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Risiko!

Risiko!

Titel: Risiko!
Autoren: Alison Kent
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sie in den Arm und drückte sie fest an seine Brust. “Ich auch nicht. Sydney Ford, ich habe in meinem Leben keine Frau so geliebt, wie ich dich liebe. Ich könnte jetzt sagen, ich liebe dich, seit du zum ersten Mal Hallo zu mir gesagt hast, aber der Satz ist einfach zu abgedroschen.”
    Sydney wollte vor Glück lachen und weinen zugleich, und durch den verschwommenen Schleier erkannte sie, dass es ihm nicht viel anders ging, denn auch in seinen Augen lag ein feuchter Glanz. “Dann müssen wir den Text ändern. Ich könnte zum Beispiel sagen, ich liebe dich, seit du gesagt hast: ‘Es ist nur umsonst, wenn man es trinkt’.”
    Er lachte sein warmes tiefes Lachen, in dem so unendlich viel Gefühl lag. “Also, halt mich ruhig für einen unanständigen Jungen, aber mein Lieblingssatz war: ‘Ich dachte, du wolltest feiern’.”
    Nun war sie es, die herzlich lachte, vor Glück, vor Liebe. Sie fiel ihm in die Arme. Hier gehörte sie hin, für immer. Nirgends war sie glücklicher als ganz nah bei ihm. Und deshalb würde sie nie wieder fortgehen.
    “Hast du dich entschieden, das Haus zu behalten?”
    Er drückte sie ganz fest. “Ja, aber allein zu leben, wird mir entschieden zu trist. Ich habe zu viele Jahre Türen verschlossen, die ich besser offen gelassen hätte. Ich habe mir nie erlaubt, jemand anderen zu brauchen. Dabei redete ich mir ein, ich täte es, um die anderen zu schützen. In Wahrheit habe ich mich gegen meine eigenen Gefühle verschlossen. Und damit ist niemandem gedient, weder mir noch den Menschen, die ich liebe. Merkwürdigerweise habe ich das erst erkannt, als ich das letzte Mal von dir fortging. Aber nun bist du hier, und da kommt dieses große alte Haus vielleicht ganz gelegen.”
    “Tut es”, sagte Sydney und ging gerade so weit auf Abstand, dass sie ihm den Umschlag geben konnte.
    “Was ist das?” Er runzelte die Stirn und drehte den unbeschrifteten Brief hin und her.
    Ihr Herz klopfte so laut, dass sie überzeugt war, er würde es hören. Vor lauter Aufregung wackelte ihre Stimme, als sie sagte: “Lies ihn, dann wirst du es wissen.”
    Er riss den Umschlag auf und redete währenddessen weiter über das Haus. “Na ja, Neville & Storey wird natürlich ein Geschäft durch die Lappen gehen, aber darauf kann ich leider keine Rücksicht nehmen. Dieses Haus gehört mir nun mal …” Er verstummte, als er den Inhalt der Zeilen begriff. Dann starrte er hinauf zum Himmel und wieder auf den Brief.
    Schließlich schluchzte er laut auf: “Patrick!”
    Sydney ging ein paar Schritte zurück, um ihn ungestört lesen zu lassen, was dort stand. Der Brief seines Bruders war gestern per Kurier angekommen, und er schrieb, dass er schon bald nach Hause kommen wollte. Nolans Kontakte und sein Geld hatten möglich gemacht, was Ray allein nicht hatte erreichen können.
    Und nun stand sie da und betrachtete den Mann, den sie liebte. Er wischte sich die Tränen aus den Augen und las den kurzen Brief immer wieder. Patrick versprach darin, alles zu erzählen, sobald er wieder in Houston war.
    Sydney musste unweigerlich mitweinen.
    Schließlich sah Ray sie an, kam zu ihr und nahm sie fest in die Arme. Sie vergrub das Gesicht an seiner Schulter.
    Sie hielten einander eng umschlungen und wussten, dass sie von jetzt ab immer füreinander da sein würden. Und nur das zählte.
    Sydney hatte lange für diese Erkenntnis gebraucht. Doch jetzt war es endlich so weit.
    – ENDE –

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