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PR Action 25 Mutantensterben

PR Action 25 Mutantensterben

Titel: PR Action 25 Mutantensterben
Autoren: Perry Rhodan
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sich neben mich und hob die Arme. Die Gespräche im Saal verstummten, aller Aufmerksamkeit richtete sich auf Gucky und mich.
    »Es ist mir eine besondere Freude, heute bei den Kleinen Händlern Terra-nias Gast sein zu dürfen«, log ich ungeniert. »Unsere Stadt, die vor genau hundertachtundneunzig Jahren gegründet wurde, steht auf festen Fundamenten. Auf Fundamenten, die nicht nur von den großen Handelsketten und den Fabrikanlagen, sondern - und vor allem -von den kleinen Leuten getragen werden ... «
    Eine Standardrede, wie ich sie schon x-mal so oder ähnlich gehalten hatte. Die üblichen Kameradrohnen umschwirrten mich, beobachteten mich genau. Jede Bewegung, jedes Augenzwinkern, jedwede Gestik wurden aufgezeichnet und von Polit-Analytikern unter die Lupe genommen.
    Zeigte ich Unwillen bei meiner Ansprache, würden die Kommentatoren schon in den nächsten Stunden das »Ende des Einzelhandels« herbeireden und für Beunruhigung unter der Bevölkerung sorgen.
    Es fiel mir schwer, die Konzentration zu wahren. Ich dachte an die vielen anderen Dinge, die mich nebst den Feierlichkeiten beschäftigten - und ich sorgte mich um Gucky.
    Der Kleine hatte seinen Nagezahn längst im Inneren seines Munds versteckt. Am Fellansatz rings um die Augen perlten kleine Schweißtropfen. Sie vereinten sich allmählich und zogen in winzigen Rinnsalen am Backenbart entlang zum Kinnbärtchen, um dort im dichter werdenden Haarbewuchs zu versickern.
    Ich rümpfte die Nase. Der Ilt verbreitete einen säuerlichen Geruch. Was war los mit ihm? Hatte er sich eine Verkühlung oder eine Magenverstimmung eingehandelt?
    »... kurzum: Wenn es den sprichwörtlichen kleinen Mann auf der Straße nicht gäbe, wäre die Stadt nichts, wäre ich nichts, wäre das Vereinte Imperium nichts. Ich verneige mich deshalb vor Dinen aDen und bitte Sie, mir, uns, der Regierung weiterhin Ihr Vertrauen zu schenken.«
    Ich senkte den Kopf, wartete das Ende des Applauses ab und trat dann einen Schritt zurück. Der Rest des Abends gehörte Farwunkle; wahrscheinlich würde er noch seinen Kindern und Kindeskindern davon erzählen, dass er neben Perry Rhodan gestanden hatte.
    Ich atmete tief durch, weiterhin für die Kameras lächelnd. Diese Gedanken waren schlecht, verdammt schlecht, und sie führten dazu, dass ich mich selbst nicht mochte. Diese ... Überheblichkeit war ein Produkt meiner Erschöpfung, die mit dem Einerlei des täglichen politischen Grabenkampfes kam.
    »Ich muss weg«, ächzte Gucky. Er torkelte, konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Seine kleinen Finger krampften sich um meine Rechte. »Irgendetwas stimmt nicht.«
    Der Kleine jammerte niemals. Ich roch das Unheil, vergaß augenblicklich mein Selbstbedauem, legte den Schalter um. Die Veranstaltung und Gedanken an mein Bild in der Öffentlichkeit traten in den Hintergrund. »Bring uns zurück nach Imperium-Alpha«, sagte ich zu ihm und sah mich um, nach möglichen Gefahrenpunkten suchend.
    Gucky nickte schwach. Er schloss die Augen, konzentrierte sich, teleportierte
    - und der Sprung misslang.
    Wir fanden uns inmitten der völlig unvorbereiteten Zuseher wieder. Zwei Frauen sprangen erschrocken beiseite, ein Mann stolperte über seine eigenen Beine und riss einen Imarter mit zu Boden. Irgendjemand schrie.
    »Kann nicht... springen.« Der Mausbiber presste die Hände gegen die Schläfen und kniff die Augen schmerzveizerrt zusammen.
    Irgendetwas - oder irgendjemand -behinderte ihn, hatte ihn als Ziel einer Attacke auserkoren. Neuer lieh blickte ich mich um. Ich sah erstaunte, erschrockene Gesichter. Der Imarter richtete sich soeben wieder auf, seine tonnenförmige Brust hob und senkte sich ungewöhnlich rasch. Auch er wirkte verängstigt. Ein falsches Wort von mir, eine falsche Geste - und das Erschrecken würde in Panik Umschlägen.
    »Nur die Ruhe!«, rief ich. »Es ist aDes in bester Ordnung. Leutnant Guck braucht lediglich ein wenig frische Luft. Wenn Sie uns entschuldigen ...«
    Die Gäste zeigten sich unentschlossen, ob sie meinen Worten vertrauen sollten; manch einer der Kaufleute zeigte ein schiefes Lächeln, und hinter meinem Rücken hörte ich eine äußerst unvorsichtige Bemerkung über das kleine Wohlstandsbäuchlein meines Freundes.
    Doch Gucky hörte nichts, stierte weiterhin mit glasigen Augen vor sich hin. So, als hätte er die Bemerkung weder gehört noch die Gedankenbilder ge-espert. Hätte es noch eines Hinweises bedurft, dass er ernsthaft krank war -hier war er.
    Ich packte den

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