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Sarum

Sarum

Titel: Sarum
Autoren: Edward Rutherfurd
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V ORBEMERKUNGEN
Der Name Sarum
    Der Begriff Sarum ist im Grunde eine ungenaue Lesart der Abkürzung, die mittelalterliche Schreiber benutzten, wenn sie den Namen des heutigen Salisbury schrieben.
    Wenn die Menschen die Hand des Schreibers auch falsch deuteten – der Name gefiel ihnen, und die Bezeichnung Sarum wurde in Schrift und wahrscheinlich auch in Wort siebenhundertfünfzig Jahre lang in den Berichten über die Stadt, die Diözese und die Gegend von Salisbury gebraucht.
    Aus Gründen der Klarheit habe ich mich entschlossen, in diesem Roman durchgängig den Terminus Sarum für das unmittelbar um die City liegende Areal beizubehalten. Bei der Beschreibung der verschiedenen Siedlungen oder Städte dieser Gegend habe ich dagegen jeweils jene Namen verwendet, die ihnen während der Zeit eigen waren, zu der sie im Bericht eine Rolle spielen: Sorviodunum in römischer, Sarisberie in normannischer Zeit und später Salisbury. Alt-Sarum ist die entsprechende Bezeichnung der ursprünglichen Stadt und als solche im Kontext verwendet.
Der Roman Sarum
    Sarum ist ein Roman und soll als Roman gelesen werden. Die Familien Porteus, Wilson, Shockley, Mason, Godfrey, Moody und Barnikel sind erfunden, ebenso die Rollen, die sie bei den dargestellten Ereignissen zugeteilt bekamen.
    Ich habe jedoch soweit wie möglich versucht, das Schicksal dieser erfundenen Familien über die Jahrhunderte hinweg zwischen Menschen und Begebenheiten anzusiedeln, die entweder wirklich oder doch wahrscheinlich existiert beziehungsweise sich abgespielt haben.
    In den Kapiteln der Prähistorie habe ich die Daten frei gewählt und das Geschehen gerafft, dies jedoch nach Rücksprache mit Fachleuten, die mich freundlicherweise beraten haben. Der Leser sei darauf hingewiesen, daß das Datum der Trennung der britannischen Insel vom europäischen Festland im allgemeinen zwischen 9000 und 6000 v. Chr. festgelegt ist.
    Es herrscht nach wie vor Unklarheit über die religiösen, astronomischen und baulichen Praktiken in Stonehenge; ich war so frei, unter den vielen vorhandenen Theorien meine eigene Wahl zu treffen. Verschiedentlich habe ich dem Text historische Informationen eingefügt, die dem mit der englischen Geschichte nicht unmittelbar vertrauten Leser Orientierungshilfen geben sollen. Sie erheben keinen Anspruch auf detaillierte historische Darstellung – sie sind lediglich Wegweiser.
Topographie und Avonsford
    Es gibt derart viele Orte, Höhenburgen und natürliche Charakteristika um Sarum, daß ich, um einer Verwechslung der Schauplätze vorzubeugen, eine Veränderung der Landschaft für notwendig hielt. Der Ort Avonsford existiert nicht. Er ist eine Zusammenschau von Plätzen und Bauwerken aus dem gesamten Areal, und ich habe ihn irgendwo im Tal des Avon angesiedelt, das nördlich von Salisbury liegt und das ich aus erzählerischen Erwägungen Avon-Tal nenne. Es mag interessieren, daß insbesondere folgende von mir nach Avonsford verlegte Einzelheiten im Umkreis einiger Meilen von Salisbury tatsächlich existieren oder existiert haben: ein Gehöft aus der Eisenzeit, eine römische Villa, Felder, die die Namen Paradies und Fegefeuer trugen, ein Erdlabyrinth, aufgeschüttete Einfriedungen, Becken zum Auffangen des Taus, Walkmühlen, Taubenschläge, verschiedene Herrenhäuser, Kirchen mit dem typischen Kastengestühl.
    Wenn andere Örtlichkeiten zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Bezeichnungen trugen, wählte ich die bekanntesten wie im Fall von Grovely Wood und Clarendon Forest. Longford liegt im Roman etwas näher an Clarendon als in Wirklichkeit. Die Straßennamen von Salisbury haben sich im Lauf der Zeit ebenfalls geändert, aber ich möchte den Leser keineswegs mit allzuviel Information verwirren. Die Beschreibung von Salisbury, Christchurch, Wilton und AltSarum entspricht der Wirklichkeit.
Familiennamen und Herkunft
    Die fiktiven Familiennamen – Wilson, Mason und Godfrey – sind gängige Namen, die man in fast jeder englischen Stadt finden kann. Der Ursprung der beiden ersten entspricht im Roman dem allgemein vermuteten; die Ableitung der Godfreys von Avonsford ist erfunden, doch typisch für die Herleitung von Namen normannischen Ursprungs. In den letzten Jahrzehnten haben Historiker und Archäologen in vielen Teilen Englands sich häufende Beweise anscheinend kontinuierlicher Inbesitznahme des Landes gefunden. Wenn auch generell richtig ist, daß die sächsische Besiedlung das britannische Volk allmählich nach Westen abdrängte, darf man

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