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So sexy, so verführerisch

So sexy, so verführerisch

Titel: So sexy, so verführerisch
Autoren: Barbara McCauley
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1. KAPITEL
    Eine heiße Dusche. Ein kaltes Bier. Eine Frau.
    Callan Sinclair seufzte sehnsüchtig, wenn er an die drei Dinge dachte, die an der Spitze seiner Wunschliste standen. Nachdem er vier Stunden lang an der Baustelle in Woodbury durch Regen und Schlamm gewatet war, dreißig Minuten lang den Reifen seines Wagens gewechselt und danach fast vier Stunden unterwegs gewesen war, war das Dringendste natürlich die Dusche. Seine Jeans und Stiefel waren ganz verkrustet von getrocknetem Schlamm, und eine feine Schicht Zementstaub ließ sein schwarzes Haar grau aussehen. Und da seine Kehle völlig ausgedörrt war, kam gleich als Nächstes auf seiner Liste ein schönes, großes Glas Bier.
    Er konnte sich schon im Lokal seines Bruders am Tresen sitzen sehen, ein Glas eiskaltes Bier in der Hand, den Blick auf das Footballspiel im Fernsehen gerichtet, während aus der Jukebox ein Song von Bonnie Raitt erklang, die mit ihrer tiefen, sinnlichen Stimme die Schmerzen verlorener Liebe besang.
    Punkt drei kann bis morgen früh warten, dachte Callan, während er die Stufen zu seinem Büro im zweiten Stock hinaufging. Seine Sekretärin Abigail hatte den ganzen Tag über versucht, ihn zu erreichen. Sie hatte sich dreimal über seinen Pieper bei ihm gemeldet, als er noch auf der Baustelle war, aber er hatte vergessen, die Batterie seines Handys aufzuladen, und konnte daher nicht zurückrufen.
    Aber welches Problem auch aufgetaucht sein mochte, Callan war sicher, dass Abigail damit fertig werden würde. Sie war die klassische tüchtige Sekretärin mit ihrem zu einem ordentlichen Dutt hochgesteckten Haar, der großen Brille und den korrekten Kostümen. Tatsächlich, fand er, war sie die bestorganisierte, tüchtigste, kompetenteste Sekretärin auf der ganzen Welt. In dem einen Jahr, das sie für ihn arbeitete, war sie kein einziges Mal schlechter Laune gewesen oder hatte sonst ein unangenehmes Temperament erkennen lassen, war wunderbar im Umgang mit den Kunden und hatte ihn vor allem nie mit Informationen über ihr Privatleben behelligt.
    Callan glaubte nicht einmal, dass sie überhaupt ein Privatleben hatte, das diesen Namen verdiente. Wahrscheinlich würden die meisten sie als langweilig bezeichnen, aber was machte das schon aus? Für ihn war Abigail Thomas vollkommen in allen Bereichen, die wirklich zählten.
    Callan sah auf die Uhr, als er eintrat. Es war vier Uhr, also hatte er Zeit, sich Abigails Problem anzuhören, schnell zu Hause unter die Dusche zu gehen und danach bei seinem Bruder ein Bier zu trinken. Vielleicht würde er Shelly Michaels anrufen und fragen, ob sie ihm Gesellschaft leisten wollte. In letzter Zeit hatte er zu viel Arbeit gehabt, um mit einer Frau auszugehen, aber er und Shelly sahen sich ab und zu. Sie war sexy und amüsant und hörte nicht gleich die Hochzeitsglocken läuten, wenn ein Mann sie mehr als einmal einlud. Er war zwar dreiunddreißig und sollte wohl allmählich daran denken, eine Familie zu gründen, aber er war noch nicht so weit. Vielleicht in zwei, drei Jahren. Außerdem sollte Gabe, der älteste der Brüder, der Erste sein, der den Sprung ins kalte Wasser wagte.
    Zurzeit war die einzige Frau in Callans Leben seine Sekretärin. Seine zuverlässige, treue, unerschütterliche Abigail. Sie arbeitete jetzt schon seit fast einem Jahr für ihn oder vielmehr für
Sinclair Construction
. Aber Gabe war verantwortlich für Renovierungen sowie Umbauten und war kaum im Büro, und Lucian war Aufseher auf den Baustellen und benutzte seinen Wohnwagen als Büro. Also blieb Callan die Planung und die Führung des Hauptbüros überlassen, von der er kaum etwas verstand, da das Abigails Job war. Seit die Sinclair-Brüder vor fünf Jahren eine Baugesellschaft gegründet hatten, waren unzählige Sekretärinnen über ihre Schwelle getreten. Und dann war Abigail hereingekommen, und Callan hatte gewusst, dass er ein echtes Juwel gefunden hatte. Sie war ein Traum, der Wirklichkeit geworden war.
    Und als er jetzt die Bürotür öffnete, blinzelte er zweimal und sah sich noch einmal das Schild an der Tür an.
    Sinclair Construction
. Es war das richtige Büro.
    Aber nicht die richtige Frau.
    Eine kleine dunkelhaarige Frau mit sehr großen Brüsten, die ein tief ausgeschnittenes, enges rosa T-Shirt trug, saß an Abigails Schreibtisch. Sie sprach am Telefon, und als sie Callan sah, hob sie einen Finger, um ihm ein Zeichen zu geben, einen Moment zu warten. Dabei stellte Callan fest, dass ihre Fingernägel kirschrot lackiert

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