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Sandra und das Haus in den Hügeln

Sandra und das Haus in den Hügeln

Titel: Sandra und das Haus in den Hügeln
Autoren: Margot Kreuter
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Jutta ist fort

    Sandra stand im Schlafanzug im Badezimmer und überlegte, wie heiß ein heißer Wickel sein sollte, durfte, mußte.
    Ihr Hals war rauh wie ein Reibeisen.
    Sandra hatte eine Erkältung. Eine zünftige. Mit allem, was dazugehörte: Triefaugen, laufende Nase, Schluckbeschwerden. Sie hatte sie sich vor zwei Tagen geholt, am Samstag, als sie mit einer Gruppe aus ihrer Klasse selbstgebastelte Strohsterne und Christkindl an einem zugigen Stand auf dem Weihnachtsmarkt verkaufte. Heute morgen hatte sie deshalb die Schule versäumt. Jetzt konnte ihr nur noch eine Gewaltkur helfen.
    Sie mußte — mußte — mußte! — morgen fit sein!
    Nicht der Schule wegen. Auf die konnte Sandra gern noch ein paar Tage verzichten. Aber ihre Schulkameradin Doris gab morgen ihre Geburtstagsparty, und die durfte Sandra auf keinen Fall versäumen! Deshalb verbrühte Sandra sich jetzt die Hände am heißen Essigwasser.
    Das Telefon läutete.
    Sandra schlang die heiße, nasse Serviette um ihren Hals, schrie: „Aua!“ als die Hitze ihre Kehle traf, und lief, ein trockenes Handtuch über die tropfende Serviette wickelnd, in den Flur, wo das Telefon stand.
    „Sandra Faber“, krächzte sie heiser in den Apparat.
    „Hier ist Ingrid. Grüß dich. Wie geht’s dir?“ fragte ihre Schulkameradin Ingrid Beyer.
    „Lausig“, stöhnte Sandra. „Aber nett, daß du dich erkundigst. Hast du vielleicht einen Geheimtip, wie man eine Knollennase wegschminken kann? Ich werde euch morgen alle mit meinem tollen Aussehen schlagen.“
    Ingrid lachte.
    Dann sagte sie mißmutig: „Das kannst du vergessen. Die Party ist geplatzt.“
    „Ach, geh!“
    „Doch! Deshalb rufe ich dich an. Doris hat mich gebeten, zu telefonieren und allen Bescheid zu sagen. Mußtet ihr euch unbedingt gegenseitig anstecken?“
    „Haben wir ja gar nicht“, wehrte sich Sandra empört. „Wenn du am Samstag stundenlang in der Kälte gestanden hättest, lägst du jetzt auch auf der Nase. Wir haben vielleicht geschnattert! Und das alles wegen der Klabusch ihrem Tick, den Flüchtlingen der ganzen Welt beistehen zu müssen. Da die Menschheit so uneinsichtig ist, ständig neue Kriege anzuzetteln, dürfen wir uns wohl bis zu unserer Schulentlassung in guten Werken üben. Dann bin ich so daran gewöhnt, daß ich es nicht mehr lassen kann. Vielleicht ist es das, was die Klabusch damit bezweckt. Du hast dich ja mal wieder glänzend gedrückt.“
    „Bin ich blöde?“ sagte Ingrid selbstbewußt.
    „Hm.“ Sandra hielt es für klüger, nicht näher auf diese Frage einzugehen. „Aber deshalb braucht Doris ihre Party doch nicht abzusagen. Morgen kann sie längst wieder fit sein“, meinte sie. „Sie war doch heute in der Schule?“
    „Nein, war sie nicht. Sie hat mich von zu Hause angerufen. Es geht ihr wirklich schlecht.“
    „Na schön, dann nehme ich meinen heißen Wickel wieder ab. Der nützt sowieso nichts, weil ich hier barfuß im kalten Flur stehe. Das bringt mir eher noch eine Lungenentzündung ein. Also, danke für den Anruf. Ich verziehe mich jetzt besser ins Bett.“
    „Beeil dich nicht mit dem Gesundwerden. Die Klabusch hat für übermorgen eine Mathe-Arbeit angedroht.“
    „Danke für die Warnung. Dann schwitzt mal schön. Vor Donnerstag braucht ihr in diesem Fall nicht mit mir zu rechnen“, sagte Sandra und legte, trotz der Enttäuschung über die geplatzte Geburtstagsparty, in leicht gehobener Stimmung den Hörer auf.
    Doch kaum hatte sie sich im Bett aufgewärmt, da klingelte das Telefon erneut.
    Sandra zog die Decke über die Ohren und kuschelte sich tiefer ins Bett.
    Doch das Telefon gab keine Ruhe. Und Sandra überlegte, daß ihre Mutter am Apparat sein könnte. Sie hatte in dieser Woche Tagschicht im Fernmeldeamt und wollte vielleicht überprüfen, ob das kranke Töchterchen auch brav zu Hause geblieben war und nicht am Nachmittag die Flatter gemacht hatte — wie letztes Mal!
    Also stand Sandra wieder auf, zog diesmal aber den Bademantel über und schlüpfte in ihre Hausschuhe.
    Doch nicht ihre Mutter, sondern Doris, das kranke Geburtstagskind, war am Apparat.
    „Ich muß dir was erzählen, Sandra“, sagte sie rauh.
    „Hab’s schon von Ingrid gehört. Die kalten Füße am Samstag haben dich umgehauen. Genau wie mich. Ich liege seit gestern im Bett. Aber mußt du deshalb die Party schmeißen? Oder hast du Fieber?“
    Doris brummelte schniefend Unverständliches.
    „Wer frißt denn jetzt den ganzen Kuchen? Ihr habt doch bestimmt eine Menge Torten

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