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PR Andromeda 04 - Die Sternenhorcher

PR Andromeda 04 - Die Sternenhorcher

Titel: PR Andromeda 04 - Die Sternenhorcher
Autoren: Frank Böhmert
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schon da. Der legendäre Terraner stand vorn in der breiten Hangaröffnung, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, und schaute hinaus.
    Draußen war es zu Rayes Verwirrung Nacht. Hier Bordzeit, im Spital lokale Planetenzeit, das brachte sie allmählich völlig aus dem Ruder. Die Sterne vermittelten Raye den Eindruck, dass die JOURNEE still stand. Aber dann zischten Wolkenfetzen vorbei, in denen sich schiffseigene Lichter spiegelten.
    Neben Rhodan fuhrwerkte ein Serviceroboter mit gleitenden Bewegungen an einer Schwebeplattform herum. Von dem frischen Lackgeruch einmal abgesehen, roch es nach öligen Metallen und hochenergetischer Ladung. Irgendetwas knisterte.
    Raye zupfte den Kragen ihrer hellen Hemdbluse zurecht, fuhr durch ihr fingerkurzes Haar und stiefelte dann durch den Kleinhangar. Ihr war ein wenig kalt. Sie hatte sich noch rasch für draußen etwas Dünneres angezogen. Jetzt wäre sie gern wieder in Zims grellgrünen Pullover geschlüpft, wie gestern bei ihrem kleinen nächtlichen Imbiss.
    »Resident.«
    Rhodan sah sie an. »Es tut mir Leid, dass ich dich vorhin umsonst habe warten lassen.« Dann schaute er wieder hinaus. Nach unten.
    »Äh, ja.« Sie schaute ebenfalls hinunter. Die JOURNEE flog gerade hoch über das nächtliche Hohakindetimbo hinweg. Weiter vorn waren schon die Flutlichter des Raumhafens zu sehen.
    »Resident«, sagte Raye. »Ich weiß es wirklich zu schätzen, dass ich hier auf der JOURNEE Unterkunft gefunden habe ...«
    Schon dehnte sich vor ihnen ein Durcheinander von Raumyachten, Linienschiffen und Frachtern aus, zwischen denen winzige Fahrzeuge und noch winzigere Lebewesen herumwimmelten.
    »... und ich will auch nicht undankbar erscheinen ...«
    Dann waren sie über dem Raumhafen. Das gleißende Flutlicht hob den sanften Schwung seiner Außenlinie hervor.
    »Aber?«, fragte Rhodan.
    Raye musste auf einmal an den ebenso sanft geschwungenen Gezeitenwall von Athreel denken, an die Schwimmende Stadt und das Binnenmeer. Ihr fiel wieder ein, wie gern sie auf dem Wall gestanden und sich in den Grünund Blauund Grautönen unter den glitzernden Wellen verloren hatte.
    Sie holte tief Luft. »Aber ich weiß wirklich nicht, was ich auf diesem Kondolenzbesuch verloren habe!«
    Sie sah Rhodan an.
    Der Unsterbliche schaute immer noch auf den Raumhafen hinab. Die JOURNEE sank inzwischen. »Du würdest jetzt lieber deinen Arbeitspflichten nachkommen, schätze ich.«
    »Ja!«, fuhr sie auf. Was sollte das denn sein, eine Anspielung? Sie dämpfte ihre Stimme. »Da draußen sind Schwerstverletzte, die versorgt werden müssen. Jeden Tag kommen mehr hinzu. Und wir haben, wie ich bei der Besprechung eben gern berichtet hätte, inzwischen einen Anstieg von unspezifizierten fieberhaften Infekten zu verzeichnen. Das könnte die erste Seuche sein.«
    »Ich weiß«, sagte Rhodan. »Doktor Serleach hat darüber Bericht erstattet. Er macht seinen Job jetzt wieder einigermaßen ordentlich, dank deiner Risikobereitschaft.«
    »Das freut mich zu hören. Es hat auch keinerlei Abstoßungsreaktionen gegeben. Aber ich verstehe nicht, warum er dich dann nicht begleitet.«
    Hinter ihr schepperte etwas.
    »Immerhin hat er das Bein ShouKi zu verdanken!«, fügte sie hinzu. »Ohne den Atto ...«
    Wieder das Scheppern. Sie drehte sich um. Es kam aus dem Antigravschacht.
    »Ich respektiere deine professionelle Sorge und dein Verantwortungsgefühl und werde dich so bald wie möglich beim Spital absetzen«, sagte Rhodan. Er ging nicht mal auf ihr Argument ein!
    Das Scheppern wurde lauter.
    »Aber bis dahin hätte ich dich als Implantat-Chirurgin gern in meiner Nähe«, fügte der Terraner hinzu, als Grek-665½ aus dem Schacht trat.
    Der mit einem so genannten Lemur-Emotionssimulator, kurz LemSim, ausgestattete Wasserstoffatmer trug wie immer sein albernes, grellblaues Baty-Hemd über dem Raumanzug. Gefühle mochte ihm sein Implantat vermittelt haben, Geschmack sicher nicht. Er hielt ein Bündel Blechdosen, die an Schnüre geknüpft waren, in der behandschuhten Tentakelhand und schüttelte sie.
    »Ich habe noch flugs etwas zum Hint-an-Binden besorgt«, sagte er in seinem unbeholfenen Interkosmo.
    Raye sah zu Rhodan. Auch er machte die seltsame Geste mit den Schultern. »Ist nur so ein Gefühl«, sagte er leise. Dann hob er die Stimme. »Grek-665½. Ich wusste gar nicht, dass die maahksche Kultur Trauerrituale kennt.«
    Ein Brummen drang aus den Helmlautsprechern des grauen Riesen. »Ist eine attorische Beileidsbekundung.« Er

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