Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
PR TB 099 Die Tödliche Erfindung

PR TB 099 Die Tödliche Erfindung

Titel: PR TB 099 Die Tödliche Erfindung
Autoren: Perry Rhodan
Ads
Buch
    Eine Treppe! dachte Starrion, als er die schwere Eichentür
hinter sich zudrückte.
    Eine richtige Treppe!
    Das Haus war neu, aber in altem Stil gebaut; es mußte seinen
Besitzer viel Geld gekostet haben. Im Treppenhaus roch es nach
Fichtennadeln. In der Mitte waren die Stufen mit Teppichen belegt,
das Geländer war mit Schnitzereien verziert.
    Starrion blieb stehen und blickte die Treppe hinauf. Hier war es
seltsam still, der Lärm der großen Stadt war hinter der
Eichentür zurückgeblieben.
    Die Wände im Treppenhaus waren tapeziert, wahrscheinlich war
dies das einzige Haus in Terrania-City, in dem es Tapeten gab.
    Starrion war alt und unbeweglich, er hatte im Laufe seines Lebens
sechsundzwanzig Transplantationen und vier Alterskuren durchgemacht.
Sein Gesicht war glatt, aber es zeigte die fahle Blässe des
Alters. Die Augen besaßen keinen Glanz mehr, die Hautpartien
begannen trotz mehrerer Straffungen allmählich zu erschlaffen.
    Vielleicht, überlegte Starrion, hätte ich nicht
hierherkommen sollen. Er hatte lange versucht, mit Taynor eine
Videoverbindung herzustellen, nachdem man ihm gesagt hatte, daß
Taynor der einzige Mann auf der Erde war, der ihm vielleicht helfen
konnte.
    Starrion schüttelte unbewußt seinen Kopf. Er hätte
die Erfindung schon vor Jahren an die Industrie verkaufen können.
Er hatte sich und seine Arbeit überschätzt.
    Wie oft hatte er an die Administration geschrieben?
    Er war nie an einem technisch-wissenschaftlichen Sachbearbeiter
vorbeigekommen.
    Starrion umschloß mit einer Hand das Geländer und ging
die Treppe hinauf. Es war anstrengend, Starrion begann nach wenigen
Stufen zu keuchen. Sein Gesicht rötete sich. Er hustete.
    Wenn Taynor tatsächlich ein so vielbeschäftigter und
begabter Mann war, mußte er ein Snob sein, sonst hätte er
die Errungenschaften der Technik für sein Haus genutzt.
    Starrion blieb stehen und blickte sich um. Er hatte Taynor noch
nie gesehen, aber er wußte bereits jetzt, daß ihm der
Psi-Organisator unsympathisch sein würde. Taynor lebte in einem
solchen Haus, um aufzufallen.
    Niemand schien zu arbeiten, auch hier oben, direkt vor dem
Eingang, blieb alles still.
    Starrion stand vor einer zweiten Eichentür. Glasfenster mit
roten Vorhängen dahinter waren in sie eingelassen. Starrion
kannte das von alten Bildern, aber er hatte nie geglaubt, daß
er so etwas einmal sehen würde.
    Ein emailliertes Schild an der Tür wies den Bewohner dieses
seltsamen Hauses aus:
    TAYNOR - Psi-Organisator
    Ich werde umkehren! dachte Starrion.
    Doch dann klopfte er gegen die Tür. Vielleicht war es die
Müdigkeit, die ihn zum Bleiben veranlaßte, er hatte in den
letzten Jahren außerdem viel von seiner früheren
Impulsivität verloren.
    Sie dürften unsere Körper nicht so lange jung erhalten!
dachte Starrion ärgerlich. Des Geistes wegen! Der Geist ließ
sich nicht betrügen. Die Tür wurde geöffnet. Im
Halbdunkel des Korridors stand ein riesiger, fetter Mann und blickte
zu Starrion heraus.
    »Entschuldigen Sie!« sagte Starrion mit kratzender
Stimme. »Es ist ein Irrtum. Ich habe mich in der Tür
getäuscht, ich werde gehen.«
    Der große Mann trat auf den Treppenabsatz heraus, so daß
das Licht der Deckenlampe auf ihn fiel. Starrion konnte ihn jetzt
genau sehen.
    Taynor verbarg seine körperliche Fülle nur unzureichend
in einem
    wallenden Hausmantel. Er hatte Hängebacken und Augen, die
fast hinter Fettwülsten verborgen waren. Die Stirn war flach und
zudem noch von ölig glänzenden Haaren bedeckt. Der Geruch,
den Taynor ausströmte, erinnerte Starrion an Mundwasser. Taynors
Mund wirkte weich, die Unterlippe war leicht nach außen
gestülpt.
    Das Alter des Psi-Organisators war nicht abschätzbar, er
konnte dreißig sein oder hundert.
    Starrion wandte sich um.
    »Sie sind Starrion, der Wissenschaftler«, stellte
Taynor fest, als Starrion bereits nach dem Geländer griff, um
die Treppe hinabzusteigen.
    Die Stimme klang merkwürdig, Taynor betonte jeden Vokal auf
besondere Weise.
    Natürlich nur, um Eindruck zu machen.
    Trotzdem blieb Starrion stehen. Es war, wie er vermutet hatte: Er
mochte Taynor nicht. Der Psi-Organisator war ein aufgeblasener
Angeber, er hätte Prominentenarzt oder Kunstkritiker sein
können.
    »Ich denke nicht, daß Sie mir helfen können«,
sagte Starrion bissig.
    Taynor zupfte an einem Ärmel seines Mantels und entblößte
dabei einen dicken Unterarm mit einer riesenhaften Uhr daran.
    »Sie sind für jetzt bestellt, Starrion. Der

Weitere Kostenlose Bücher

Mogelpackung: Roman
Mogelpackung: Roman von Jan Schröter
Le granit et le feu
Le granit et le feu von Pierre Naudin
Rachedurst
Rachedurst von J Patterson