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Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio

Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio

Titel: Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio
Autoren: Alan Burt Akers
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Atmosphäre dieses Ortes gab es eigentlich keinen Grund für meine vage Besorgnis.
    Seg setzte sich in Bewegung.
    Ich folgte ihm.
    Der Geruch? Der schwache Windhauch auf der Haut? Irgend etwas stimmte hier nicht.
    Trotz meines Unbehagens war ich fest entschlossen, mich nicht beeindrucken zu lassen – eine Empfindung, die Seg bestimmt teilte. Wir wollten uns vergnügen. Wenn dabei ein paar nützliche Informationen abfielen, um so besser. Aber nach den gewaltigen Schlachten, bei denen wir die scheußlichen Shanks zunächst vertrieben hatten, dauerte die Ruheperiode schon wieder viel zu lange. Die Fischköpfe von der anderen Seite Kregens waren die große Gefahr der Zukunft. Hier und jetzt aber waren Seg und ich zwei schlichte, kampferfahrene Söldner, die sich einmal richtig vergnügen wollten.
    Seg Segutorio, der aus Erthyrdrin stammt, ist ein ziemlich wilder Kerl mit schwarzem Haar und strahlendblauen Augen, kühn, unerschrocken und voller innerer Gelassenheit, wie es für sein Volk typisch ist, im Notfall aber auch schlau und raffiniert. Er und ich waren durch so manches gemeinsame Abenteuer gegangen seit dem Augenblick, da Seg mir eine Gabel voll Mist ins Gesicht geschleudert hatte. Ich hätte alles ... nun ja, beinahe alles auf zwei Welten gegeben, um nicht wieder von Seg getrennt zu werden.
    Wie es oft geschah, schien Seg meine Gefühle zu ahnen, denn als wir uns der Tür näherten, sagte er: »Wenn nur Inch und Turko hier wären und ...«
    »Aye«, erwiderte ich.
    Wir brauchten nicht über die Abwesenheit unserer Gefährten zu klagen. Sie hatten auf Kregen ihre Arbeit zu tun wie wir.
    Der Geruch gebratenen Ordels schlug uns schon auf der Vortreppe entgegen. Es war ein appetitanregender Duft. Ich hob fragend eine Augenbraue, und Seg nickte entschlossen.
    »Ich bin bereit.«
    Wir betraten den niedrigen Gastraum und ließen den Blick über Tische und Stühle gleiten, die auf dem Sägemehlboden standen. Naserümpfend nahmen wir die Gerüche auf. Zu dem Duft gebratenen Fleisches gesellte sich das herrliche Aroma frischer Momolams.
    Ein Mann, der lediglich drei Arme besaß, wischte sich an seiner blau-gelb gestreiften Schürze die Hände ab. Sein rundliches Gesicht wackelte, als sich der zitronenförmige Kopf auf und ab bewegte.
    »Seid willkommen, Horters, willkommen! Ihr habt Hunger? Wir bieten euch das beste Fleisch diesseits des Mak-Flusses. Tretet ein, setzt euch! He, Fluffi, Wein für die Horters!«
    Seinem Ruf folgte ein sich katzenhaft bewegendes Schankmädchen und brachte einen Krug. Wenn das der beste Wein war, so schien man auf Kundschaft hier nur gewartet zu haben.
    »Ein leidlicher Stuvan«, bemerkte der kleine Och und wischte sich wieder die Hände. »Aber angemessen. O ja, angemessen.«
    Seg und ich nahmen mit dem Rücken zur Wand Platz. »Man könnte fast glauben, er hätte auf uns gewartet«, brummte Seg.
    »Offenbar gehen die Geschäfte schlecht. Wir sind Paktuns mit Gold. Trotzdem sollte man über deine Worte nachdenken.«
    »Ach? Aber wie?«
    »Erste Frage? Wollen wir dem Wein trauen?«
    »Einem leidlichen Stuvan? Das ist schwer zu sagen.«
    Ich lachte. O ja, im richtigen Augenblick bekomme ich ein Lachen zustande.
    »Wenn wir nicht trinken, wird der Durst bald übermächtig, außerdem machen wir uns verdächtig ...«
    »Und trinken wir, landen wir vielleicht mit durchschnittener Kehle irgendwo im Keller und später im Fluß.«
    »Leider hast du nur allzu recht.«
    Seg ließ sich gegen die Mauer sinken und beäugte abweisend den Wein, den ihm die kleine Fristle-Fifi eingeschenkt hatte. Ich griff nach meinem Kelch.
    »Ich trinke, Seg. Du kannst dich meinetwegen auf Bauchgrimmen, Religion, Abstinenz berufen ...«
    »Warum du? Warum ich?«
    »Wenn du willst, kannst du den Plan noch umstellen.«
    Mürrisch starrte er mich an.
    Sehr, sehr leise, damit niemand ihn hören konnte, sagte er: »Ich hab's ja schon immer gesagt, Dray Prescot, du bist ein ganz gemeiner, hinterlistiger, raffinierter Teufel!«
    Und wieder mußte ich lachen.
    »Wirt!« rief ich, ehe ich mich ganz beruhigt hatte.
    »Würdest du uns eine frische Flasche Farfaril bringen? Unser Silber dürfte für einen anständigen Wein und unsere Mahlzeit ausreichen.« Ich sprach gelassen, aber mit Nachdruck. »Dazu können wir noch ein paar Kupfer-Obs auf den Tisch legen.«
    »Sofort, Horters.« Seine Stimme klang nicht enttäuscht.
    Obwohl er nur noch drei Arme hatte und somit ein Krüppel war, nahm er geschickt die beiden Stuvan-Kelche fort.

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