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Rheingau-Roulette

Rheingau-Roulette

Titel: Rheingau-Roulette
Autoren: Sia Wolf
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©  LaCri-Verlag, Susanne Wolf
    Alle Rechte vorbehalten
    Umschlaggestaltung: LaCri-Verlag, 12529 Schönefeld
    Foto: Markus Wolf
    ISBN: 978-3-9814947-0-9
     
    Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung in jeder Form.
     
     
     
    Über die Autorin:
     
    Sia Wolf, in Nordrhein – Westfalen geboren und in Hessen aufgewachsen, lebt seit einigen Jahren mit Mann und Kind im Berliner Speckgürtel. Verschiedene berufliche Tätigkeiten brachten sie zum Schreiben. „Rheingau-Roulette“ ist ihr erster Roman.
     
    Klappentext:
    Die hübsche Logopädin Alexandra  betreibt mit ihrem Freund eine gemeinsame Praxis. Nachdem Oliver sie mit einer anderen betrügt, verlässt sie ihn und ihre alte Heimat und sucht eine berufliche Neuorientierung. Auf dem Land findet sie nach dem Tod ihrer geliebten Oma ein Zuhause und in diesem idyllischen Dorf beginnt sie sich ihre Zukunft neu aufzubauen. 
    Jedoch gerät ihr neues Leben plötzlich aus dem Takt: ein mysteriöser Bildhauer und ein  gut gebauter Pfarrer bringen ihre gerade wieder ausbalancierte Gefühlswelt völlig durcheinander. In welcher Gefahr sie in dieser anscheinend so heilen Welt schwebt, nimmt sie erst wahr, als es fast zu spät ist ...
    Rheingau-Roulette ist eine Liebesgeschichte. Jedenfalls überwiegend.
     
     
     
    Sia Wolf
    Rheingau-Roulette
     
     
     
     
     
     
    Für M., den alten Spacken und T., meine Schlunzpiepe.
    Ihr seid meine Liebsten!
    1. Kapitel: April 2006
     
    In der frühlingshaften Wärme Unkraut zu jäten war kein Vergnügen. Alexandra überlegte, ob sie eine Alternative hatte. Einen Gärtner konnte sie sich nicht leisten. Sie richtete sich auf und fuhr sich mit dem Arm durch das schweißnasse Gesicht. Der Vorgarten sah nicht so aus, als ob sie seit drei Stunden darin arbeiten würde. Zwischen dem Rhododendron auf der einen und dem kleinen Fliederbaum auf der anderen Seite streckten ein paar schmale Lilien ihre verdickten Stängelenden nach oben in die Sonne. Alexandra seufzte. Ob sie nicht doch nach einem jungen Mann suchen sollte, der ihr behilflich sein könnte? Sie ließ ihren Blick über den kleinen verwilderten Vorgarten schweifen. Ihr Rücken schmerzte und ihre Laune sank mit jedem Büschel Unkraut, das sie entdeckte. Oder jedenfalls mit jedem entdeckten Büschel, dass sie für Unkraut hielt. Wenn sie erst an den hinteren Teil des Gartens dachte, wurde ihr übel. Es war aussichtslos, das riesige Grundstück in einen gepflegten Garten zu verwandeln. Jedenfalls aussichtslos für sie und ihren fehlenden grünen Daumen. Wie hatte es ihre Oma nur geschafft, den ganzen Garten einigermaßen in Schuss zu halten? Und was hatte sie nur veranlasst, ihr dieses riesige Grundstück zu vererben? Sie wusste doch, dass sie keine Ahnung vom Gärtnern hatte.
    „Ach Oma“, sie seufzte erneut. Eine Träne vermischte sich mit den Schweißtropfen und rann ihr die Wange hinab. Sie war in Schottland, als sie die Nachricht vom Tod ihrer Oma erreichte. Oma Liesel war eine Seele von Mensch, immer bereit ihr letztes Hemd herzugeben und jedem Trost zu spenden, der ihn brauchte. Alexandra wusste das nur zu gut und der Verlust der geliebten alten Frau traf sie hart. Die Beerdigung vor ein paar Wochen war groß gewesen, sehr groß. Der kleine Friedhof am Ortsrand war trotz der herrschenden Eiseskälte voller Menschen, die Oma Liesel das letzte Geleit geben wollten. Das Grab, das mit einem Eispickel aufgehackt werden musste, lag am Rand des alten Friedhofteils, der mit Birken und einer alten Kastanie gesäumt war, die ihre kargen Äste in den milchigen Himmel streckten. Auf die Grabstelle, die sie mit ihrem Mann teilte, hatte sie zu Lebzeiten einen Flieder gesetzt, den sie über alles liebte.
    „Der Duft, der meine letzte Ruhe begleitet. Schöner kann man nicht liegen, oder?“ Das waren Oma Liesels Worte, als sie das letzte Mal gemeinsam auf dem Friedhof waren. Rotnasig, verfroren und verheult stand die Familie am Grab, so lange, bis sie den eisigen Wind nicht mehr aushielten und dem Rest der Trauergesellschaft in die Gaststätte folgten. Oma Liesel war im Ort sehr beliebt und das Lokal, in dem das Kaffeetrinken nach der Trauerfeier stattfand, platzte aus allen Nähten. Die stickige Luft der Gaststätte, die sich mit

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