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Ruegen, Hiddensee, Stralsund

Ruegen, Hiddensee, Stralsund

Titel: Ruegen, Hiddensee, Stralsund
Autoren: Kerstin Sucher , Bernd Wurlitzer
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Salzwasser schwimmt Bernstein wegen seiner geringen Dichte, Kieselsteine und Glas dagegen sinken zu Boden.
GRÜNE TUNNEL
    In Sellin beginnt die Deutsche Alleenstraße, die über Putbus weiter aufs Festland führt. Aber auch in anderen Ecken der Insel fahren Sie oft durch grüne Tunnel. Rügen hat 250 km Alleen und 50 km einseitige Baumreihen. Ein Alleebaum produziert täglich so viel Sauerstoff, wie ihn zehn Menschen benötigen, und er filtert bis zu 1 t Staub aus der Luft. Rügens Straßen werden meist von Linden, Kastanien, Buchen und Obstbäumen gesäumt. Ein Alleebaum wird maximal 100 Jahre alt, viele von denen auf Rügen sind altersschwach und müssen gefällt werden. Die Landesregierung besitzt jedoch ein „Alleenentwicklungsprogramm”, das vorsieht, die baumbestandenen Straßen als eines der Identitätszeichen des Bundeslands nicht nur zu erhalten, sondern sogar zu erweitern. Als man die Bäume vor reichlich 200 Jahren pflanzte und so Straßen zu Alleen machte, ging es nicht um Öko, Umwelt und Klimawandel. Damals sollten die Bäume die unbefestigten Wege bei Dunkelheit und im Winter bei Schnee markieren. Damals wie heute freuen sich die Menschen über die grünen Tunnel, aber auch vielen Lebewesen bieten sie im waldarmen Rügen Lebensraum.
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    Eines der Großsteingräber bei Lancken-Granitz
HANSE
    Stralsund besann sich nach der Einheit seiner Traditionen und nennt sich seitdem offiziell Hansestadt. Mit dem ersten allgemeinen Hansetag 1356 in Lübeck begann die Entwicklung der Städtehansa. 1370 versammelten sich im Stralsunder Rathaus Vertreter der Hansestädte und zwangen den dänischen König im Frieden von Stralsund, seine Vormachtstellung aufzugeben. Im 14./15. Jh., als die große Fernhandelsvereinigung auf dem Höhepunkt ihrer Macht war, zählte sie etwa 130 Städte zu ihren Mitgliedern.
HIDDENSEER GOLDSCHMUCK
    1872 und 1874 wurde bei Neuendorf der berühmt gewordene Hiddenseer Goldschmuck gefunden. Bis heute blieb ungeklärt, ob die furchtbare Sturmflut von 1872 den Schmuck aus dem Sand freigespült hat oder ob er von einem gestrandeten Schiff stammt. Aus alten Akten geht hervor, dass die Teile zu unterschiedlichen Zeiten nach Stralsund gelangten. Dort verwahrt das Kulturhistorische Museum die Kostbarkeit im Tresor, gezeigt wird eine originalgetreue Nachbildung. Im Heimatmuseum in Kloster auf Hiddensee ist eine verkleinerte Nachbildung zu sehen. Goldschmiede auf Rügen und in Stralsund bieten Nachbildungen an.
KRANICHE
    Bis zu 40 000 Kraniche rasten jeden Herbst mehrere Wochen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und auf Rügen, bevor sie zu ihrer weiten Reise nach Nordafrika aufbrechen. Tagsüber suchen die Kraniche auf abgeernteten Feldern nach Nahrung, abends fliegen sie in langen Ketten zurück zu ihren Schlafplätzen, die sich in den flachen Boddengewässern befinden. Der Graue Kranich, die einzige in Deutschland vorkommende Kranichart, kann bis zu 1,25 m Größe erreichen, seine Flügelspanne beträgt bis zu 2,45 m.
KREIDE
    â€žWeißes Gold” sagen die Rüganer zur Kreide, die seit Mitte des 19. Jhs. auf ihrer Insel abgebaut wird. Die erste Schlämmerei nahm 1845 den Betrieb auf. Vor allem bei Sassnitz entstanden zahlreiche Tagebaue, mit dem 20. Jh. begann die industrielle Verarbeitung. Bis zu 500 000 t wurden jährlich auf Schiffe verladen und weithin verschifft.
    Mehrere Hotels bieten Anwendungen mit „Original Rügener Naturheilkreide” an, die als schlammige Masse auf die Haut aufgetragen wird. Rheumatische Beschwerden, Gelenkentzündungen sowie nervöse und organisch bedingte Verspannungen sollen damit gelindert werden. Kreidepackungsbäder wirken entschlackend, pflegen die Haut und fördern die Durchblutung.
PLATTDEUTSCH
    Ã„ltere Rüganer sprechen untereinander oft noch Plattdeutsch. Binnenländlern fällt es meist schwer, den Inhalt eines solchen Gesprächs zu verstehen. Nach dem Rückgang des Lateinischen war Plattdeutsch, auch Niederdeutsch genannt, vom 14. Jh. an in Norddeutschland die Verkehrssprache. Ab dem 16. Jh. nahmen der Adel und das Bürgertum das Hochdeutsche an, für dessen Verbreitung Martin Luther mit der Bibelübersetzung einen grundlegenden Beitrag leistete. Das in zahlreiche landschaftlich gebundene Dialekte zerfallende Plattdeutsch blieb noch für Jahrhunderte Umgangssprache der einfachen

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