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Quer durch die Schweiz - zu Fuss von Basel nach Locarno (German Edition)

Quer durch die Schweiz - zu Fuss von Basel nach Locarno (German Edition)

Titel: Quer durch die Schweiz - zu Fuss von Basel nach Locarno (German Edition)
Autoren: Ruth Höhnke
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Unsere Wanderung im August/ September 2007
     
    Im weiteren Teil dieses Buches finden sie detaillierte Wanderbeschreibungen unserer Strecke. Auf den folgenden Seiten möchte ich ihnen einige persönliche Erlebnisse unserer Wanderung aus dem Spätsommer des Jahres 2007 schildern.
Tag 1 – von der Stadt auf’s Land
    von Basel/ Muttenz nach Reigoldswil
    Es ist Sonntag und ein wunderschön-warmer August-Tag. Morgens früh noch lecker gefrühstückt, rein in die Strassenbahn-Linie 14, ganz unspektakulär beginnen wir unsere Wanderung durch die Schweiz.
    In Muttenz beginnen wir bei noch leicht diesigem Wetter unsere Tour. Wir sind dankbar, dass die Sonne noch nicht scheint, denn der Anfang unserer Wanderung geht erst mal bergauf. Der Rucksack ist noch ganz ungewohnt, wir wissen noch nicht so richtig, wo sitzt er am bequemsten, wie geht es sich am besten.
    Bald sind wir aus Muttenz raus und die erste steile Anhöhe raufgewandert. Überraschend schnell lassen wir den Großraum Basel hinter uns. Südlich von Basel beginnt das Jura-Gebirge. Schnell lerne ich, dass es ganz viele Facetten des Jura gibt. Hier sind sie eher lieblich-mild und gar nicht so schroff und abweisend, wie ich diesen Gebirgszug immer in meiner Vorstellung hatte.
    Wir wandern durch kleine Orte, immer im leichten auf und ab des Geländes. Die Ausschilderung ist mit ein wenig Ortskenntnis von einer Übersichtskarte fast narrensicher. Nur zweimal auf der heutigen Tagesetappe machen wir einen Umweg, einmal kurz vor Hochwald - hier hätten wir nach links, statt geradeaus gehen müssen - und das zweite Mal hinter dem Weierhof bei Seewen . Hier ist im Wald die Beschilderung undeutlich, statt bergab, gehen wir bergauf, bemerken unseren Fehler aber schon nach kurzer Zeit.
    Für den ersten Tag kommen wir gut voran und sind so zügig in Seewen, einem möglichen Übernachtungsort, dass wir uns entscheiden, noch einen Ort weiter, nach Reigoldswil zu gehen. Unterwegs gibt es immer Streuobstwiesen . Jetzt Ende August sind die Äpfel und Birnen reif, stellenweise bin ich so satt, dass ich gar kein Proviant gebraucht hätte. Wie gut, dass die Kirschen und Pflaumen schon geerntet sind, vor lauter Naschen wäre ich gar nicht vorwärts gekommen.
    Schon seit Hochwald haben wir immer wieder den Hausberg von Reigoldswil, den Wasserfallen im Blick. Von weitem sieht er steil und nur schwer bezwingbar aus, doch je näher wir kommen, verliert er nach und nach seinen Schrecken. Als wir am späten Nachmittag in Reigoldswil ankommen, ist es nur noch ein bewaldeter Berg, der eben ein bisschen schroffer aufragt, als die anderen in seiner Umgebung. Bei milden Temperaturen lassen wir den Abend mit einem „Panasche“, einem Schweizer Radler, auf der Außenterrasse unseres Gasthofes ausklingen.

Tag 2 – über den Berg, hinein ins Tal
    von Reigoldswil nach Oensingen
    Mit leichtem Nieselregen beginnt der heutige Tag, doch so schnell, wie die Regenjacke ausgepackt ist, ist die Nässe auch wieder weg. Wäre heute nicht Montag, wären wir für den Aufstieg auf den Wasserfallen schwach geworden. Aber Montag ist Ruhetag der Seilbahn von Reigoldswil zur Bergstation am Hinteren Wasserfallen. So „müssen“ wir tapfer sein und die knapp 500 Höhenmeter zu Fuss angehen. Aber wie oft im Leben, es ist selten so schlimm, wie es anfangs aussieht. Schnell sind wir über den Forstweg die Serpentinen hoch zur Bergstation gestiegen. Als ich oben bin, bin ich überrascht, wie einfach der Aufstieg war.
    Am Berggasthof an der Bergstation der Seilbahn erreichen wir dann unseren ersten richtigen Wanderweg, der uns hoch zur Passhöhe führt. Diese besteht vollkommen undramatisch aus einer kleinen Kapelle, die im dichten Wald steht. Es ist zugig hier oben, und verschwitzt wie ich bin, macht mir unsere erste Pause irgendwie keinen Spaß.
    Über die Alpe Limmern steigen wir schnell ins Tal hinab. Das Wetter verändert sich langsam, statt wie morgens grau in grau mit diesiger Sicht, klärt es richtig auf, strahlend blauer Himmel ist zu sehen und die Farben sind satt und kräftig. Die Strecke zwischen Mümliswil und Balsthal bietet einen guten Einblick in die Schweizer Geschichte, denn wir bekommen die ersten Burgen zu sehen, Neu- und Alt-Falkenstein. Diese sind zwar nur noch Ruinen, bieten aber vor dem blauen Himmel ein äußerst malerisches Bild. Auch der Blick zurück nach Wasserfallen lässt die Hitze vergessen, die inzwischen herrscht.
    In Balsthal genießen wir ein kühles Getränk, ehe wir auf absolut

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