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Ponyhof Kleines Hufeisen - 09 - Wolkenmaehne hat Geburtstag

Titel: Ponyhof Kleines Hufeisen - 09 - Wolkenmaehne hat Geburtstag
Autoren: Andrea Pabel
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Ein toller Plan
    „Warum müssen die Sommerferien erst nächste Woche anfangen?“ Sabine warf einen Blick auf den Pferdekalender, der in der Sattelkammer hing. Dort stand beim morgigen Datum mit dickem Rotstift geschrieben: 9 Uhr, Pfeiffer, Zuchtverband, Fohlenbrand!
    Die kleine Stella, das Stutfohlen von Sabines geliebtem Pflegepferd Wolkenmähne, sollte vom Zuchtverband beurteilt werden und ihren Fohlenbrand bekommen. Und das, während Sabine Deutschunterricht hatte!
    „Du könntest doch einfach später in die Schule gehen!“, überlegte Franz, der auf der Haferkiste saß und mit den Beinen baumelte.
    „Schwänzen? Vergiss es. Meine Mutter spielt da nicht mit. Du kennst sie doch!“ Sabine schnitt eine
    Grimasse. „Erst die Schule, dann die Pferde. Ich hab ihr versprechen müssen, die Schule nicht zu vernachlässigen, ehe ich Wolkenmähne als Pflegepferd nehmen durfte!“
    „Und daran musst du dich nun auch halten!“, spottete Stefan und grinste. „Ich wäre auch gern dabei, wenn der Mann vom Zuchtverband zum Brennen kommt. Um eventuell die Pferde zu beruhigen“, fuhr er ernst fort.
    „Ich versteh nicht, warum ihr euch das anschauen wollt“, mischte sich nun Michaela ein. Sie war die Besitzerin von Wolkenmähne und dem braunen Fohlen. „Es ist doch bestimmt schrecklich! Das glühende Eisen und dann der Gestank der verbrannten Haare ..., wenn ich daran denke, wird mir schlecht!“
    „Und an Stella denkst du wohl gar nicht!“, brauste Sabine auf. „Sie hat bestimmt Angst und braucht einen vertrauten Menschen, der sie tröstet!“
    „Hat sie doch!“, gab Michaela bissig zurück. „Stefan und Cornelia sind dabei. Die kennen sich damit aus und wissen, was zu tun ist. Ich würde Stella wahrscheinlich nur noch mehr aufregen!“
    Michaela hatte Recht. Sie wurde immer noch schnell unsicher im Umgang mit den Pferden. Oft übertrug sich ihre Angst dann auf die Tiere.
    Sabine schluckte eine Bemerkung hinunter. Sie musste sich mit Michaela vertragen, auch wenn sie fand, dass Michaela sich nicht genug um ihre Pferde kümmerte. Immerhin durfte sie Wolkenmähne, die sie so liebte, pflegen und reiten. Das durfte sie auf keinen Fall aufs Spiel setzen. „Cornelia und Stefan haben wirklich Erfahrung“, lenkte sie ein. „Ich war noch nie beim Brennen dabei.“
    „Es wird Stella doch nicht sehr wehtun?“, wandte Michaela sich nun an Stefan.
    „Nein! Es ist wirklich keine so große Geschichte! Der Mann vom Zuchtverband brennt mit dem glühenden Eisen nur die Haare weg! Das qualmt und stinkt zwar, aber es tut nicht weh. Ich hoffe jedenfalls nicht.“
    „Und wenn er aber doch die Haut verbrennt?“, fragte Sabine besorgt. „Das kommt immer wieder vor.“
    „Stella wird sicher vor dem Zischen und dem Qualm Angst haben, aber das Ganze ist schnell vorbei! Ich werde gut auf sie Acht geben!“
    Sabine wusste: auf Stefan war Verlass. Trotzdem fiel es ihr schwer, bei einem so wichtigen Ereignis nicht bei ihrem geliebten Fohlen zu sein. Denn ob ihr Stella nun gehörte oder nicht, sie fühlte sich für das Pflegekind verantwortlich und hätte am liebsten den ganzen Tag auf dem Ponyhof mit den Pferden verbracht.
    „Bald sind Ferien!“, sagte Stefan aufmunternd, als hätte er Sabines Gedanken erraten. „Dann kannst du wirklich den ganzen Tag hier sein.“
    „Das werde ich auch!“ Sie nickte Stefan zu.
    „Siehst du“, sagte Michaela, „und ich muss mit meinen Eltern in die Ferien fahren. Zwei Wochen an die Nordsee!“
    „Willst du denn nicht mit?“, fragte Franz. „Eigentlich nicht. Die Nordsee! Wenn schon, würde ich gern irgendwo in den Süden fahren, wo es richtig warm ist. Aber meine Eltern lieben nun mal die Nordsee. Eine Tante meines Vaters hat ein kleines Haus auf Baitrum. Das Schöne an der Insel ist allerdings, dass es dort keine Autos gibt.“
    „Echt?“, staunte Sabine. „Fahren dann alle mit dem Fahrrad?“
    „Und mit der Kutsche! Es gibt mehrere Gespanne, auch reiten kann man dort“, sagte Michaela.
    „Eine Insel, auf der es nur Pferde gibt! Ich würde dort sehr gern hinfahren!“, erklärte Franz.
    Michaela zuckte mit den Schultern. „Wenn ich wiederkomme, feiern wir endlich Wolkenmähnes Geburtstag nach!“
    Das große Geburtstagsfest für die schöne Islandstute war schon lange geplant. Eigentlich hatten sie es im Frühjahr feiern wollen, als Wolkenmähne wirklich Geburtstag gehabt hatte, aber die Pferde waren damals krank gewesen. Aus Giftmüllfässern im Wald waren Chemikalien ins Wasser

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