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Risiko!

Risiko!

Titel: Risiko!
Autoren: Alison Kent
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1. KAPITEL
    W äre diese Welt perfekt, hätte Sydney Ford sich den wunderbarsten Sommerurlaub aller Zeiten gegönnt. Sie träumte immer schon davon, einmal mit dem Zug durch die Staaten zu reisen. Wenn es nach ihr gegangen wäre, würde sie sich die tollsten Frühstückspensionen buchen und sich ihre Reisegefährtin selbst aussuchen. Sie sehnte sich nach einer Woche echter Entspannung mit einer ihrer besten Freundinnen.
    Ja, Sydney hätte es sich im Urlaub einmal so richtig gut gehen lassen.
    Aber diese Welt war nicht perfekt, und deshalb war dieser Urlaub auf dem besten Wege, alles andere als wunderbar zu werden. Und das Schlimmste war, dass sie selbst schuld daran war.
    Vor ein paar Monaten hatte sie die wahnsinnige Idee gehabt, eine Segeltour auf der Yacht ihres Vaters als Preis bei einer Schnitzeljagd anzubieten. Macy Webb, die Redakteurin der Internetkolumne von gIRL-gEAR hatte sich diese Schnitzeljagd der etwas anderen Art ausgedacht und Sydney und die anderen als Testtruppe verpflichtet. Da die männlichen Testpersonen damals wenig begeistert gewesen waren, hatte sie geglaubt, eine Woche auf der “Indiscreet” wäre ein zusätzlicher Anreiz.
    Und so war es tatsächlich. Wem konnte sie also jetzt einen Vorwurf machen außer sich selbst?
    Gewonnen hatte Ray Coffey, ein gemeinsamer Freund.
    Und jetzt war Sydney also hier, gestrandet auf einer Karibikinsel. Aber wenigstens beging sie nicht auch noch den Fehler, sich lauthals zu beklagen. Sie wollte vor den anderen schließlich nicht als “armes reiches Mädchen” dastehen.
    Denn welche normale, erfolgreiche und alleinstehende Geschäftsfrau würde sich nicht freuen, wenn sie auf einer Karibikinsel strandete. Noch dazu auf einer Privatinsel mit einer Villa am Meer, Personal und vier äußerst attraktiven Männern.
    Ich, ich, ich
, hätte Sydney am liebsten geschrien. Stattdessen hockte sie sich mit einem Seufzer auf die breite Verandabrüstung der Villa. Eine sanfte Abendbrise wehte den Salzgeruch des Meeres herauf und ließ ihr Haar flattern.
    Der Sonnenuntergang war atemberaubend – wie alle Sonnenuntergänge, die sie hier erlebt hatte. Heute Abend zogen hauchfeine Wolken über den Himmel, vom letzten Sonnenlicht in die verschiedensten Pastelltöne getaucht. Sydney erinnerte sich aber auch an Sonnenuntergänge, bei denen der Horizont einem Flammenmeer glich, was nicht minder beeindruckend war.
    Der Strand unterhalb der Villa war weiß und feinsandig. Und erst das Meer! Tiefblau mit einer kaum wahrnehmbaren Nuance von Grün. Solche Farben fand man nirgendwo sonst, schon gar nicht an der texanischen Golfküste.
    Trotzdem waren Himmel, Sand und Wasser unspektakulär, verglichen mit den drei Männern, die am Strand standen und aufs Meer hinausblickten. Nun ja, wahrscheinlich blickten sie weniger aufs Meer als auf den schnittigen Katamaran, der wenige Meilen von der Küste entfernt über die Wellen glitt.
    Alle drei waren recht ähnlich gekleidet. Doug Storey trug mattgrüne Segelshorts mit weiß-grauem Hibiskusaufdruck. Anton Nevilles Bermudas hatten dieselbe Länge, waren allerdings in Türkis und Rot gehalten. Doug und Anton waren beide groß und athletisch und hatten das breite Kreuz eines Schwimmers. Antons blonde Locken waren ziemlich kurz geschnitten, während Dougs dunkelblondes, nur leicht gewelltes Haar etwas länger war. Selbst auf diese Entfernung sah es genau wie die Sorte Haar aus, in das jede Frau gern ihre Finger vergraben würde. Das heißt, jede außer Sydney.
    Sie interessierte sich eigentlich nur für den dritten Mann am Meer – Ray Coffey. Ray war groß und sagenhaft gut gebaut. Seine leuchtend gelben Bermudas mit dem schwarzen Tunnelgürtel lieferten den perfekten Kontrast zu seinem dunklen Teint. Er hatte jadegrüne Augen und dichtes, fast schwarzes Haar.
    Sydney wurde schmerzlich bewusst, wie viel Zeit doch vergangen war, seit sie das letzte Mal mit den Fingern durch die dunklen Strähnen gefahren war. Ob sich das heute anders anfühlte als damals? Und was mochte sich seither sonst noch verändert haben?
    Sie zog die Knie an die Brust. Dabei glitt der fließende Stoff ihres braun-gold gemusterten Sarongs auseinander und verfing sich in den vielen Rankpflanzen, die die Mauer heraufwuchsen.
    In dieser Haltung waren nicht nur ihre Beine entblößt, man sah sogar ihre zartgelbe Bikinihose. Weniger leuchtend zwar als Rays Bermudas. Aber immerhin ebenfalls gelb. Der Umstand, dass sie beide die gleiche Farbe trugen, schien Sydney in diesem

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