Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
PR TB 086 Feldzug Der Morder

PR TB 086 Feldzug Der Morder

Titel: PR TB 086 Feldzug Der Morder
Autoren: Perry Rhodan
Ads
Buch
    Dong-soni, der neunzehnte Planet der Sonne Antares alpha im
Skorpion und einer der hellsten Sterne dieser Galaxis, drehte sich in
der Zeit von neunundzwanzig Stunden, fünfundfünfzig Minuten
und zweiundzwanzig Sekunden einmal um seine Achse. Dong-soni
umrundete das mächtige, rot lodernde Teuer im Zentrum des
Systems in einer siderischen Umlaufzeit von
siebenhunderteinundvierzig terranischen Tagen. Die Strahlen von
Antares benötigten für die Strecke von zweieinhalb
Astronomischen Einheiten - so weit war der Planet von der Sonne
entfernt - zwanzig Minuten und fünfzig Sekunden. Zwei winzige
weiße Monde mit den Namen Yang und Yin rasten jede Nacht
einigemal über den Himmel - in gegenläufiger Bewegung. Auf
Dong-soni, der von den Männern des violetten Mondes unter
Leitung von Spencer Cimarosa entdeckt worden war, stand das Schiff
der United Stars Organisation. Das Historische Korps war von Bord
gegangen. Dong-soni war ein unbekannter Planet.
    Der Mann kam mit einem Arm voll Holz aus dem grünen, dornigen
Gestrüpp. Er bückte sich, um einige Ranken zur Seite zu
schieben. Eine große, zyklamenfarbige Schlange kroch durch die
breiten Gräser. Sie hielt inne und hob ihren flachen, tödlichen
Kopf, so daß die Zeichnung unterhalb der Augen sichtbar wurde.
Ihre Zunge schoß hervor, als sie unter einen modernden Stamm
glitt.
    Der Mann erreichte den Rand des Teiches und sah, daß hier
der Wald zu Ende ging. Jenseits des Wassers begann der Felsabsturz;
von dorther kamen das Rauschen und der Nebel. Eine Nebelschicht
sammelte sich auch über dem jenseitigen Ufer. Nun, im letzten
Licht des Tages, sah der schlanke Mann den riesigen Kessel des
Savannentales. Der Fluß sah wild aus wie eine Schlange, die
bereit ist, zuzustoßen.
    »Ich brauche das Holz, Chef!« sagte eine Stimme hinter
ihm. Atlan drehte sich um und ging langsam auf das Feuer zu. Eine
ferne Erinnerung hatte ihn eben berührt.
    »Ich komme«, erwiderte er knapp.
    Es herrschte jetzt Zwielicht - jener kurze Zwischenraum, der Tag
und Nacht trennte. Hier auf diesem Planeten war es wie ein
plötzliches Aussetzen der Gedanken, ein sekundenlanges
Zurückziehen in eine längst vergangene Zeit. Ein
intensives, fast silbernes Licht fiel über die Ebene und
durchtränkte den Nebel.
    Atlan setzte sich in den Klappsessel und schichtete das Holz
sorgfältig in der Nähe des Feuers, aber weit genug entfernt
von den Flammen auf. Dann nickte er den drei anderen USO-Angehörigen
zu und lehnte sich zurück. Er war müde und genoß die
Stimmung; das Flackern schläferte ihn ein. Veonard Barca, der
Anthropologe, der Atlan gegenüber saß, warf Droysa Gordion
einen langen, nachdenklichen Blick zu.
    »Wir haben in wenigen Minuten etwas zu essen!«
versprach das Mädchen halblaut.
    Auf dem großen Gitter des Grills standen die schwere Kanne,
lagen röstende Brotscheiben und die Fleischteile eines
gazellenartigen Tieres, das sie vor einer Stunde geschossen hatten.
    Warum dachte er ständig an Schlangen...? Oder an gotische
Krieger?
    Eine Herde von riesigen Schatten bewegte sich aus dem Wald hervor
und auf das Wasser zu. Sie hielten am Rand und tranken. Durch die
halbverschlossenen Lider hindurch konnte Lordadmiral Atlan die
urtümlichen Profile sehen, die wuchtigen Brustkörbe. Die
Tiere warfen die Köpfe schaukelnd herum und wirbelten die
Schwänze, um die Mücken zu vertreiben. Dann stapften sie
entlang des Ufers, zertrampelten das Schilf und verschwanden im
Nebel. Eine andere Herde kam heran, fast geräuschlos, elegantere
und wehrhaftere Tiere als die Büffel. Yang kletterte auf seiner
gekrümmten Bahn über den Himmel, die ersten Sterne
erschienen, und hinter dem Horizont breitete sich eine
Lichterscheinung aus. Sie sah aus wie ein ungeheurer Steppenbrand. Es
fehlten nur noch die senkrechten Säulen von Feuern, die aus den
Ruinen des Klosters aufstiegen...
    Erinnerungen! sagte Atlans Extrahirn scharf. Erinnerungen, die du
nicht beschwören solltest. Denn sonst wirst du diese Nacht sehr
wenig schlafen und dich am Morgen wie geschunden fühlen!
    Atlan machte eine abwehrende Bewegung; es war mehr ein schläfriger
Reflex. Nur Droysa Gordion sah die Geste.
    »Hoffentlich haben wir auch etwas zu trinken!« sagte
Phaedra Carruthers leise.
    »Ganz sicher. Dafür sorgte ich«, murmelte Barca.
    Das Mondlicht fiel auf die Köpfe, leuchtete aus den Augen und
schimmerte auf dem Gehörn der Tiere. Gekräuselte Wellen
breiteten sich über den Tisch aus. Kleinere Tiere lösten
die Antilopen

Weitere Kostenlose Bücher

Nora Morgenroth: Der Hüter
Nora Morgenroth: Der Hüter von Kerstin Michelsen
Schweineblut
Schweineblut von Arnold Küsters
Ein Zirkus für die Sterne
Ein Zirkus für die Sterne von Barry B. Longyear