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PR2602-Die Todringer von Orontes

PR2602-Die Todringer von Orontes

Titel: PR2602-Die Todringer von Orontes
Autoren: Michael Marcus Thurner
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1.
    Perry Rhodan
     
    Er sehnte sich nach dem Sonnenaufgang – doch er würde nicht kommen. Er würde niemals kommen. Nicht auf dieser Welt zwischen Zwielicht und Gluthitze.
    Rhodan blickte in Richtung jenes Gebirgszuges, der ihren Schiffen am nächsten lag. Er sah mehrere runde Kuppen, etwa tausend Meter hoch. Sie wirkten wie abgeschmirgelt. Kerbtäler, die ganz und gar nicht zu diesem sanften Bild passten, zerteilten den Gebirgszug. An den Innenseiten der Einschnitte zeigte sich starker Flechtenbewuchs.
    Fahlfarbenes Kraut, dachte Rhodan, das sich kaum vom ockergelben Gelände abhebt. Bewohnt von Spinnen, Skorpionen und kleineren Krabbeltieren, die sich trotz der unwirtlichen Bedingungen Lebensräume geschaffen haben.
    »Wir sollten eine der Ruinenstädte besuchen«, sagte Mondra Diamond, die neben ihm durch Staub und Sand ging. »Vielleicht können wir etwas über die ehemaligen Bewohner herausfinden.«
    »Eins nach dem anderen.« Rhodan suchte den Horizont mit Blicken ab. Irgendwo rechts von ihnen befand sich eine der untergegangenen Ansiedlungen, etwa fünfzig Kilometer entfernt. »Du kennst das gängige Prozedere für den Fall einer Notlandung.«
    Rhodan nahm die behandschuhten Finger zu Hilfe und zählte auf: »Den Landeplatz absichern, Schäden sichten, Verletzte behandeln. Dann versuchen, eine Funkbrücke herzustellen. Die Umgebung in Sensorerfassung und Augenschein nehmen. Und erst wenn die vordringlichen und lebenssichernden Maßnahmen erledigt sind, sollten wir unserer Neugierde nachgeben.«
    »Es ist ja nicht so, dass sich MIKRU-JON in einer Notlage befindet«, widersprach Mondra.
    »Hat dich die Abenteuerlust gepackt?«
    Unweit von ihnen lagen Teile jener Roboter, die sich wenige Stunden zuvor aus dem Boden gegraben und sie völlig unvermutet angegriffen hatten. Rhodan zog seine Begleiterin auf das Trümmerfeld zu.
    »Eher die Neugierde.«
    »Unter normalen Umständen hätte ich dir recht gegeben. Es wäre gut, mehr über Ontores rauszufinden.«
    »Aber?«
    »Aber wir haben immer noch unseren Klotz am Bein.«
    »Die CHISHOLM.«
    »Die Besatzung der CHISHOLM. Personal, das für derartige Notsituationen kaum geschult ist, und mehr als zweihundertdreißig Passagiere.« Rhodan stieß mit dem Fuß gegen den Oberteil eines zerstörten Roboters. Er kippte zur Seite. Ein Strahlschuss MIKRU-JONS hatte ihm den Garaus gemacht. »Warten wir, bis ein wenig Ruhe eingekehrt ist. Und bis Gucky von seiner Expedition aus der Unterwelt Orontes' zurückgekehrt ist.«
    »Ich hätte Atlan meine Gunst schenken sollen«, sagte Mondra lächelnd, »und nicht einem alten, zögerlichen Langweiler wie dir. Der Arkonide hätte meinem Vorschlag bedenkenlos zugestimmt.« Im Vorbeigehen kickte sie ebenfalls einen der Robotkörper zur Seite, dessen Brust von einem Strahlschuss mit etwa zwanzig Zentimeter Durchmesser durchschlagen worden war.
    »Dass du dich bloß nicht täuschst ...«
    Die Aktivitätsanzeige von Rhodans SERUN schnellte in die Höhe, eine Holoanzeige wurde vor seine Augen gespiegelt.
    Gefahr. Unbekannte Energieflüsse ...
    Er zog den Strahler aus dem Holster. Ohne viel nachzudenken. Legte an, während Mondra noch verblüfft um sich blickte. Feuerte. Traf einen ausgestreckten Arm des Roboters, dessen Mündungslauf eben aktiviert worden war und rotgelb aufglühte. Der auf seine Begleiterin gerichtet war.
    Der Arm verschwand, vom Desintegrator aufgelöst. Ein wenig Staub wirbelte hoch, verglasender Sand knackste. Sonst blieb es ruhig.
    »Was ...?« Mondra sah verdutzt um sich und erfasste erst jetzt die Gefahr, in der sie geschwebt hatte.
    »Ich mag ein Langweiler sein, aber in Notfällen bin ich auf Zack«, sagte Rhodan lächelnd und steckte die Waffe ins Holster zurück, als er sicher war, dass das energetische Umgebungslevel wieder auf null gesunken war.
    »Ein Mann der schnellen Schüsse«, murmelte Mondra Diamond und sah ihn mit Schalk in den Augen an. Dann fügte sie leise hinzu: »Ich war abgelenkt, wegen Ramoz, sonst wäre mir das nicht passiert, dass ich nur auf deine Waffe glotze und ... na ja, was ich eigentlich sagen will: danke!«
    »Das ist mein Job«, wehrte Rhodan schnell ab und fügte dann mit einem Anflug von Röte im Gesicht hinzu: »Aber wenn du das Gefühl hast ... du kannst dich durchaus revanchieren.«
    »Ich kenne dich, Perry. Spiel anderen ruhig den abgehobenen Langweiler vor. Du hast etwas ganz Bestimmtes im Sinn ...«
    »Ich weiß nicht, wovon du sprichst ...«
    »Lass es mich so sagen: Für

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