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Quofum

Quofum

Titel: Quofum
Autoren: Alan Dean Foster
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grinste seinen besorgten Kollegen an. »Ich vermute, dass man sich damit anständig betrinken kann. Aber Sie müssen Ihre Drinks mit einer guten Prise Salz mögen.« Mit diesen Worten watete er zurück ans Ufer, wo das untere Drittel seiner Tarnhose rasch wieder trocknete, und reichte seinem Partner das Röhrchen.
    Mit abwehrend erhobener Hand protestierte N'kosi. »Nein, danke. Wenn Sie nichts dagegen haben, warte ich, bis wir die Gelegenheit hatten, den Inhalt zu analysieren. Vielleicht ist darin ja noch etwas anderes Interessantes außer Alkohol enthalten. Schwärme von parasitären Foraminiferen beispielsweise.«
    Tellenberg verzog das Gesicht und verstaute das Röhrchen in dem entsprechenden Behältnis. »Sie sind echt nicht witzig.«
    »Alien-Parasiten sind auch nicht witzig. Ein schrecklicher, schmerzvoller Tod ebenso wenig«, erwiderte N'kosi.
    »Wie gesagt, Sie sind nicht witzig.« Eine Bewegung am Fuße eines der Alien-Gewächse, die am Rand des Strandes wuchsen, erregte Tellenbergs Aufmerksamkeit. »Sind das Würmer?« Augenblicklich hatten die beiden Männer ihren Zwist vergessen und kletterten den leichten Abhang in Richtung des Gesichteten empor.
    Weiter im Landesinneren wurde Valnadireb langsamer, als er und Haviti sich dem Fluss näherten. Dieser war weder breit noch tief, und er floss rasch aus den Bergausläufern im Osten in ihre Richtung. Wie die meisten seiner Art fürchtete sich auch Valnadireb instinktiv vor Wasser, das höher reichte als die Atemfortsätze auf seinem Thorax. Da die Thranx außerdem nicht über die großen, ausdehnbaren Luftsäcke verfügten, die ihre menschlichen Freunde Lungen nannten, würden sie sofort bis über den Kopf versinken. Zwar gab es einige Thranx, die an Aktivitäten in oder auf dem Wasser teilnahmen, doch diese wurden von ihren Artgenossen als verrückt oder Schlimmeres bezeichnet.
    Daher hielt sich Valnadireb zurück, während Haviti zum Fluss ging und einige Proben entnahm. Auf ihr Drängen hin und nach einigen Ermutigungen rückte er schließlich immer näher, bis er schräg hinter ihr stand. So konnte er ihr dabei helfen, die Wasserproben, die sie aus dem flachen Strom entnahm, zu verstauen und zu katalogisieren. Das unfreiwillige Zucken und kaum wahrnehmbare Summen seiner verkümmerten Flügel waren der einzig sichtbare Beweis dafür, dass er sich in dieser Position höchst unwohl fühlte. Die Thranx mit ihrer Chitinhaut konnten natürlich nicht schwitzen.
    »Ich weiß, dass Ihnen das nicht leichtgefallen ist«, meinte Haviti zu ihm, als sie sich von dem tosenden Wasser abund wieder dem Wald zuwandten. Obwohl sie die Symbosprache flüssig beherrschte, zögerte sie nicht, in Terranglo zu sprechen. Ihr Thranx-Kollege konnte sich ebenfalls flüssig in beiden Sprachen verständigen, und er kam mit der ihren vermutlich besser zurecht als sie mit dem Klicken, den Pfeifgeräuschen und den Kehlkopftönen des Nieder-Thranx.
    Der herzförmige Kopf mit seinem goldenen Band aus Facettenaugen drehte sich um nahezu einhundertachtzig Grad zu ihr um und fixierte sie, während sie mit beiden Händen das Bündel zurechtrückte, das an seinem Oberbauch befestigt war.
    »Wasser ist zum Trinken und zur rituellen Waschung da«, erklärte er ernst. »Ich kann es nicht mit ansehen, wie Menschen freiwillig hineintauchen. Dabei gerät mein gesamtes Verdauungssystem in Wallung.«
    Grinsend machte sie einen Schritt von ihm weg und richtete ihr Hemd. Die Luft war angenehm warm, ein wenig kühl für einen Thranx, aber für sie einfach perfekt. Doch auf einmal verschwand ihr Grinsen, und sie erstarrte.
    Valnadireb, der auf die Regungen des menschlichen Gesichts ebenso reagierte wie auf die ausgeklügelten Gliedmaßen- und Handbewegungen seiner Artgenossen, griff mit einer Echthand augenblicklich nach der kleinen Pistole, die sich in seinem Thorax-Holster befand.
    »Sie haben etwas gesehen, das Ihnen Angst macht. Wo?«
    Die jetzt völlig ernste Haviti deutete mit einem Arm auf eine Stelle. »Da rechts. Zwischen den beiden großen, rot-orangefarbenen Gewächsen.« Sie stand bewegungslos da und starrte in die angegebene Richtung.
    »Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was das ist«, fuhr sie fort, »aber ich weiß, dass es uns direkt ansieht.«

2
    Obwohl jeder Teil des Lagers, von den Wänden über die Laborausrüstung bis hin zu den Möbeln, so entworfen worden war, dass er sich selbst aufbaute, war dennoch ein Aufseher erforderlich, der beispielsweise dafür sorgte, dass die

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