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Rettungskreuzer Ikarus Band 039 - Ehrliche Geschäfte

Rettungskreuzer Ikarus Band 039 - Ehrliche Geschäfte

Titel: Rettungskreuzer Ikarus Band 039 - Ehrliche Geschäfte
Autoren: Irene Salzmann
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Beinen war, hatte der Fremde den Knopf für die oberste Etage gedrückt und war hinaus gesprungen. Bevor sich das Schott verriegelte, sah Cornelius, wie der Mann den Flur zurück rannte.
Scheiße! Drückte er den Nothalt, blieb die Kabine irgendwo stecken und fuhr erst weiter, wenn sich herausgestellt hatte, dass kein Problem vorlag, das Anlass geben hätte, den Lift zu stoppen. Cornelius hatte nach unten fahren wollen, aber nun würde er in der obersten Etage des Gebäudes landen, erst von dort aus dieses Stockwerk angeben und dann nach dem merkwürdigen Fremden Umschau halten können. Bis dahin war dieser zweifellos verschwunden. Doppelte Scheiße! Die Fahrt nach oben schien kein Ende zu nehmen.
Und bleiben Sie am Leben! Das hatte sich … irgendwie sehr ernst angehört.
Cornelius betrachtete den winzigen Kristall. Das Speichermedium sah völlig normal aus. Es schien kein Sprengsatz oder sonst etwas Unangenehmes zu sein. Doch um völlig sicher zu gehen, würde er es in seinem Apartment genauer untersuchen müssen. Sofern es bis dahin nicht explodiert war. Aber im Falle eines Attentats hätte die Detonation Cornelius gewiss schon getötet.
War er zu vertrauensvoll … oder dumm, weil er glaubte, dass der Unbekannte die Wahrheit gesagt hatte?
In Folge konnte Cornelius bloß hoffen, dass ihn seine Menschenkenntnis nicht trog. Er wollte unbedingt wissen, welche Information so brisant war, dass jemand, der vermutlich für das Raumcorps' arbeitete, sich darauf verließ, dass ausgerechnet der Botschafter der Konföderation Anitalle nicht seine Vorgesetzten sondern den Auftraggeber des Agenten unterrichtete. Persönliche Freundschaften hin oder her, Cornelius waren Grenzen auferlegt, schließlich repräsentierte einen Machtblock, der im Moment das Erstarken des Raumcorps' voller Misstrauen verfolgte.
Was mochte er bloß für ein Image haben, wunderte sich Cornelius, dass dieser Mann darauf baute, Cornelius würde einer Bitte entsprechen, die mit größter Wahrscheinlichkeit Konsequenzen für ihn haben, wenn nicht gar das Ende seiner Karriere bedeuten würde, von den diplomatischen Verwicklungen ganz zu schweigen?
Er steckte den Kristall in die Innentasche seiner Jacke und seufzte. Was bin ich eigentlich? Ein Bote? Und wenn ich schlechte Nachrichten bringe, hängt man mich auf? Ich habe nichts versprochen. Er fuhr sich hilflos durchs Haar. Ich würde es tatsächlich tun, wenn es notwendig wäre … Plötzlich war ein Grollen zu hören. Der Lift blieb stehen, die Wände der Kabine erzitterten, und das Licht ging aus.

    «… 69 … 70 … 71 …«
Jason Knight, Captain der Celestine III , gähnte. Er musste sich zwingen, die Augen offen zu halten und den Verladevorgang zu überwachen. Auf dem Laufband zogen rechteckige Container an ihm vorbei, die frische Lebensmittelvorräte und Saatpflanzen für die hydroponischen Gärten von Vortex Outpost enthielten. Wenn jemand Probleme mit dem Einschlafen hat , dachte Jason entnervt, sollte er nicht Catzigs zählen, sondern zuschauen, wie Container verladen werden … 87 … 88 … 89 … Natürlich lief der Prozess vollautomatisch ab, und die Elektronik hätte das Band sofort angehalten, falls an einem der Behälter eine Beschädigung entdeckt, er umgekippt oder sonst etwas Ungewöhnliches festgestellt worden wäre, was nur in einem von zehntausend Fällen passieren mochte. Allerdings hatte es sich Jason zur Angewohnheit gemacht, sich nicht blind auf die Scanner zu verlassen – und das hatte ihm schon so manchen Ärger erspart. Früher, als er noch keine Lizenz des Raumcorps' in der Brusttasche seiner Jacke getragen hatte.
Vor dem Outsider-Krieg war er als freier Händler unterwegs gewesen und hatte andere Waren an Leute verkauft, die für diese und seine Verschwiegenheit sehr gut gezahlt hatten – präzise: Jason war Schmuggler gewesen. Und es hatte ihm Spaß gemacht! Der Nervenkitzel, die immer dicker werdenden geheimen Bankkonten und vor allem das Wissen, das Richtige zu tun und Scheißkerlen wie Prinz Joran – mögen die Sternenteufel seine schwarze Seele über einem besonders heißen Feuer rösten! – regelmäßig ans Bein zu pinkeln …
Vorbei. Die gute alte Zeit war vorbei. Jetzt flog Jason im Auftrag des Raumcorps' und seriöser Unternehmen. Statt Medikamente und notwendige Hilfsgüter heimlich zu Planeten zu bringen, die sich aus dem Verband des Multimperiums oder anderer totalitärer Machtblöcke zu lösen versuchten, transportierte er ganz offiziell blehianische

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