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Prag - Reisen mit Insider-Tipps

Prag - Reisen mit Insider-Tipps

Titel: Prag - Reisen mit Insider-Tipps
Autoren: MairDumont
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Bild: Blick auf die Prager Altstadt
    â€žPrag war über Jahrhunderte ein Zentrum des europäischen Lebens, eine bedeutende geistige Kreuzung, ein Nährboden für Ideen und Kultur” – so beschrieb der ehemalige tschechische Staatspräsident Václav Havel die Stadt, in der er geboren wurde. Dass sich Prag nach der Samtenen Revolution vom November 1989 wieder in Richtung Europa aufgemacht, sich geöffnet und das sozialistische Grau abgestreift hat, ist nicht zuletzt auch Václav Havel zu verdanken.
    Es war vor allem das komplizierte, spannungsreiche und zugleich überaus fruchtbare Beziehungsgeflecht aus Tschechen, Deutschen und Juden, das Prag zu Beginn des 20. Jhs. zu einer kulturellen Schnittstelle Europas machte. Die Namen der Schriftsteller Franz Kafka, Egon Erwin Kisch und Franz Werfel stehen beispielhaft für diese Epoche. Noch in den 1930er-Jahren war Prag ein Zufluchtsort vor den Nationalsozialisten – für deutsche Intellektuelle wie Bertolt Brecht und die Brüder Thomas und Heinrich Mann ebenso wie für Oppositionelle wie den Sozialdemokraten Erich Ollenhauer –, bevor auch hier Hakenkreuzfahnen wehten. Die Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Hitlers Wehrmacht, der Zweite Weltkrieg, der Holocaust und im Anschluss die Vertreibung der Deutschen beendeten die einzigartige kulturelle Vielfalt Prags auf grausame Weise. Heute ist die Bevölkerungsstruktur der tschechischen Hauptstadt homogen, fast alle 1,2 Mio. Prager sind Tschechen oder aber Slowaken, von denen viele nach der Teilung der Tschechoslowakei 1993 hier blieben oder der Arbeit wegen kamen. Die kulturelle Vielfalt der Vergangenheit kann man heute nur noch erahnen, wenn man durch das alte jüdische Viertel Josefov spaziert oder deutsche Straßennamen an Altstadtfassaden entdeckt.
    Für Amerikaner war Prag die Welthauptstadt der Bohème
    Für Aufsehen sorgte in den Jahren nach der Wende eine schnell wachsende amerikanische Community. Scharen von College-Absolventen, Künstlern und Abenteurern kamen aus den USA in die vermeintliche „Welthauptstadt der Bohème”, um hier Inspirationen für ihren ersten Roman oder Kurzfilm zu finden oder ganz einfach nur ihr Glück zu suchen. Anfang der 1990er-Jahre sollen zeitweise bis zu 50 000 US-Amerikaner in Prag gelebt haben. Heute ist die Stadt für das Bohème-Leben viel zu teuer und für ein Abenteuer im „Wilden Osten” wohl auch nicht mehr exotisch genug. Laut Statistik leben heute nur noch rund 2500 US-Bürger in Prag. Die größte Ausländergruppe stellen jetzt die Ukrainer (knapp 35 000), Spuren im kulturellen Leben der Stadt hinterlassen sie allerdings bisher kaum. Die meisten von ihnen, überwiegend junge Männer, kommen zum Geldverdienen und arbeiten auf einer der zahlreichen Baustellen. Neben etwa 10 000 Russen gibt es eine starke vietnamesische Gemeinschaft (knapp 6000). Noch verkaufen viele von ihnen Gemüse und Billigtextilien in kleinen Läden. Doch die Vietnamesen streben nach mehr, schicken ihre Kinder auf gute Schulen und bauen ihren Handel aus. Sportisimo, eine der größten tschechischen Sportartikelketten, wurde von zwei Vietnamesen gegründet, die noch zu kommunistischen Zeiten als Studenten nach Prag gekommen waren.
    Ausländer in Prag sind heute in allererster Linie Touristen. Im Durchschnitt kommen 11 000 Besucher pro Tag: Rucksack- und Studienreisende, Pauschaltouristen und Schülergruppen, Familien und Liebespaare – magisch angezogen von den romantischen Gassen der Altstadt, den malerischen Winkeln der Kleinseite, der majestätisch sich über die Moldau spannenden Karlsbrücke, dem atemberaubenden Nebeneinander von Gotik, Renaissance, Barock, Jugendstil und Funktionalismus. Prag hat eine der größten denkmalgeschützten Zonen Europas. Fast das gesamte Zentrum steht auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Und das zu Recht: Kleinseite und Altstadt sind wie zur steinernen Kulisse eines Freilichttheaters verschmolzen – und wunderschön.
    Für die Denkmalpfleger ist Prag mit seiner Vielfalt an Epochen und Stilen eine riesige Herausforderung. Nach der Wende begann das große Restaurieren. Weil es nur wenige Viertel gibt, in denen alle Gebäude aus derselben Zeit stammen, müssen sich die Denkmalschützer immer fragen, was sie eigentlich schützen wollen – eine Epoche, einheitliche Straßenzüge oder einzelne Gebäude? Als zum

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