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Rätsel um 4: ... den geheimen Hafen

Rätsel um 4: ... den geheimen Hafen

Titel: Rätsel um 4: ... den geheimen Hafen
Autoren: Enid Blyton
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I. Amerika, eine Insel des Friedens
    »Stubs, sagte ich dir nicht, du solltest Lümmel anbinden?«
    Stubs schoß wie ein geölter Blitz die Treppe herunter. »Aber, Tante Susanne, das habe ich doch getan. Hat er sich schon wieder losgerissen? Hat er schon wieder Dummheiten gemacht?«
    Lümmel, der schwarze Spaniel, saß hechelnd, mit weit heraushängender Zunge, mitten auf einer zerrissenen Zeitung, umgeben von Papierfetzen, und sah genauso aus, als lache er.
    »Das war einmal deines Onkels Morgenlektüre«, sagte Tante Susanne vorwurfsvoll, »und er hat sie noch nicht einmal gesehen.
    Du weißt, ich habe noch viel für die Reise vorzubereiten. Ich kann dieses Untier auf keinen Fall hier gebrauchen. Also, richte dich danach und achte auf ihn!«
    »Mutter, ich werde ihn in meinem Zimmer einsperren«, rief Dina und schwenkte einen großen Strauß Gladiolen, den sie gerade im Garten gepflückt hatte. »Ich schließe einfach ab, dann ist er sicher.«
    »Er ist sicher«, lachte die Mutter, »aber in deinem Zimmer dann nichts mehr vor ihm! Nun, macht, was ihr wollt, die Hauptsache ist, ihr schafft ihn mir aus dem Weg. Wenn er uns dauernd stört, werden Vater und ich bis zum Nachmittag auf keinen Fall fertig.«
    Die Lyntons waren im Begriff, eine Reise nach Amerika anzutreten. Währenddessen sollten die drei Kinder und Lümmel mit Fräulein Pfeffer, Frau Lyntons alter Erzieherin, an die See fahren. Sie hatte die Kinder schon oft betreut, wenn die Eltern verreist waren.
    Stubs war gestern erst angekommen, nachdem er die erste Woche der Ferien bei anderen Verwandten verbracht hatte.
    Doch bei den Lyntons fühlte er sich am glücklichsten, denn Tante Susanne ersetzte ihm in ihrer liebevollen Art die Mutter.
    Er bewunderte sie ebensosehr, wie er seinen Onkel Richard respektierte. Und das wollte bei Stubs etwas heißen!
    Der Onkel allerdings bezeichnete seinen Neffen als eine wahre Landplage, womit er manchmal nicht ganz unrecht hatte.
    Dina nahm Lümmel am Halsband und lief mit ihm hinauf.
    Oben, im Schatten verborgen, wartete schon Sardine, die Katze. Fauchend sprang sie den armen Hund an, der tat einen erschreckten Satz, und Dina wäre beinahe rücklings die Treppe heruntergestürzt. Sie stieß einen Schrei aus, und ihr Vater, der  eben aus einer Tür trat, rief ärgerlich:
    »Dieses Haus ist eine Irrenanstalt! Wo ist Fräulein Pfeffer?
    Kann sie nicht dafür sorgen, daß ihr alle still in einer Ecke bleibt, bis wir abgefahren sind? Wahrhaftig, Amerika wird mir wie eine Insel des Friedens erscheinen, nach diesem Durcheinander hier. Sobald ihr aus der Schule kommt, ist der Teufel los.«
    »Ach, das sagst du immer«, lachte Dina und griff fester in Lümmels Halsband. »Und wenn wir wieder fort sind, vermißt du uns. Ich wollte, ihr würdet uns mitnehmen!«
    »Das hätte gerade noch gefehlt! Das erste, was ihr tätet, wäre, über Bord zu fallen. Und Robert und Stubs würden den ganzen Tag im Maschinenraum hocken und nur zu den Mahlzeiten völlig verdreckt auftauchen!«
    »Oh, Onkel, dürfen wir das wirklich?« schrie Stubs, der die Treppe heraufstürmte. »Es wäre einfach supertoll!«
    Herr Lynton schüttelte den Kopf und starrte seinen Neffen an. »Wo hast du nur immer diese Ausdrücke her? Diese unmöglichen Ausdrücke!«
    »Wetten, daß ein König manchmal auch ›supertoll‹ sagt? Ich glaube …«
    »Geh zur Seite«, unterbrach der Onkel ihn ungeduldig, »erst Dina mit dem Hund, und nun du mit deinem ewigen Unsinn.
    Außerdem bin ich überzeugt, daß Sardine, wie immer, irgendwo auf mich wartet, um es zu erleben, wie ich über sie stolpere.
    Dieses Haus ist ein Irrenhaus – ein Irrenhaus, sage ich!«
    »Richard, Lieber, komm doch bitte herunter und hilf mir, die Koffer zu schließen. Sie stehen im Arbeitszimmer. Dort sind wir vor den Störenfrieden sicher.«
    »Sie nennt uns Störenfriede!« entrüstete sich Stubs und beugte sich über das Geländer. »Hallo, Tante Susanne!«
    Unten fiel eine Tür ins Schloß, Stubs gab es auf und half, den  widerstrebenden Lümmel den Flur entlang in Dinas Schlafzimmer zu zerren.
    Dort fanden sie Fräulein Pfeffer damit beschäftigt, Kleider aus dem Schrank zu nehmen, denn sie versuchte, schon ein wenig zu packen, solange Frau Lynton sie nicht brauchte.
    »Hallo!« schrie Stubs, als habe er sie seit Wochen nicht gesehen, faßte sie um die Taille und preßte sie an sich, bis sie nach Luft schnappte.
    »Hör auf! Hör auf!« rief das arme Fräulein Pfeffer außer Atem, und ihre Augen

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