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Romana Gold Band 13

Romana Gold Band 13

Titel: Romana Gold Band 13
Autoren: Jacqueline Baird , Charlotte Lamb , Jane Donnelly
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Heidengeld.“
    „Wohin ziehen wir denn um?“, fragte Ginger verwirrt.
    „Auf meine Jacht. Für Fragen ist jetzt keine Zeit. Mutter besteht darauf, dass Sie Ihren Vertrag erfüllen. Offenbar hält sie Sie für unersetzlich.“
    Er musterte sie von Kopf bis Fuß, wobei sein Blick einen Moment auf ihren Brüsten verweilte, die sich unter dem dünnen Top abzeichneten. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen schien er die Meinung seiner Mutter nicht zu teilen.
    Mit zwei schnellen Schritten stand er plötzlich direkt vor Ginger. Sie musste sich zusammennehmen, um ihn nicht instinktiv von sich wegzustoßen. Der Mann hatte etwas Bedrohliches, das sie sich nicht erklären konnte.
    „Leute wie Sie kenne ich zur Genüge, und ich bin mir nicht sicher, dass Sie Ihr Geld wert sind“, riss Alex’ spöttische Stimme sie aus ihren Gedanken. „Für mich sind Sie reine Geldverschwendung.“
    Ginger schnappte empört nach Luft und holte unwillkürlich zur Ohrfeige aus, aber Alex fing ihre Hand ab und fuhr unverschämt fort: „Meiner Mutter zuliebe habe ich mich jedoch gegen meine Überzeugung dazu bereit erklärt, Sie bleiben zu lassen.“
    Die Berührung seiner kräftigen Finger ließ Ginger erschauern. „Lächeln Sie“, zischte er ihr zu und fügte dann für Anna laut hinzu: „Dann sind wir uns also einig, Ginger. Schlagen Sie ein.“ Um den Schein zu wahren, blieb Ginger nichts anderes übrig, als seiner Anweisung Folge zu leisten.
    Sie war noch ganz außer sich, als Alex ihr im Hinausgehen leise zuflüsterte: „Glauben Sie ja nicht, ich hätte das von vorhin vergessen. Das werden Sie mir büßen, Sie grünäugige Hexe.“ Er ließ sie stehen und knallte die Tür hinter sich zu.
    Eine Mischung aus Wut und Angst stieg in Ginger hoch. So ein arroganter Fiesling! Wie kam er dazu, ihr zu drohen? Am liebsten wäre sie einfach auf und davon, aber Annas flehentlicher Blick hielt sie zurück.
    „Ich muss mich für meinen Sohn entschuldigen. Er kann manchmal sehr anmaßend sein, aber er will nur mein Bestes. Sie kommen doch mit, oder? Ich brauche Sie.“
    „Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Ihr Sohn und ich werden bestimmt nicht gut miteinander auskommen, schon gar nicht, nachdem ich ihn vorhin beinahe zum Krüppel gemacht hätte.“ Ein Lächeln huschte über Gingers Gesicht.
    „Das war nicht Ihre Schuld, Ginny. Alex nimmt Ihnen das sicher nicht übel. Außerdem ist seine Jacht riesengroß, und wie ich Alex kenne, werden wir ihn kaum zu sehen bekommen. Normalerweise hat er immer irgendeine Frau dabei, wenn nicht sogar mehrere. Und dann ist da ja noch die Familie.“ Anna zog die Stirn kraus. „Deshalb wollte ich lieber eine normale Kreuzfahrt machen. Mit Fremden macht so was einfach mehr Spaß.“
    Gingers Hoffnungen sanken noch weiter. Wie konnte ein Sohn seine Mutter nur derart rücksichtslos behandeln? Sie mit in den Urlaub nehmen und dann sich selbst überlassen, während er sich mit seinen neuesten Gespielinnen amüsierte? Mehr schienen Frauen für einen aggressiven Macho wie ihn nicht zu sein.
    „Aber der Arzt hat Ihnen Aufregung verboten. Vielleicht wäre es besser, wenn Sie ihrem Sohn einfach die Wahrheit sagten.“ Anna hatte sowohl ihren Arzt als auch Ginger zu strengstem Stillschweigen über ihren Unfall verpflichtet. Sie wollte auf keinen Fall, dass ihr Sohn davon erfuhr und sich um sie sorgte. Ginger hielt es für höchste Zeit, dass Alex sich einmal um seine Mutter kümmerte, anstatt sie in London zurückzulassen, während er in Griechenland war oder um die Welt jettete.
    „Wenn er Bescheid wüsste, würde er sicher bei Ihnen bleiben, und Sie bräuchten mich gar nicht.“
    „Sie verstehen das nicht, meine Liebe. Ich kann es Alex nicht sagen. Ich weiß genau, wie er reagieren wird. Er wird mir erklären, ich sei zu alt, um allein zu leben. Er wird darauf bestehen, dass ich mein Zuhause in London aufgebe und zur Familie ziehe. Das wäre schrecklich für mich. Ich brauche meine Unabhängigkeit. Versprechen Sie mir, dass Sie bleiben?“
    Ginger seufzte im Stillen. Sie durfte ihre Patientin nicht im Stich lassen, ganz gleich, wie unsympathisch ihr der Sohn der armen Frau war. Auch wenn „arme Frau“ vielleicht nicht die richtige Bezeichnung war. Ginger musste lächeln. Selbst der mächtige Alex Statis hatte sich dem Willen seiner Mutter gebeugt und Ginger bleiben lassen. Offensichtlich war Anna trotz ihrer zerbrechlich wirkenden Erscheinung eine willensstarke alte Dame.
    „Ja, natürlich“,

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