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Sephira - Ritter der Zeit 2: Das Blut der Ketzer (German Edition)

Sephira - Ritter der Zeit 2: Das Blut der Ketzer (German Edition)

Titel: Sephira - Ritter der Zeit 2: Das Blut der Ketzer (German Edition)
Autoren: Corina Bomann
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Prolog: Das Herz des Kriegers
     
    D as Beduinenlager befand sich am Fuße des Gebirges. Um die Feuerstelle in der Mitte drängten sich etwa dreißig Zelte, die im Licht der Abendsonne wie blutgetränkt wirkten. Etwas abseits davon standen Kamele und Pferde in einem provisorisch errichteten Pferch.
    Während die Frauen mit Körben auf dem Kopf von der Suche nach Kameldung zurückkehrten, schärften die Männer ihre Waffen oder reparierten ihre Sättel. Noch spielten zwischen den Zelten die Kinder munter mit Steinen, doch bald würden sie sich ebenso wie die Älteren am großen Feuer versammeln, denn die Nächte in der Wüste waren eisig.
    Der Reiter, der das Treiben im Lager von einem schmalen Felsplateau aus beobachtete, tätschelte die Mähne seines Rappen. Sein Gesicht war bis auf die Augen unter einem schwarzen Tuch verborgen, sein Gewand lag eng an seinem hageren Körper an. Der Anblick der umherwuselnden Menschen ließ eine Erinnerung vor sein geistiges Auge treten. Er sah den Innenhof einer Burg, belebt von zahlreichen Wachen und Kriegern. Ein blutgetränktes Banner flatterte über ihren Köpfen.
    Ich wäre der mächtigste Mann des Landes geworden.
    Der Verrat seines treuesten Untergebenen hatte ihn beinahe alles gekostet. Wie lange lag das schon zurück …
    Er schob die Bilder beiseite und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf das Lager. Sein Interesse galt einem schwarzhaarigen Jungen von vierzehn Sommern, der ein wenig abseits mit seinem Schwert übte. Obwohl der Bursche noch kein richtiger Mann war, sah er in ihm alles, was einen guten Kämpfer ausmachte. Seine Bewegungen wirkten geschmeidigund vollkommen mühelos. Sein Blick war wachsam und seine Reflexe waren gut ausgeprägt. In ein paar Jahren würde er der perfekte Krieger sein. Und wenn er die Gabe erhalten hatte, würde er es mit jedem Gegner, egal ob sterblich oder unsterblich, aufnehmen können.
    Doch etwas anderes an dem jungen Mann hatte die Aufmerksamkeit des Beobachters auf ihn gelenkt. Geradezu unheimlich war die Ähnlichkeit zu jenem Mann, der sein Todfeind geworden war. Jenem Mann, der ihn um das Kostbarste betrogen hatte, das er besessen hatte. Dieser Bursche war einer von dessen Nachkommen, daran zweifelte der Reiter nicht. War die Zeit seiner Rache endlich gekommen?
    Als die Sonne hinter dem Horizont versank, wendete er den Rappen und lenkte ihn den schmalen Pfad hinunter, den außer ihm nur noch wenige kannten. Selbst die Bewohner des Lagers waren nie auf die Idee gekommen, hierherauf zu kommen. Die andere Seite des Gebirges war ihnen unbekannt.
    Hinter den Felsen, bereit, seine Befehle auszuführen, lagerten zwanzig bis zu den Zähnen bewaffnete Krieger und warteten nur auf ein Zeichen von ihm.
    Dort angekommen zügelte der Reiter sein Pferd. »Hassan!«
    Unverzüglich eilte der so gerufene Krieger herbei. In der Abendsonne leuchtete sein Haar wie Feuer. Obwohl in seinen Augen Wahnsinn glomm, war er einer der besten Männer seines Herrn.
    »Was kann ich für Euch tun, Herr?« In seiner Stimme schwang noch immer der Nachhall einer Sprache mit, die er schon vor vielen Jahren hinter sich gelassen hatte, doch von dem Mann, der einst auszog, um das Heilige Land zu befreien, war nichts mehr übrig.
    »Der Zeitpunkt ist günstig. Sobald die Nacht hereinbricht, werdet ihr zuschlagen.«
    »Und der Junge?«
    »Ich versuche ihn vom Lager wegzulocken, damit er nicht mitbekommt, was geschieht. Sollte mir das nicht gelingen, achtet darauf, dass ihr ihn nicht verwundet und dass er auch eure Gesichter nicht sieht. Wenn er in mir seinen Retter erkennt, wird er mir leichter folgen.«
    »Verstanden, ich sage den Männern Bescheid.«
    Hassan verneigte sich kurz, dann wandte er sich um und rief die Soldaten zusammen. Nach kurzer Besprechung brachen sie in Windeseile ihre Zelte ab. Wenig später setzte sich die kleine Armee in Bewegung und folgte dem Reiter, der bereits wieder auf dem Weg zum Felsplateau war.
     
    Das Lagerfeuer loderte hoch in den Himmel und legte einen warmen Schein auf die Gesichter der Stammesmitglieder, die sich hier versammelt hatten, um den Erzählungen der Alten zu lauschen. An diesem Abend war Bakr an der Reihe, einer der Ältesten, der nur noch auf einem Auge sehen konnte, aber die interessantesten Geschichten zum Besten gab.
    »Man erzählt sich, dass einer unserer Anführer damals gegen die Ungläubigen gekämpft hat«, berichtete er voller Inbrunst. »Er war einer der besten Männer, die je gesehen wurden! Viele meinten, er

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