wieder ein kurzes Zögern. Proctor brauchte nur Sekundenbruchteile, um sämtliche Fakten und Möglichkeiten abzugleichen und die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. »Das können wir so lange wiederholen, bis sich Krebszellen bilden, und ich bezweifle, dass Jabos spezielle Fähigkeit auch die Möglichkeit einer spontanen Remission mit einschließt. Zumindest haben wir bei den Tests, die wir mit ihm gemacht haben, keinen Hinweis darauf erhalten.«
    »Tests? Was denn für Tests, du elender Drecks… aaah, verdammt!« Wieder versagte Jabo die Stimme, auch wenn es nicht allein der Schmerz war, der ihm so zusetzte. An Schmerzen war er gewohnt. Was ihm genauso sehr zu schaffen machte, war die Tatsache, dass er sich an nichts erinnern konnte. Nicht an diese Mission, nicht an die angebliche Freundschaft zu Ryan Nash, den er nie zuvor gesehen hatte, und auch nicht an die Tests, von denen Proctor sprach.
    Jabo kannte alle vier nicht. Und den zweien, die ihn zu kennen behaupteten – Ryan Nash und Gabriel Proctor –, traute er nicht.
    Verdammt, was ging hier vor? In was für einen Albtraum war er hineingeraten?
    »Was schlagen Sie denn vor, Proctor?«, fragte Ryan.
    Oh ja, dachte Jabo. Ryan Nash. Der Mann, der sich als sein Freund bezeichnete. Der Sonnyboy des Unternehmens. Der Flash-Gordon-Typ, der versuchte, jeden zu retten und der standhaft zu seinen Männern – und in diesem Fall noch zwei Frauen – hielt. Jabo war sicher, dass auch Nash irgendein düsteres Geheimnis hatte und jede Nacht zu seinem christlichen Gott betete, dass es bloß nicht ans Tageslicht kam.
    »Es muss hier so etwas wie eine medizinische

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