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Sportverletzungen

Sportverletzungen

Titel: Sportverletzungen
Autoren: Dagny Scott Barrios
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Einleitung
    Verletzungen. Ich kann auch ein Lied davon singen. Lassen Sie mich kurz zurückblenden.
    1994: Iliotibialbandsyndrom. Ich ließ mich vom Wettkampfbazillus anstecken und erhöhte meinen Kilometerumfang leichtsinnig wie eine richtige Fanatikerin. Es war das erste Mal, dass ich wegen einer Verletzung eine längere Trainingspause einlegen musste. Eine Depression machte sich bemerkbar. Ehrlich, es war nicht angenehm für die Menschen um mich herum.
    1996: Plantarfaszien. Der Schmerz in meiner Ferse wurde so schlimm, dass ich kaum mehr zu Fuß zur Arbeit gehen konnte, Laufen war ganz unmöglich. Ich verlor ein halbes Jahr an Training, gar nicht zu reden von der Begeisterung, die fast gänzlich abhanden kam. Schließlich rettete ein zweites Paar individuell angepasster Einlagen und eine Nachtschiene die Situation – und so konnte ich wieder mit dem Laufen beginnen.
    1997: Entzündung der Achillessehne. Das war völlig vermeidbar und idiotisch. Ich trainierte so hart wie nie zuvor und stellte als Mitdreißigerin persönliche Rekorde auf, Ruhetage standen gar nicht zur Diskussion. Schließlich hatte ich gar keine andere Wahl, als eine Pause einzulegen, nachdem meine Achillessehne den doppelten Umfang erreicht hatte und bei jeder Berührung schreckliche Schmerzen verursachte.
    1998: Ermüdungsbruch. Es gab kein Warnsignal. Ein Metatarsalknochen hatte genug vom harten Training. Untersuchungen ergaben keine Anzeichen eines alt gewordenen Knochens; die Ernährung war nicht die Ursache. Nachfolgende Röntgenaufnahmen zeigten allerdings, dass ein Semsambeinknochen im anderen Fuß ebenfalls einen Riss hatte. Kein Wunder, hatte ich doch etwa sechs Monate lang ständig Schmerzen.
    Sie verstehen mich. Auf meine Schul- und Universitätszeit will ich gar nicht erst eingehen. Oder die Wehwehchen, die jedem Läufer hin und wieder zu schaffen machen. Was ich hier aufgeführt habe, sind die „Höhepunkte“ meiner Jahre als Wettkampfläuferin, die Verletzungen, an die ich mich noch so gut erinnere, dass ich gar nicht in meinen Trainingstagebüchern nachschauen muss. Lästig? Ja. Vor allem jetzt, wo ich weiß, dass ich die meisten Verletzungen hätte vermeiden können. Hätte ich bei den ersten Anzeichen jeweils die richtigen Maßnahmen ergriffen, anstatt leichtsinnig mit dem normalen Training weiterzumachen, wäre mir viel Mühsal erspart geblieben – und ich hätte weniger lange mit dem Training aussetzen müssen.
    Das Gute daran: Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Parallel zu meiner Erfahrung als Läuferin hat auch meine Einstellung zum Laufen Fortschritte gemacht. Das Erstaunliche: Ich habe seit jenem Ermüdungsbruch Ende der 90er Jahrekeine größeren Verletzungen mehr gehabt. Was hat dazu geführt, dass die Verletzungsserie von einer verletzungsfreien Zeit abgelöst wurde? Wenn ich es auf einen Punkt reduzieren müsste, würde ich sagen: auf die Zeichen des Körpers achten und sie respektieren, anstatt sie zu ignorieren. Im letzten Sommer spürte ich beim Bahntraining ein Ziehen in meiner Wade. Ich wechselte sofort von meinen leichten Wettkampfschuhen zu den schwereren Trainingsschuhen. Ich versuchte eine weitere 400-m-Wiederholung, aber der Schmerz war nicht verschwunden. Ich brach die Trainingseinheit ab, ging nach Hause und legte Eis auf. Am nächsten Tag ging ich überhaupt nicht laufen. 48 Stunden und ein paar Eisbehandlungen später ging ich 30 min joggen – der Schmerz war verschwunden. Vor einigen Jahren hätte ich die Warnsignale noch ignoriert, das Bahntraining irgendwie zu Ende gebracht – und mir dabei den Muskel richtig gezerrt.
    Natürlich mache ich immer noch törichte Dinge, vor allem in der Endphase eines Trainingsprogramms. Wir machen das alle. Aber je mehr Trainingsjahre in unseren Beinen stecken, desto mehr merken wir, dass unser Körper nie lügt. Wir erkennen, dass es sich rächt, wenn wir seine Mitteilungen und Signale in den Wind schlagen. Laufverletzungen sind nicht gänzlich vermeidbar, aber sie sind zu einem guten Teil abhängig davon, wie viel Geduld Sie haben und von Ihrer Fähigkeit, auf Ihren Körper zu hören (und auf ihn zu vertrauen).
    Auch wenn Ihr Training ausgeklügelt ist und Sie den biomechanischen Gesetzmäßigkeiten genügend Beachtung schenken, gibt es keine Garantie, dass Sie sich nie eine Verletzung zuziehen. Hier sind ein paar

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