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Risiko!

Risiko!

Titel: Risiko!
Autoren: Alison Kent
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Moment extrem bedeutungsschwanger. Das war umso sonderbarer, als sie normalerweise durch und durch praktisch veranlagt war und nichts auf nebulöse Zeichen und dergleichen gab.
    Sydney bewunderte ungeniert Rays breite Schultern, als er sich plötzlich zur Seite wandte. Schlagartig stockte ihr der Atem. Sie hatte schon befürchtet, dass sie so reagieren würde. Dennoch hatte sie bis heute keine logische Erklärung gefunden, warum ihr Körper bei diesem Mann regelmäßig verrücktspielte.
    Es musste an der Insel liegen. Sonnenuntergänge in der Karibik beflügelten jedermanns – und jeder Frau – Sinnlichkeit.
    Die männliche Anatomie war Sydney nicht fremd. Genau genommen war ihr nicht einmal Rays spezielle Anatomie fremd. Allerdings waren acht Jahre vergangen, seit sie ihn zuletzt richtig berührt hatte. Und in diesen acht Jahren waren die Muskeln seiner Brust und seiner Schultern sichtbar gewachsen. Sein Bauch war jedoch noch genauso flach und fest, wie sie ihn in Erinnerung hatte.
    Im Laufe der Zeit waren die seidigen Haarwirbel, die sich von seinem Nabel abwärts zogen, ein wenig üppiger geworden, was gewiss auch für den Bereich galt, der in den Bermudas verschwand. Sydneys Blick wanderte immer weiter hinab, bis sie bei der beachtlichen Wölbung ein Stück unterhalb des Hosenbundes angekommen war.
    Sie atmete einmal tief durch, weil ihr Herz beunruhigend in ihrer Brust hämmerte. Dann streckte sie die Beine aus und lehnte sich mit dem Rücken an einen der Pfosten, die zum ersten Stock hinaufführten.
    Ein verdächtiges Kribbeln regte sich in ihrem Bauch. Sydney raffte ihren Sarong wieder zusammen und strich ihn mit den Händen glatt. Doch schon die Berührung durch ihre eigenen Hände reichte aus, um ihre Unruhe und das seltsame Verlangen, das sie durchfuhr, noch zu steigern.
    Seit Ray vor einer Weile wieder in ihr Leben getreten war, waren Verwirrung und Nervosität bei ihr beinahe zum Normalzustand geworden. Da sie diese Gefühle überhaupt nicht schätzte, musste sie dringend etwas dagegen unternehmen, dass sie bei dem Gedanken an ihn – und erst recht bei seinem Anblick – sofort in höchste Erregung geriet.
    Und diese Woche eignete sich hervorragend dafür, ihre Gefühle auf den Prüfstand zu stellen. Sie war fest entschlossen, in den nächsten Tagen Klarheit zu gewinnen. Und dann konnte sie ihn sich endlich aus dem Kopf schlagen. Für immer.
    Sie konnte es sich nicht leisten, ihrem ersten High-School-Schwarm weiterhin derart verfallen zu sein. Ihre Tagträume hatten in letzter Zeit bedrohliche Formen angenommen und längst die Grenze zur erotischen Fantasie überschritten. Wenn das so weiterging, würde ihre Arbeit in ernste Mitleidenschaft gezogen werden.
    Keine Beziehung, ob sie nun ihrer Fantasie entsprang oder aus der Vergangenheit wieder auferstand, durfte je Einfluss auf ihre geschäftlichen oder persönlichen Entscheidungen haben. Immerhin hatte sie erst unlängst bei ihrem eigenen Vater sehen müssen, wohin das führte.
    Sydney wollte nie so weit sinken, dass ihre Loyalität gegenüber ihrem Job, ihren Freunden oder auch ihr selbst litt. Sie war bereit, alles zu tun,
alles
, um das zu vermeiden. Und dazu gehörte, die Geschichte mit Ray Coffey zu klären, denn er lenkte sie gefährlich von dem ab, was ihr im Leben wichtig war. Also sollte sie baldmöglichst zu der Einsicht kommen, dass er nicht der fantastische Liebhaber war, zu dem ihre Erinnerung und ihre Einbildungskraft ihn gegenwärtig verklärten. Und das war wiederum nur auf einem Wege möglich – indem sie ihn verführte und, hoffentlich, enttäuscht wurde.
    Die Reise sollte ursprünglich anderthalb Wochen dauern. Die Yacht “Indiscreet” lag in Belize City, wo Sydneys Vater sie für den baldigen Verkauf vorbereiten ließ. Ray hatte mit der Zweimanncrew vereinbart, dass die Route durch die westliche Karibik verlaufen sollte, entlang des Korallenriffs vor der Küste von Belize. Für die Rückreise hatte er zwei Stopps auf Jamaika und den Kaimaninseln eingeplant.
    Sein Gewinn beinhaltete außerdem die freie Wahl seiner Reisegefährten. Ray hatte Anton und Doug eingeladen, weil er mit ihrem Architektenbüro Neville & Storey gerade in Verhandlungen stand. Des Weiteren hatte er Jess Morgan dazugebeten. Diese drei, und noch zwei weitere Männer, gehörten zu Rays engsten Freunden, mit denen er in seiner Freizeit Fußball spielte.
    Als er Sydney bat, mit ihnen zu reisen, war sie sofort Feuer und Flamme gewesen – wegen des Segelns

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