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Songkran

Songkran

Titel: Songkran
Autoren: Erik Matti
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1,80 Meter große Transsexuelle in einer femininen Tonlage. Sie führte die Hand des Japaners zu ihrem Bikiniunterteil und presste sie zwischen die Beine.
    Die Kleinere der beiden Ladyboys, nicht größer als 1,65 Meter, schmiegte sich an den Mann aus Tokio, während sie seinen Penis massierte. Der süßliche Duft ihres Parfüms und ihrer zarten Haut erregten den Japaner zusätzlich. Eine Erektion stellte sich ein.
     „What´s your name?“, fragte die Kleine mit einer bubenhaften Stimme, als ob sie in der Pubertät sei. Sie zog mit der freien Hand ihr Bikinioberteil herunter und zeigte stolz ihre Silikonbrüste mit den winzigen Nippeln.
    „My name is Hiroshi“, antwortete der Japaner leicht stöhnend. „I am from Japan“, fuhr er fort und umfasste mit dem linken Arm die Taille der Kleineren. Zaghaft wanderte seine Hand zu ihrem Gesäß herunter. Sie hob ihren Hintern, so dass Hiroshi seine Hand darunter schieben konnte. Unterdessen lutschte die Große an seinem Ohrläppchen, um dann mit ihrer Zunge in eine andere Richtung vorzustoßen. Für diese Nacht war Hiroshi im Himmel angekommen.
     
    Inspektor Gun handelte sofort. Per Funk benachrichtigte er die beiden Streifenpolizisten, die um diese Uhrzeit an der Ecke Sukhumvit Soi 4 den nächtlichen Trubel überwachten. Die beiden Beamten waren Teil einer zehnköpfigen Crew, die großflächig das touristische Nachtleben innerhalb des Lumphini Polizeireviers kontrollierte. Im Regelfall nahm der ausländische Besucher des Nana Plazas von ihrer Anwesenheit kaum Notiz.
    Als der Funkspruch die beiden Streifenpolizisten erreichte, hatten diese Schutz vor dem Unwetter unter einer Plane gefunden, die tagsüber hauptsächlich Motorradkurieren als Sonnendach diente. Die beiden Polizisten winkten einem Tuk-Tuk-Fahrer zu, der auf der Straßenseite gegenüber parkte. Der Fahrer des Dreiradtaxis kannte die beiden Polizisten und war ihnen verpflichtet, da der Stadtverwaltung die lauten und nach Abgas stinkenden Tuk-Tuks ein Dorn im Auge waren. In regelmäßigem Turnus erkaufte er das Wohlwollen der Ordnungshüter, um weiterhin im Polizeirevier Lumphini nach Fahrgästen Ausschau halten zu können. Der Zweitakter heulte auf und schob knatternd das schmutzige Regenwasser auf der Soi 4 beiseite. Das Tuk-Tuk hielt dicht am Bordsteinrand, so dass die beiden Polizisten auf die hintere Sitzbank klettern konnten. Der Taxifahrer akzeptierte die vorübergehende Konfiszierung mit Gelassenheit. Auf der Sukhumvit war der Wille der Streifenpolizisten Gesetz. Ohne zu Murren fuhr er die beiden Männer die Soi 4 entlang, bis er auf der Höhe Nana Entertainment Plaza nach rechts in den Parkplatz des Nana-Hotels einbog.
    Das verdächtige Corolla Taxi stand versteckt zwischen zwei baugleichen Fabrikaten. Der dienstältere Polizeibeamte nahm seinen Mut zusammen, stieg aus dem Tuk-Tuk und näherte sich langsam dem Toyota. Ein mulmiges Gefühl saß in seiner Magengegend. Mit zitternden Händen öffnete er den unverschlossenen Kofferraum und leuchtete mit der Taschenlampe hinein. Das, was er sah, kannte er nur von der Kinoleinwand. Im Kofferraum lagen ordentlich gestapelte Päckchen, die jeweils die Form eines Würfels hatten. Die Außenhülle war aus rotbraunem Zellophanpapier. Jeweils vier Würfel waren mit weißem Klebeband zu einer größeren Einheit verbunden. Im ersten Moment dachte der Beamte an handelsübliche Feuerwerkskörper; jedoch schienen die Pakete untereinander mit mehradrigen Drähten verbunden zu sein. Dieser Wust an Drähten lief, so vermutete er, auf das elektronische Bauteil zu, an dem eine digitale Zeitanzeige befestigt war. Der Regen drang in den Kofferraum und Tropfen bildeten dunkle Punkte auf den Zellophanverpackungen. Sachte senkte er die Klappe, ohne das Schloss einrasten zu lassen. Er spürte den Regen nicht, der ihm über das Gesicht lief und seine Uniformjacke durchnässte.
     
    „We have room upstairs“, hauchte der kleine Ladyboy dem Japaner Hiroshi ins Ohr und deutete mit seinem Zeigefinger zur Decke. Hiroshi betrachtete fasziniert die langen, violett lackierten Fingernägel seiner Gespielin. Er war kein Freund von short time rooms und bevorzugte mit den Prostituierten, ob Frauen oder Ladyboys, in sein Hotelzimmer zu gehen. Manchmal nahm er zwei oder drei mit aufs Zimmer. Geld spielte für ihn, wenn es um Sex ging, keine Rolle; vor allem bei der momentanen Stärke des Yen.
    „Later, later“, antwortete der Japaner und bestellte zwei weitere Ladydrinks bei der

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