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Pinke Perlen &amp: Schwarze Heels Teil 2

Pinke Perlen &amp: Schwarze Heels Teil 2

Titel: Pinke Perlen &amp: Schwarze Heels Teil 2
Autoren: Bärbel Muschiol
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1. Kapitel
     
     

    Unverhofft kommt oft …
    Meine Füße berühren den vom Regen feuchten Asphalt, die Erschütterung breitet sich in meinen Fußsohlen aus, wandert an meinem Bein nach oben, sucht sich einen Weg bis zu meinem Kopf. Frische Luft durchflutet meine Lungen, versorgt mein Blut mit Sauerstoff. Mit jedem Schritt, jedem gelaufenen Meter klären und ordnen sich meine Gedanken und lassen mich objektiver werden – und Objektivität benötige ich dringend. Drei Wochen ist es mittlerweile her das ich eine heiße Nacht mit einem Fremden verbracht habe. Alexander Cunningham hat mich gelehrt, hemmungslos zu sein, durch ihn habe ich eine neue Seite in mir entdeckt. Nacht für Nacht schleiche ich mich in meine kleine Traumwelt, zurück zu ihm, spüre wieder seine großen starken Hände auf meiner entblößten Haut, rieche seinen maskulinen Duft. Fuck Ich gerate ins Stolpern, erlange in letzter Sekunde mein Gleichgewicht zurück. Allein die Erinnerung reicht aus, um mich zu erregen. Meine Nippel drücken sich hart aufgerichtet gegen meinen Sport-BH, Feuchtigkeit durchnässt meinen Schlüpfer. Ich ignoriere die Zeichen meines Körpers, laufe, laufe immer weiter. Meine Runde ist fast beendet, die Ruhe im Park hat mir gutgetan. Um 9.00 Uhr Früh ist noch nicht viel los. Am Nachmittag drängen sich hier auf dem dünnen Kiesweg Mütter mit ihren Kindern, Rentner und Berufstätige auf den Weg zur oder zurück von der Arbeit. Doch noch erscheint alles friedlich, die Sonne hat ihre tägliche Reise angetreten, wärmt leicht meine verschwitzte Haut. In wenigen Minuten erreiche ich meine Haustür. Um Punkt 12.00 Uhr mittags beginnt meine Schicht als Bedienung im Gasthaus Stern. Noch genug Zeit, um mich zu duschen, zu frühstücken und mich in mein Dirndl zu zwängen. Heute wird ein langer anstrengender Tag, erst die ganz normale 8-Stunden-Schicht , anschließend eine Location-Besichtigung. Um mir weiterhin meine Wohnung leisten zu können, auch nachdem mein ( Ex- )Freund mich verlassen hat, habe ich mir noch einen Minijob gesucht. Einmal in der Woche arbeite ich nun für einen italienischen Catering-Service namens „GUSTO“; meine Aufgaben sind vielseitig, mein Chef traut mir sehr viel zu. Heute Abend soll ich eine verlassene Fabrikhalle auf ihre Tauglichkeit überprüfen. Was mich an diesem Catering-Service so begeistert, ist die Auswahl individueller Veranstaltungsorte, nicht wie sonst in einem Zelt oder einem Saal, sondern an vielen außergewöhnlichen Orten: Etwa auf einem überdimensionalen Floß mitten auf dem See, auf einem Feld zwischen gelb leuchtenden Rapsblüten oder, wie dieses Mal, in einer alten stillgelegten Fabrikhalle. Firmen oder Privatleute mit dem passenden Geldbeutel wünschen sich etwas Besonderes, etwas Exklusives . Unsere Aufgabe besteht darin, den Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden und die ausgefallenen Ideen umzusetzen. Ich hüpfe unter die Dusche, frühstücke in aller Ruhe, ziehe mich fertig an. Zusätzlich packe ich mir noch legere Klamotten ein, damit ich gleich nach der Arbeit los kann, ohne Zeit zu verschwenden . Eilig suche ich meine Wanderschuhe raus, wer weiß, wie es in dieser Fabrik aussieht.
    Mein Nacken ist steif und schmerzt. Meinen neuen Bedienungsschuhen habe ich Blasen an den Zehen zu verdanken. Es ist unglaublich, wie sehr eine kleine Blase schmerzen kann. Glücklicherweise ist heute Montag, bis auf den Mittagsansturm war nicht viel los. Im Reservierungsbuch steht für heute Abend kein einziger Name, zusätzlich regnet es in Strömen. Für heute hat sich das mit der Arbeit erledigt. Erleichtert sperre ich das Restaurant ab, rechne den Tagesumsatz aus, schmeiße ihn mit den EC- Belegen in eine Tasse und suche meinem Chef. „Simon, wo steckst du? Meine Abrechnung ist fertig, ich will endlich heim!“ Für gewöhnlich finde ich ihn in der Küche, was daran liegen könnte, dass er nicht nur der Chef, sondern auch der Koch ist. Da sich meine beneidenswerten Kollegen schon auf den Heimweg begeben haben, liegt die Küche verlassen da. Die Anzeige auf der Mikrowelle blinkt mir die Uhrzeit entgegen: 20.56 Uhr. Alles ist sauber, dennoch erscheint mir der Geruch von Reinigungsmitteln, kaltem Fett und Schweiß als nicht besonders angenehm. Gerade als ich mich abwenden und im ersten Stock im Büro nach ihm sehen will, spüre ich eine warme Hand auf meinem Rücken. Erschrocken schreie ich quietschend auf, wirble um meine eigene Achse. „Simon, spinnst du …“ Er lacht mich frech an,

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