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SchmerzLust: Mein geheimes Leben als Domina (German Edition)

SchmerzLust: Mein geheimes Leben als Domina (German Edition)

Titel: SchmerzLust: Mein geheimes Leben als Domina (German Edition)
Autoren: Lady Ariana , Astrid della Giustina
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DAS ERWACHEN
DER SCHMERZLUST
     
     
     
    Mein Sternzeichen ist der Zwilling.
    Bis zu meinem dreißigsten Lebensjahr habe ich von einer Zwiespältigkeit nichts gemerkt. Ich war zur Gefährtin geboren, so dachte ich, und das Vorhandensein einer alternativen Persönlichkeit spürte ich nicht. Da war nichts.
    Nur ... die Gefährtin.
    Und dann lernte ich die Sadistin kennen.
    Es sind manchmal Kleinigkeiten, die unser Leben grundlegend verändern. Bei mir war es der Satz: »Du kannst alles mit mir machen.«
    Und so fing es an:
    Der Beginn des neuen Millenniums brachte für meine Familie und mich einige Katastrophen mit sich, ebnete damit aber auch meiner bis dato schlummernden Berufung den Weg.
    Doch ich muss der Reihe nach erzählen.
    Meine Ehe mit Daniel plätscherte seit mehreren Jahren nur noch so dahin. Nein, das ist nicht richtig formuliert. Eigentlich war sie längst tot, aber keiner von uns beiden wollte es wahrhaben. Im Juni 2000 entschloss ich mich, ihn auf eine Trennung anzusprechen. Ich hatte mich auch schon nach einer bezahlbaren Wohnung umgeschaut. Trotz unserer offensichtlichen Probleme fiel er aus allen Wolken und flehte mich an, uns noch eine Chance zu geben, einen neuen Anfang zu versuchen. Da ich ein beständiger Mensch bin, Daniel immer noch liebte und darüber hinaus mein Ehegelöbnis sehr ernst genommen hatte, willigte ich ein und hoffte auf Besserung. Im Grunde hoffte ich auf ein Wunder, denn Daniel war nun mal so, wie er war. Aber wie heißt es immer so schön: Die Hoffnung – oder vielleicht auch die Dummheit – stirbt zuletzt.
    Während wir also noch intensiv mit uns beschäftigt waren, bahnte sich nur eine Tür weiter der nächste Schicksalsschlag an. Die zweite Ehefrau meines Vaters, Marlene, erkrankte an Krebs, und es bestand nur eine geringe Aussicht auf Heilung. Zeitgleich standen meine Familie und ich noch vor dem Problem, dass meine weit entfernt lebenden Großeltern mütterlicherseits sich nicht mehr selbst versorgen konnten. Meine Mutter und ich mussten ganz schnell zu ihnen fliegen, um eine befriedigende und finanzierbare Lösung zu finden. Drei Tage später brachen wir auf. Nach knapp einer Woche bei meinen Großeltern erfuhren wir, dass Marlene gestorben war. Wir waren fassungslos, dass es nun so schnell passiert war. Leider hatten wir auch die Großeltern in schlechterem Zustand als angenommen vorgefunden und waren noch zu keinem akzeptablen Ergebnis gekommen. Fieberhaft arbeiteten wir an einer Notlösung und flogen so bald wir nur irgend konnten wieder zurück nach Hause, um uns auf Marlenes Beerdigung von ihr zu verabschieden. Ich habe meinen Vater noch nie so leiden sehen. Er hatte seine Frau sehr geliebt. Sein einziger Trost waren Marlenes Tochter Helen, die, seit sie sieben Jahre alt war, für ihn mit zur Familie gehörte. Und ich natürlich, sein einziges leibliches Kind. Mir war klar, dass ich mich die nächste Zeit intensiv um meinen Vater kümmern müsste, gemeinsam mit Helen. Ich wappnete mich innerlich und hoffte auf Stärke.
    Ich ahnte noch nicht einmal im Ansatz, wie sehr ich sie brauchen würde, denn am Tag nach der Beerdigung teilte mein Mann mir mit, dass er via Internet eine andere Frau kennengelernt hatte und mich nun verlassen würde. Derselbe Daniel, der mich vor nur drei Monaten angefleht hatte, es bitte, bitte, bitte noch einmal mit ihm zu versuchen. Der gebrochene Vater, die pflegebedürftigen Großeltern und nun auch noch der Scherbenhaufen meiner Ehe – ich fühlte keinen Boden mehr unter den Füßen.
    Gerne hätte ich Daniel sofort aus unserer Wohnung verbannt, aber das ging leider nicht. Zum einen wollte er nicht sofort zu seiner neuen Freundin nach Baden-Württemberg ziehen, bevor er dort nicht einen Job gefunden hatte, und musste nun erst mal eine Wohnung in der Nähe für sich finden. Zum anderen hätte ich meinem Vater eine weitere Katastrophe zu diesem Zeitpunkt nicht zumuten können. Er brauchte die Sicherheit einer stabilen Familie, und einer der wenigen Lichtblicke in seinem Leben war es damals, sich vorzustellen, dass Daniel und ich bald für Nachwuchs sorgen würden. Das alles war eine absolute Farce, aber so lebten wir noch fast ein halbes Jahr unter dem gleichen Dach, bis Daniel endlich auszog.
    In dieser schweren Zeit war Helen eine große Hilfe. Bis zu diesem Moment hatten wir nicht wirklich viel miteinander zu tun gehabt. Wir sahen uns auf Familienfesten und übten uns in Smalltalk. Das war’s. Doch die schwere Zeit schweißte uns

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