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Roen Orm 3: Kinder des Zwielichts (German Edition)

Roen Orm 3: Kinder des Zwielichts (German Edition)

Titel: Roen Orm 3: Kinder des Zwielichts (German Edition)
Autoren: Alexandra Balzer
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nur eine oder zwei Hexenschwestern mitgenommen, aus Vorsicht! Hätte sie nur auf ihre Umgebung geachtet und wäre geflohen, bevor die Priester sie finden konnten!
Hätte …
Sinnend betrachtete sie Janiels schlafende Gestalt. Ob er sie wirklich liebte? Sie wagte es kaum zu hoffen, nach allem, was sie diesem Mann angetan hatte. Und bei allem, was noch vor ihr lag. Durfte sie es wagen, ihr Herz zu binden? Tödliche Gefahren drohten ihr, Inani fürchtete nicht um ihr eigenes Leben, sondern um das all derer, die sie so sehr liebte. Wenn sie nun Janiel verlieren würde, er sterben müsste, weil sie zu leichtsinnig war? Die Leopardin? Corin, Kythara, Thamar?
Aber wenn ich sie verlieren würde, weil ich zu wenig gewagt habe? Zu vorsichtig war, statt alles zu riskieren? Das wäre ebenso entsetzlich, noch viel schlimmer! Ilat muss aufgehalten werden. Er muss abgelenkt werden, sein Geist ist so wankelmütig, es ist nicht allzu schwer, ihn auf andere Gedanken zu bringen. Man müsste … Ich müsste … Oh Göttin, hilf!
Ein irrsinniger Plan entstand plötzlich in ihrem Inneren. Inani stockte der Atem, das wäre selbst für sie ein Wagnis, wie es größer nicht vorstellbar sein konnte!
Kythara wird Feuer spucken, sobald ich ihr nur davon erzähle!
Es würde Janiel in große Gefahr bringen, von ihr selbst und Corin ganz zu schweigen. Es konnte den Tod aller bedeuten, die in dieses große Spiel der Mächte verwickelt waren – Ilat, Rynwolf, Thamar, die Elfen, Hexen, Roen Orm selbst …
Oh Pya, das kann ich nicht tun! Das kann niemand überleben!
„Doch, Inani. Die möglichen Verluste sind dir bewusst, dennoch, es könnte gut gehen“, flüsterte plötzlich Maondny in ihrem Bewusstsein.
„Wenn du mit mir darüber sprichst, hat es höhere Bedeutung, nicht wahr?“, fragte Inani niedergeschlagen.
„Es ist deine Entscheidung. Mehr kann und ich will ich dir nicht dazu sagen. Du könntest alles verlieren, was du liebst, auf einem Schlag, dein eigenes Leben eingeschlossen. Oder du gewinnst alles das, was du dir ersehnst.“
„Ich werde erst einmal mit Kythara und Janiel darüber reden, danach wird entschieden“, schwächte Inani ab. Sie spürte die Anspannung in Maondnys Stimme, und das ängstigte sie mehr als alle tollkühnen Pläne und Gedanken zusammen.
„Alles wird sich entscheiden …Gleich zu welchem Ende, enden wird es.“
     
Maondny brach das Gespräch ab und rollte sich auf ihrem Schlaflager zusammen, viele hundert Meilen von Inani entfernt. Dies war der entscheidende Moment. Alles hing von Inanis Entscheidung ab, schon seit Jahren fürchtete sie, die Traumseherin, die gefühllos wie eine Göttin sein sollte, diese eine Nacht. Wenn Inani ihren Plan umsetzte, würde der Preis möglicherweise untragbar sein, doch damit wäre der Weg für die Elfen nach Anevy gesichert. Wenn Inani sich weigerte, wenn sie lieber Vorsicht walten lassen wollte, dann war alles verloren. Alles.
Stöhnend warf Maondny den Kopf zurück, Visionen flackerten in viel zu schneller Folge durch ihren Verstand, sie verlor die Kontrolle über ihre Gabe! Aber auch als sie die Beherrschung zurückgewonnen hatte, wollte der Schmerz nicht weichen. Es gab keinen Weg von hier ab, keinen einzigen Schicksalspfad, an dessen Ende nicht Unglück und Trauer warten würden. Inani musste entscheiden, wie groß das Ausmaß der Verluste war, während Maondny nichts tun konnte als zu warten. Warten, welchem Schmerz sie sich zu stellen hatte … Hilflos, regungslos warten.
     

27.
     
     
„Träume, Pläne, Hoffnungen, das ist die Natur der Jugend. Alt bist du, wenn alle Träume enden, alle Pläne vergehen und alle Hoffnung verrinnt und nur Erinnerungen bleiben. Erinnerungen an das, was verloren ist.“
Zitat von Ledrea, der letzten Elfe von Anevy
     
Die alte Frau seufzte.
Ja, das Schicksal von zwei Welten hatte in ihren Händen geruht, und sie hatte ihre Entscheidung getroffen. So viel Schmerz und Leid war daraus entstanden …
Kythara hatte wirklich beinahe Feuer gespuckt, als sie von ihrem, Inanis Plan hörte, konnte sie jedoch nicht aufhalten. Versucht hatte sie es, auch Corin hatte sie beschworen, Vernunft walten zu lassen. Von Thamar ganz zu schweigen, er war so zornig ihr gegenüber geworden, wie sie ihn noch nie erlebt hatte. Inani war nicht leichtfertig über die Sorgen der anderen hinweggegangen, hatte allerdings gespürt, dass es Zeit geworden war zu handeln. Janiel hatte ihre Hand genommen und geschworen, ihr beizustehen, wohin auch immer sie ging. Sie

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