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PR TB 088 Welt Im Psycho Sturm

PR TB 088 Welt Im Psycho Sturm

Titel: PR TB 088 Welt Im Psycho Sturm
Autoren: Perry Rhodan
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FAMILIENCHRONIK HOORN:
    Naradia schenkte Garweil Hoorn drei Söhne - Abrin, Darwin und
Jeoridin. Alles starke und schlaue Kerle, die es mit jedem Boscyk
aufnehmen konnten. Als wieder ein Kind unterwegs war, behauptete
Garweil vor dem Familienrat, daß es wiederum ein Sohn werde. Um
seiner Überzeugung besonderen Ausdruck zu verleihen, legte er
sich von Anfang an den klangvollen Namen Lymin zurecht. Als es jedoch
soweit war, mußte er ihn in Lymina abändern. Diesen
Schicksalsschlag konnte Garweil nie so recht verwinden. Nicht nur,
daß Lymina schwach und zart und weiblichen Geschlechts war, sie
schlug auch sonst vollkommen aus der Art. Sie konnte nicht einmal
einen
    Thermostrahler halten, verstand dafür aber mit dem
Schreibstift umzugehen; sie konnte nicht fluchen, dafür
wunderbar singen; sie konnte keine Fallen stellen, konnte aber die
schönsten Tuchmuster weben - alles Eigenschaften, die dazu
angetan waren, einem Hoorn die Galle hochkommen zu lassen. Aber das
war noch gar nichts! Lyminas schlimmster Makel trat erst zutage, als
sie zu einer jungen Dame herangereift war. Da stellte sich heraus,
daß sie nicht normal war und nichts von Familientradition
hielt.
    Von seinem Zimmer im zwanzigsten Stock des Hotels hatte Michael
Rhodan einen hervorragenden Überblick über die Hauptstadt
von Cryxtant. Unter seinen Fenstern breitete sich Cryx-City aus, und
er sah weite Teile Cryx-Ports und Cryx-Markets. Eigentlich konnte man
zwischen der Stadt, dem Raumhafen und dem riesigen Markt keine
Trennlinie ziehen. Neben Hochhäusern ragten oft Raumschiffe der
verschiedensten Bauarten auf - und der Markt war überall.
Genaugenommen war der Planet Cryxtant ein einziger überdimensionaler
Supermarkt - der größte Warenumschlagplatz der Galaxis.
Zumindest war er es im Jahre 2429.
    Aber niemand konnte sagen, was morgen sein würde. Denn
Cryxtant war keine jener Händlerwelten, die ihre Entstehung
natürlichen Gegebenheiten zu verdanken hatte. Cryxtant war nicht
auf natürliche Art und Weise zu einem Handelszentrum geworden,
sondern durch intensive Bemühungen der Springer. Bei den
Springern handelte es sich bekanntlich um jenes Volk von Galaktischen
Händlern, die ein Handelsmonopol für die Gebiete außerhalb
des terranischen Machtbereiches beanspruchten. Doch seit eines Tages
die Freihändler aufgetaucht waren, verloren die Springer immer
mehr an Terrain. Die Entwicklung auf Cryxtant schien nun auf eine
Renaissance der Springer hinzudeuten.
    Der Türinterkom schlug an. Ohne ihn einzuschalten, betätigte
Michael den Türöffner. Als der Besucher eintrat, huschte
ein unverbindliches Lächeln über Michaels Gesicht.
    »Ah, Mister Taylor, kommen Sie nur weiter.«
    Der große, schlanke Mann, der, einem Trend der Mode auf
Cryxtant folgend, seine Gesichtshaut rötlich gefärbt hatte,
machte eine leichte Verbeugung. Dann kam er ins Zimmer.
    »Wenn Sie gestatten, Mr. Reginald, dann bin ich so frei.«
    Michaels Lächeln wandelte sich augenblicklich - es wurde
geringschätzig. Wieder einer, der mich erkannt hat und zum
Götzendiener wird, dachte er.
    Wie oft schon, hatte Michael auch auf Cryxtant den Namen seines
Patenonkels als Familiennamen ausgegeben, um nicht sogleich die Vor-
und Nachteile als »Sohn des Großadministrators«
spüren zu müssen. Es gab keinen zwingenden Grund dafür,
daß er seinen Vater verleugnete - aber eine Menge guter Gründe.
Das sah man am Beispiel von Mr. Taylor.
    Clint Taylor war früher USO-Spezialist gewesen und betrieb
nun auf Cryxtant eine Detektei. Michael hatte ihn mit Nachforschungen
betraut, weil er sich dachte, daß ein ehemaliger USO-Agent der
richtige Mann für ihn sei.
    In gewisser Beziehung hatte Taylor seine Fähigkeiten
jedenfalls unter Beweis gestellt - er hatte Michaels Inkognito
gelüftet.
    Nachdem Michael Taylor gegenüber am Tisch Platz genommen
hatte, bemerkte er: »Ich hoffe, Sie haben die Nachforschungen
über Erquin Hoorn so erfolgreich abgeschlossen wie Ihre private
Schnüffelei.«
    Taylors rot geschminktes Gesicht nahm die Farbe einer überreifen
Tomate an.
    »Ich fürchte, ich verstehe nicht, Mr. Reginald.«
Taylor lachte gezwungen. »Oder können Sie Gedanken lesen
und wissen schon, daß ich über Erquin Hoorn nicht viel
herausgefunden habe? Das liegt bestimmt nicht an mir, wirklich nicht.
Ich habe mein Möglichstes getan, habe jede Quelle auf Cryxtant
angezapft. Aber die Quellen waren leider nicht ergiebig.«
    »Die Hoorns stammen doch von dieser Welt«, warf
Michael ein. »Und

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