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Seine Zeit zu sterben (German Edition)

Seine Zeit zu sterben (German Edition)

Titel: Seine Zeit zu sterben (German Edition)
Autoren: Albert Ostermaier
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böser Scherz gewesen, die Perversion eines Irren. Langsam schob sie mit ihrem Handschuh den Vorhang zur Seite und entdeckte den Pfarrer. Er war tot. Schusswunde im Herzen. Von dort stammte das Blut und hatte seine Spur gezogen. Sie überprüfte die andere Seite, nicht dass dort …, nein, die Seite des Beichtenden war leer. Von hier aus musste er geschossen haben. Warum nur? Warum erschoss einer mitten in den Bergen beim Beichten den Pfarrer? Jetzt erst entdeckte sie, dass auf dem Schoß des Pfarrers ein Gebetbuch lag, dass seine Finger auf Zeilen zeigten. War es Zufall? Sie fotografierte den Tatort, das Gesicht des Paters blitzte auf, seine toten Augen. Jetzt erst beugte sie sich vor und leuchtete auf den Text.
    »Töten hat seine Zeit«, las sie. War es das? »Alles hat seine Zeit«, stand weiter oben. Alles hat seine Zeit, ja, dachte sie, und sie musste sich zwingen, konzentriert zu bleiben. Das Blut auf dem Buch, der Finger musste abgerutscht sein. Der Täter wollte uns doch etwas zeigen. Sie schob langsam den Finger mit der rechten Hand weg, während sie mit der linken die Taschenlampe hielt. »Geboren werden hat seine Zeit«, ihr wurde schlecht. Ihr war, als setzten ihre Wehen ein, was ja völlig absurd war. »Geboren werden hat seine Zeit«, fing sie von vorne an und dort, keinen Atemzug weiter … Sie erschrak. Das war es, worauf er zielte. Sie hatte gar nicht den Raum gesichert. War er am Ende noch da? Sie blickte sich panisch um, blickte zurück auf das Buch. »Sterben hat seine Zeit« stand da.

EPILOG
    Er stand am Ufer des Schwarzsees. Er hatte die ganze Nacht kein Auge zugetan, war direkt hierher gekommen. Der Slalom würde stattfinden, die Stangen würden gesteckt, das Rennen weitergehen. Der Wilde Kaiser. Dieser Himmel wieder. Die Schönheit war nicht aufzuhalten, dachte Grünsee sich und schaute auf seine Armbanduhr. 7.40 h. In einer Minute müsste die Sonne aufgehen. Da war sie.

DANKE
    Fritz, von dem ich lernte und sah, dass Schnee brennen kann.
    Clemens, für die Einblicke und Blickfänge.
    Raimund, für die Wege um Deinen Schreibtisch, ohne die ich den Weg in den Roman nie gefunden hätte.
    DJ Hell für »The Angst«.
    Der Bergbahn Kitzbühel, für eine Liftdurchsage vor zwei Wintern, mit der alles begann.

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