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Silberband 034 - Die Kristallagenten

Titel: Silberband 034 - Die Kristallagenten
Autoren: Perry Rhodan
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    Prolog
    Mit dem Auftauchen des Riesenroboters OLD MAN Ende August 2435, wird eine
fast dreißig Jahre währende Phase der friedlichen Konsolidierung des Solaren Imperiums jäh
unterbrochen. In diesen drei Jahrzehnten seit dem Sieg über die Meister der Insel wurden neue
Planeten erschlossen und kolonisiert, die solare Wirtschaft vorangetrieben und Kontakte mit
anderen galaktischen Völkern vertieft.
    Zu den wenigen Dingen, die die Verantwortlichen des Imperiums mit Sorge
erfüllen, gehören die oft tolldreisten Aktivitäten einer Organisation, die sich ›Kosmische
Freihändler‹ nennt. Ihr offizielles Oberhaupt ist ›Kaiser‹ Lovely Boscyk, doch tatsächlich liegt
die Macht in den Händen eines jungen Mannes, der sich wie ein adliger Stutzer aus der Zeit vor
der französischen Revolution gibt: ›König‹ Roi Danton. Nur wenige Eingeweihte wissen, daß Danton
in Wirklichkeit Rhodans Sohn Michael Reginald ist, der die Anonymität wählte, um seinen eigenen
Weg zu gehen.
    Bei einem Scheingefecht zwischen Roi Dantons Freifahrern und Perry Rhodans
Männern auf dem Planeten Rubin geschieht es: Das Gefecht wird von OLD MAN beobachtet, und der
Riesenrobot zieht daraus den Schluß, daß sich die Menschheit, infolge eines Sieges der MdI,
zersplittert hat. Und für diesen Fall existiert eine uralte Programmierung: Angriff auf alle
terranischen Einheiten, wo immer man auf sie trifft!
    Bei einem Einsatz im Innern OLD MANS machen Don Redhorse und seine. Begleiter
die verblüffende Feststellung, daß der Robot mit seinen Tausenden von Ultraschlachtschiffen vor
mehr als 50.000 Jahren erbaut worden ist – von der Besatzung des Flottentenders DINO-III,
die im Krieg gegen die MdI in die Vergangenheit ging, um den dort Vermißten Rettung zu bringen.
OLD MAN sollte ein Geschenk für die Menschheit der Realzeit sein. Nun sieht es so aus, als würde
er ihren Untergang herbeiführen.
    Dies erscheint um so wahrscheinlicher, als die Kristallagenten auftauchen und
den Giganten übernehmen. Wer in ihren Bann gerät, gehorcht dem Willen einer unheimlichen
Macht – ob Mensch oder bloßes Gehirn, das fünfzig Jahrtausende überlebt hat …

 
    1.
    Erdgeborene Menschen, gemeinhin Terraner genannt, sagten ihren nicht weniger
menschlichen, jedoch nicht auf Terra geborenen Artvertretern nach, sie seien in ihrer
Moralauffassung zu freizügig und als raumfahrendes Personal im Dienst ›fragwürdig
diszipliniert‹.
    Der Begriff ›fragwürdig diszipliniert‹ war bereits Anlaß zu vielen Diskussionen gewesen.
    Man hätte ›den Nagel auf den Kopf getroffen‹, stellten jene Terraner fest, die ihn einmal
geprägt hatten. Fest stand, daß er nicht mehr aus der Welt zu schaffen war. Damit war aber noch
immer nicht geklärt worden, ob die Disziplin der nicht auf Terra geborenen
Raumschiffbesatzungen schlechter war als die der Terraner.
    An diesem 20. Oktober des Jahres 2435 nach Christi sah es jedoch ganz danach aus, als hätten
die Terrageborenen recht.
    Ein Funksergeant der Solaren Flotte hätte es beispielsweise niemals gewagt, ohne besonderen
Befehl einen Allroundfunkspruch abzusetzen; besonders dann nicht, wenn der private Charakter
eines solchen Spruches unter keinen Umständen zu leugnen war.
    Noris Menehl, Funksergeant auf dem USO-Flaggschiff IMPERATOR III, war kein Terraner. Er hatte
auf Mukal IV das Licht der Sonne erblickt und von seinem Vater, einem Großwildjäger, achtzehn
Jahre lang gehört, die persönliche Freiheit eines Mannes sei höher zu bewerten als alle anderen
Dinge im weiten Universum. Diese eigene Weltanschauung, obwohl prinzipiell richtig, hatte Noris
Menehl während seiner Ausbildung auf der USO-Akademie etwas korrigieren müssen.
    Man hatte seine persönliche Freiheit selbstverständlich niemals angetastet, dafür aber von ihm
Dinge verlangt, die im Dienstbetrieb der Flotte nicht ausbleiben konnten. Zu diesen Dingen, die
Menehl bereits als rechteschmälernd einstufte, gehörte auch das Absitzen einer gewissen
Zeitspanne im großen Funkraum der IMPERATOR.
    Mehr als ein Absitzen war es nicht. Die IMPERATOR III stand als Führungsschiff eines starken
Flottenverbandes im Aufmarsch- und Ausfallsektor Morgenrot an den südlichen Grenzen der
Milchstraße. Befehlshaber war der Chef der USO, Lordadmiral Atlan.
    Dem zehntausendjährigen Arkoniden fiel in diesen Tagen keine andere Aufgabe zu, als zu warten.
Niemand wußte genau, was das plötzliche Auftauchen des Riesenroboters OLD

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