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Schlangen im Paradies

Schlangen im Paradies

Titel: Schlangen im Paradies
Autoren: Mary Higgins Clark
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Mary Higgins-Clark

    Schlangen im Paradies

    In diesem kriminalistischen Liebesroman versteht es Mary Higgins-Clark mit ungewöhnlichem Geschick, spannende Handlungsfäden mit fesselnden Schauplätzen zu verbinden und schillernde Charaktere psychologisch überzeugend auszuloten.

    Erste Auflage 1988
    Einzig berechtigte Übersetzung aus dem Amerikanischen von Liselotte Julius.
    Titel des Originals: «Weep No More, My Lady»
    Scherz Verlag , Bern, München, Wien
    ISBN 3-502-10333-x

    Buch

    In der luxuriösen Umgebung einer exklusiven Schönheitsfarm versucht eine junge Schauspielerin, die stets im Schatten ihrer extravaganten Schwester stand, über deren plötzlichen Tod Klarheit zu gewinnen.
    Aber in diesem scheinbaren Paradies lauert das Böse und bedroht nicht nur Elisabeths Leben und ihre Liebe zu einem ins Zwielicht gera-tenen Mann, sondern auch mehr als nur den Seelenfrieden einiger in dieser vermeintlichen Oase des Friedens versammelten Gäste …

    «Mary Higgins-Clark gehört zum kleinen Kreis der großen Namen der heutigen Spannungsliteratur.»
    New York Times

    Autorin

    Mary Higgins-Clark zählt heute zu den bedeutendsten Bestseller-Autorinnen Amerikas. Die internationale Kritik feiert die Autorin als
    «Königin der Spannung». Die Mutter von fünf Kindern schrieb Kurzge-schichten und Hörspiele, bevor ihr 1975 mit dem Roman «Win-tersturm» der Durchbruch gelang.

    Mary Higgins-Clark
    Schlangen
    im Paradies
    Roman
    Aus dem Amerikanischen von
    Liselotte Julius
    Scherz

    Prolog
    Juli 1969
    Die Sonne tauchte Kentucky in glühende Hitze. Die achtjährige Elizabeth suchte, in eine Ecke der schmalen Veranda gedrückt, Schutz in dem spärlichen Schattenstreifen, den das überhängende Vordach warf. Das Haar, obwohl zurückgebunden, lastete ihr schwer im Nacken. Die Straße war menschenleer, die meisten Leute hielten entweder ihren sonntäglichen Mittagsschlaf oder tummelten sich in der städtischen Badeanstalt. Sie wäre auch gern schwimmen gegangen, hütete sich aber wohlweislich, um Erlaubnis zu bitten. Ihre Mutter und Matt hatten den ganzen Tag über getrunken und dann zu streiten angefangen. Sie haßte diese Auseinandersetzungen, besonders im Sommer, wenn die Fenster offenstanden. Alle Kinder hörten dann auf zu spielen und lauschten interessiert. Diesmal war der Krach wirklich lautstark ausgefallen. Ihre Mutter hatte Matt wüste Schimpfworte ins Gesicht geschrien, so lange, bis er sie wieder schlug. Jetzt schliefen sie beide, schlaff hingestreckt, ohne Bettdecke, die leeren Gläser neben sich auf dem Fußboden.
    Wenn doch ihre Schwester Leila bloß nicht jeden Samstag und Sonntag arbeiten würde! Bevor Leila den sonntäglichen Job annahm, hatte sie den Tag ausdrücklich für Elizabeth reserviert und ihn gemeinsam mit ihr verbracht. Die Mädchen in Leilas Alter zogen meistens mit Jungen herum, doch Leila nie. Sie wollte nach New York und Schauspielerin werden und nicht in Lumber Creek, Kentucky, hockenbleiben. «Weißt du, Spatz, was der Haken bei all diesen Provinznestern ist? Da heiratet jeder gleich nach der High School, und das Ende vom Lied ist dann ein Haufen plärrender Gören mit vollgekleckerten Turn-hemden. Das bitte nicht mit mir.»
    Elizabeth hörte Leilas Schilderungen über ihre Zukunft als Star andächtig zu, auch wenn sie ihr zugleich Angst einflößten.
    Sie konnte es sich nicht vorstellen, in diesem Haus zusammen mit Mama und Matt zu leben – ohne Leila.
    Zum Spielen war es zu heiß. Leise stand sie auf und zog ihr T-Shirt unter dem Gurtband der Shorts zurecht. Sie war ein mageres Kind, langbeinig, auf der Nase ein paar hingetupfte Som-mersprossen. Ihre weit auseinanderliegenden Augen hatten einen ernsthaften, erwachsenen Ausdruck – «Prinzessin Rühr-michnichtan» nannte Leila sie. Leila erfand ständig Namen für alle Welt – manchmal lustige, manchmal aber auch recht gehässige, wenn sie die Leute nicht mochte.
    Im Haus war es womöglich noch heißer als auf der Veranda.
    Die grelle Nachmittagssonne schien durch die schmutzigen Fenster auf die Couch mit den durchgesessenen Sprungfedern und dem an den Nähten bereits herausquellenden Werg, auf den Li-noleumboden, dessen ursprüngliche Farbe man schon gar nicht mehr erkennen konnte und der unter dem Ausguß voller Risse und Buckel war. Vier Jahre wohnten sie jetzt hier. An das andere Haus, in Milwaukee, konnte sich Elizabeth nur noch schwach erinnern. Es war ein bißchen größer, mit einer richtigen Küche, zwei Badezimmern und einem

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