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Plötzlich verlobt (Megan Bakerville Reihe - Band 2) (German Edition)

Plötzlich verlobt (Megan Bakerville Reihe - Band 2) (German Edition)

Titel: Plötzlich verlobt (Megan Bakerville Reihe - Band 2) (German Edition)
Autoren: Petra Röder
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Kapitel 1
    Du fehlst mir
     
     
    Seit Logan mich gebeten hatte, zurück nach England zu kommen, waren fast vier Monate vergangen. Mittlerweile war es November und durch London pfiff ein eisiger Wind.
    Die Bäume hatten bereits all ihre Blätter verloren und die letzten verdorrten Laubreste vereinten sich zu einem herbstlichen Teppich auf den Straßen. Laufend regnete es, was sich zusehends auf meine Stimmung schlug.
    Einziger Vorteil des Wetters war, dass Logan und ich es uns oft vor dem Kamin gemütlich machten. Wir tranken Wein, unterhielten uns lange und nicht selten liebten wir uns auch vor den knisternden Flammen.
    Nur waren diese Augenblicke leider sehr rar, denn ich sah Logan höchstens zweimal wöchentlich. Er bemühte sich, so viel Zeit wie möglich mit mir zu verbringen, doch durch seine Verpflichtungen und die daraus resultierenden Geschäftsreisen saß ich die restlichen fünf Abende der Woche allein zu Hause. Meistens sah ich mir einen Film an oder las ein Buch, aber in Gedanken war ich immer bei Logan und wünschte, er wäre bei mir.
    Ich wohnte weiterhin in dem kleinen, schnuckligen Häuschen in Notting-Hill. Dort fühlte ich mich inzwischen heimisch. Hin und wieder verbrachten wir unsere gemeinsame Zeit auch bei Logan. Seine Wohnung lag in South Kensington, einem sehr edlen Stadtteil von London. Schon allein die Fahrzeuge, die auf den Straßen parkten, verrieten, welch reiche Klientel hier wohnte. Logans Haus lag nur wenige Meter vom Hyde-Park entfernt. Wenn es das Wetter erlaubte, machten wir dort oft einen Spaziergang. Doch jetzt, wo der Herbst jegliches Grün vertrieben hatte, wirkte der sonst so prächtige Park trostlos und unscheinbar.
    Bei der Arbeit war alles beim Alten geblieben, darauf hatte ich bestanden. Ich war zwar mit dem Chef von BCRES liiert, hatte jedoch nicht vor, einen persönlichen Vorteil aus dieser Tatsache zu ziehen. Außerdem wollte ich den anderen Mitarbeitern keinen Grund bieten, sich das Maul zu zerreißen. Das hätte ich mir sparen können, wie ich am eigenen Leib erfahren musste.
    Die männlichen Kollegen waren nicht das Problem, denn die scherte die Tatsache, dass ich mit ihrem Boss zusammen war, herzlich wenig. Die meisten von ihnen verhielten sich mir gegenüber sogar freundlicher als zuvor und nickten mir anerkennend zu, wenn sie mich sahen. Es war, als wollten sie mir sagen » Das hast du gut gemacht «.
    Ganz anders sah es da bei den weiblichen Angestellten im Londoner Büro der BCRES Inc. aus. Hinter meinem Rücken tuschelten und lästerten sie, doch mir gegenüber legten alle eine derartig scheinheilige Freundlichkeit an den Tag, dass es mir schwerfiel, ruhig zu bleiben.
    Auf der anderen Seite hatte ich auch kein großes Bedürfnis, mich den gackernden Grüppchen anzuschließen, die so lange über Diäten philosophierten, bis sie schließlich an einer Essstörung litten.
    Nur Kelly, die Kollegin aus der Personalabteilung, war nicht voreingenommen. Wir verstanden uns recht gut und waren schon einige Male zusammen etwas trinken gegangen. Ich mochte sie, weil sie mich manchmal an Molly erinnerte, die ich furchtbar vermisste. Wir skypten zwar mindestens einmal am Tag miteinander, aber die persönlichen Gespräche fehlten mir.
    Anabel hingegen vermisste ich kein Stück. Nachdem herausgekommen war, dass sie die Informationen an unsere Mitbewerber weitergegeben hatte, erhielt sie die fristlose Kündigung und eine Anzeige. Sie war wieder zurück in New York und wartete dort auf ihre Verhandlung. Ich konnte nur hoffen, dass sie ihre gerechte Strafe erhalten würde.
    Doch kaum war Anabel fort, kam eine Londoner Kollegin in unser Team, die nicht nur beruflich Anabels Platz einnahm. Ihr Name war Sharon. Auch sie war schlank, blond und gut aussehend und stand ihrer Vorgängerin in Nichts nach. Man hatte Sharon in meine Abteilung beordert und damit schien sie gar nicht glücklich zu sein. In dem Augenblick, als wir uns das erste Mal sahen, wusste ich, dass ich diese aufgetakelte Kuh nicht leiden konnte und ihr ging es anscheinend genauso.
    Doch ich biss einfach die Zähne zusammen und ergab mich meinem Schicksal. Natürlich hätte ich Logan jederzeit bitten können, diese blonde Verkörperung eines weiblichen Idioten in eine andere Abteilung zu versetzen, aber das wollte ich nicht. Vorteile aus unserer Beziehung zu ziehen, war für mich ein Tabu. Ich würde schon alleine mit ihr fertig werden.
    Zum Glück gab es da noch Alan, einen Kollegen aus dem Stockwerk unter mir. Er war

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