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Saphar - Das gefrorene Portal (German Edition)

Saphar - Das gefrorene Portal (German Edition)

Titel: Saphar - Das gefrorene Portal (German Edition)
Autoren: Sindy Schröter
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etwas von dir vergessen könnte. Höchstens das Alter würde mir mal einen Strich durch meine Rechnung machen.“
    Beide lachten und Aeris legte ihren Kopf auf seine Schulter. In solchen Augenblicken vermisste sie ihre Mutter am meisten. Wie gerne h ätte sie ihren Kopf auch auf ihre Schulter gelegt und den Duft von Lilien wahrgenommen. Es waren die Lieblingsblumen von Laila gewesen. Immer im Sommer konnte man im Haus und dahinter Lilien riechen. Sie waren überall gepflanzt.
    Als sie dann starb, wurden alle Lilien von Gwen entfernt. Er konnte es nicht ertragen st ändig umgeben von diesem Duft zu sein und seine geliebte Frau trotzdem nicht mehr in seinen Armen halten zu dürfen. Seitdem wurden sämtliche anderen Blumen gepflanzt. Aber man fand keine einzige Lilie mehr vor.
    „ Ich werde jetzt das Abendbrot zubereiten Papa.“ Sie wollte gerade aufstehen, als sie von ihrem Vater gebremst wurde. „Nein mein Liebes. Lass mich das Abendessen machen. Womöglich vergiftest du uns beide noch.“ Aeris ihre Augen weiteten sich verdutzt.
    „ Du auch noch? Jetzt fängst du auch noch an? Erst Faryll und jetzt du? Ihr seid gemein.“
    Sie l ächelte und ließ ihren Vater ins Haus hinein gehen. Die Vögel kreisten am Himmel und erweckten den Eindruck als würden sie sich gegenseitig fangen wollen. Dann musste sie an Avodia denken. Sie dachte an das Portal und an diese Gegend, die sich dahinter befand. Wie konnte es möglich sein, dass es ein Portal wie dieses gab, was sich vollkommen unbemerkt in einer Gegend wie dieser befinden konnte. Warum war dieser Ort von so großer Bedeutung für die Wächterin, dass sie es vorzog, sich drei Jahre nicht bei ihr zu melden? Fragen über Fragen, fingen an sich in ihrem zu Kopf zu verbreiten. Fragen, auf die nur Avodia Antwort geben konnte. Und was noch viel schlimmer für sie war, das sie mit niemandem darüber reden konnte, noch nicht einmal mit Faryll. So kam es, dass Sie gedankenversunken auf der Bank saß und noch nicht einmal mitbekam, wie ihr Vater sie zum Essen kommen rief. Die Zeit schien rasend schnell vergangen zu sein, als sie an das Portal dachte und was dahinter stecken könnte. Daher blickte sie irritiert in die Richtung, aus der ihr Vater rief, und lief hinein in die Küche. „Ist das Essen schon fertig Papa?“
    Verwundert schaute sie auf den K üchentisch und entdeckte den bedeckten Tisch mit vielen Leckereien.
    „ Du warst so in Gedanken versunken, dass du vorhin noch nicht einmal mit bekommen hast, dass ich dich mehrmals gefragt habe, ob du einen bestimmten Wunsch hast, was das Essen betrifft. Also hab ich von jedem etwas aufgetragen.“ Aeris errötete etwas und setzte sich hin.
    „ Danke Papa. Bitte entschuldige, dass ich deine Frage nicht mitbekommen habe. Ich war in der Tat in Gedanken versunken.“ Gwen faltete seine Hände und blickte in das Gesicht seiner Tochter.
    „ Du warst heute das erste Mal am See seit dem Geschehen von damals. Ist alles in Ordnung mit dir?“ Aeris erschrak und blickte fassungslos in das Gesicht ihres Vaters.
    „ Woher weißt du davon? Ich hatte es dir nicht gesagt gehabt.“ Der Mann kratzte sich mit der rechten Hand an der Schläfe. „Ich hab Faryll darum gebeten. Daher weiß ich davon. Ich fand, dass es an der Zeit wurde, dich damit auseinanderzusetzen, um abzuschließen. Gib also nicht ihm die Schuld. Es war meine Idee.“ Aeris blickte verwirrt in die Augen ihres Vaters, aber sie konnte ihn verstehen. Nach den Geschehnissen von damals sah sie immer in ihren Träumen den ausgetrockneten See und die schreienden Soldaten, die unter dem brennenden Baum lebendig begraben wurden. Nächtelang wachte sie schreiend auf und Gwen war es, der sofort bei ihr war und sie wieder beruhigte. Sie konnte es ihm nicht übel nehmen, in keiner Weise. Selbst heute noch muss sie daran denken. Aber es wurde immer weniger. Und heute an diesem Ort gewesen zu sein, hat es nun noch leichter für sie gemacht, zu versuchen diese schrecklichen Bilder zu vergessen. Auch Faryll nahm sie es nicht übel. Er war immerhin auch jener, der schon seit längerer Zeit von sich aus versucht hatte, Aeris dazu zu bewegen den See besuchen zu gehen. Weit vorher bevor Gwen ihn gebeten hatte sie dahin zu bringen.
    „ Nein Papa. Ich gebe niemanden die Schuld. Es war der richtige Weg. Lieben Dank.“
    Sie l ächelte ihrem Vater zu und beide unterhielten sich weiterhin angeregt miteinander, bis es für Aeris Zeit wurde, in ihr Bett zu gehen. Jeden Abend las sie mindestens noch

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