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PR Action 19 Die Gläsernen Kinder

PR Action 19 Die Gläsernen Kinder

Titel: PR Action 19 Die Gläsernen Kinder
Autoren: Perry Rhodan
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mit erstickter Stimme. Er hob vorsichtig die Hand, bedeutete dem Terraner zu schweigen. »Bewegen Sie sich nicht.«
    »Was ... «
    »Keine Bewegung! Hinter Ihnen beginnen Dioden zu blinken.«
    »Dioden? Was soll das bedeuten?« Kaum verhallte das letzte Wort, erklang ein durchdringendes Piepsen hinter Rhodans Rücken.
    »Es sind Duell-Laser.« Rettkal atmete flach, stand völlig steif, das rechte Bein leicht nach vorne gestreckt, den Waff en-arm schlaff herabhängend. Nur die Augen bewegten sich, suchten die Umgebung ab. »Drei ... vier Stück stehen in Ihrem Rücken. Bei der geringsten Bewegung werden sie feuern. Gibt es welche hinter mir? Suchen Sie nach etwa fin-gemagelgroßen, blau leuchtenden Punkten im Unterholz.«
    Rhodan entdeckte nichts, stand allerdings in einem Winkel, der es nicht erlaubte, alles einzusehen. »Warum aktivieren sie sich gerade jetzt?«
    »Wir haben die Trümmer des Roboters bewegt. Lok-Aurazin muss die Laser damit gekoppelt haben. Ich ...« Er fluchte. »Ich sehe ein dünnes Kabel. Wir sind Narren! Wenn er zurückgeblieben wäre, könnte er uns nun ab sc hießen wie räudige Hunde.«
    »Dann lassen Sie uns von hier verschwinden.«
    »Wenn wir uns bewegen, feuern die Laser. Überleben wäre reine Glückssache.«
    »Was sollen wir tun?«
    »Wenn Lok-Aurazin tatsächlich nur die vier Laserpunkte hinterlegt hat, könnten wir entkommen. Es wird allerdings schwierig. Wir müssen unsere Bewegungen koordinieren.«
    »Ich werde die Schüsse aui mich ziehen«, entschied Rhodan. »Sie fliehen Sekunden später in die entgegengesetzte Richtung.«
    »Das ist keine Lösung. Sie müssen überleben. Ekhas braucht Sie.«
    »Ich werde schon entkommen. Keine Diskussion, Rettkal, verstehen Sie? Es sei denn ...«
    Aus den Augen des Gladiatorsklaven rannen Tränen der Erregung. Er wischte sie nicht hinweg. Natürlich nicht - es hätte seinen Tbd bedeutet. »Sie haben eine Idee?«
    »Sie halten einen Strahler in der Hand. Können Sie die Mündung langsam bewegen, ohne die Laser auszulösen?« Mit einem Mal zog es in seinem Magen, als müsse er sich umwenden, als könne er nicht länger stillstehen. Sein Nacken- und Schulterbereich schmerzte.
    »Sehr langsam.«
    »Feuern Sie auf einen der Äste dieses Baumes neben uns. Und genau zielen ... Wenn er fällt, wird es womöglich die Bewegungssensoren der Laser auf dieses Ziel ausrichten.«
    Rhodan fixierte die Waffenmündung, die sich unendlich langsam, Millimeter für Millimeter hob. Rettkals Finger waren völlig ruhig.
    »Ich werde gleich schießen«, kündigte der Ekhonide an. »Danach bricht hier die Hölle los. Sind Sie bereit?«
    »Soll hinter uns die Welt untergeben.«
    »Klingt gut. Drei. Zwei. Eins. Jetzt!«
    Ein glutheißer Strahl jagte aus dem Strahler, zischte in die Krone eines nahe stehenden Baumes und kappte einen großen Ast, der knarrend herabstürzte.
    Rhodan hörte das charakteristische Zischen von Laserstrahlen und rannte los, duckte sich, schlug Haken.
    Ein Licht explodierte zwischen seinen Füßen, Erde spritzte zur Seite, ein Stein verdampfte. Der Terraner rannte weiter. Irgendwann blieb er schwer atmend stehen. Er entdeckte erleichtert seinen Begleiter. »Diese Arena gefällt mir immer weniger.«
    In den Augen des Gladiatorsklaven funkelte eine dunkle Lust. Ganz im Unterschied zu Rhodan schien er Begeisterung zu empfinden, eine Freude an dieser mörderischen Hatz und dem gegenseitigen Fallenstellen.
    »Lok-Aurazin ist gut«, sagte Rhodan, »aber er hat einen Fehler begangen.«
    »Und der wäre?«
    Rhodan führte Rettkal einige Meter zur Seite und wies auf ein Blatt, das mit dem Blut des Feindes beschmiert war. Auch am Boden zog sich eine blutige
    Spur. »Er ist verletzt und hat die Wunde nicht abgebunden. Nun haben wir ihn, Rettkal.«

15. Betty Toufry - Aufbruch
    Tanishas Haut war blass, bleicher, als Betty es je bei ihr gesehen hatte. Die Lippen bildeten einen verkniffenen, blutleeren Strich, die Wangen waren eingefallen, und ihre Stirn lag unter einem dicken Verband verborgen. Selbst im Heilkoma entspannten sich ihre Gesichtszüge nicht.
    Der Mediker, ein hagerer Mann, dessen schlohweiße Haare zu drei Zöpfen geflochten waren, die über den Rücken fielen, trat an das Krankenbett. »Ihre Verletzung wird heilen. Wir werden Knochenmaterial nachzüchten und ihr in die Stirnregion einpflanzen, um die Verformung kosmetisch rückgängig zu machen. Die verdrängte Gehirnmasse allerdings können wir nicht in ihre ursprüngliche Form zurückbringen.

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