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Perry Rhodan - 2527 - Kleiner Stern von Chatria

Titel: Perry Rhodan - 2527 - Kleiner Stern von Chatria
Autoren: Arndt Ellmer
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1.
    Seit Wochen genoss Eloa Nobili die Stöße der Füßchen und die Püffe der Fäustchen. Jedes Mal antwortete sie mit einem sanften Streicheln. Dazu sprach sie leise vor sich hin und ließ ihre liebkosenden Worte auf den Stimmbändern vibrieren, dass es bis tief hinab in den Bauch zu spüren war.
    Dann hielt der Winzling eine Weile inne, bevor er sich wieder bewegte und die kleine Welt um sich erkundete.
    Der Gedanke, das fröhliche Strampeln würde bald vorbei sein, stimmte sie traurig. Wie lange noch? Zwei Zehntage oder drei ... Vielleicht vier? Nein, so lange auf keinen Fall. Nur Erstgeburten verzögerten sich manchmal.
    Gleichzeitig freute sie sich auf die Zeit nach der Geburt. Ein Kind bereitete jeden Tag Freude, ob im Mutterleib oder außerhalb.
    Dieses Mal wurde es ein Mädchen – ein unbeschreibliches Vergnügen für Eloa. Dann waren sie endlich zu zweit in einem Rudel von drei Männern. Nun ja, einer war erwachsen, die anderen beiden taten nur so.
    »Ist das Zimmer in der Klinik schon bestellt?«, erkundigte sie sich beim Servo.
    »Selbstverständlich. Satol hat es veranlasst, bevor er aufgebrochen ist. Alles ist für den großen Tag vorbereitet.«
    Es schien ihr, als habe der Stimmmodulator bei der Klangfarbe »Freundlichkeit« ein wenig zugelegt.
    »Es hat ja noch Zeit«, gab sie zur Antwort. »Kannst du Satol erreichen?«
    »Nein. Seine Station sendet das Besetztzeichen.«
    Die Crew des SAMMLERS errichtete einen Brückenkopf im Asteroidenfeld am Rande des Sicatemo-Systems. Dort hatten Satol und seine Kollegen wertvolle Edelmetalle entdeckt. So lautete zumindest die offizielle Version. Die Wahrheit roch sie immer dann, wenn der Vater ihrer wundervollen Kinder auf Heimaturlaub in Tekana-Tam weilte. Was den Geruch anging, versuchte Satol erst gar nicht, etwas vor ihr zu verbergen. Die Nase eines Tefroders, so sagte man in Hathorjan, ließ sich nicht belügen.
    Zudem besaß Satol eine Eigenart, die in ihrem Volk eher selten war: Er sprach ab und zu im Schlaf.
    Eloa bekam das gewöhnlich nie mit. Ihr Schlaf war tief und fest. Aber der Winzling in ihrem Bauch weckte sie jedes Mal. Daher wusste sie, dass es nicht um Edelmetalle ging, sondern um Schwingquarze, deren Marktwert im Zeitalter der erhöhten Hyperimpedanz um ein Tausendfaches größer war als in alten Zeiten.
    Kein Wunder also, wenn die Regierung des Sicatemo-Systems es geheim hielt. Draußen im Asteroidenfeld trieben sich hin und wieder auch Angehörige anderer Völkerschaften herum, Maahks zum Beispiel.
    »Sag ihm, dass ich ihn liebe und mich auf seine Rückkehr freue«, trug Eloa dem Servo auf. »Ich ...«
    Stechender Schmerz zuckte ihre Wirbelsäule entlang. Ihr Körper wollte sich zusammenkrampfen, aber sie wehrte sich mit aller Gewalt dagegen. Steif wie ein Stück Holz lag sie da. Auf ihrer Stirn bildete sich Schweiß, der schnell abkühlte. Sie fröstelte.
    Dankbar erinnerte sie sich der Worte der Hebamme bei ihrer ersten Schwangerschaft. Gleichmäßig und tief atmen, das half in den meisten Fällen. Eloa tat es und ihr Körper entspannte sich wieder. Nicht auszudenken, was der Krampf hätte auslösen können, eine geplatzte Fruchtblase, eine Fehlgeburt ...
    »Dein Blutdruck und dein Puls stimmen mich nachdenklich«, sagte der Servo. »Ich rufe einen Gleiter. Er bringt dich in die Klinik.«
    »Wahrscheinlich ist es nur eine kurze Unpässlichkeit«, widersprach sie, um sich selbst zu beruhigen. Irgendwie funktionierte es nicht. Ihr Körper vibrierte, und der Winzling in ihrem Bauch hielt verwundert still.
    Ein Prallfeld fing Eloa ein. Mitsamt dem Diwan schwebte sie hinaus in den Korridor ans Ende des Hauses, wo aus der Felswand die Plattform für die Gleitern ragte.
    Ein kleiner Fleck in der Ferne wuchs schnell zu einem bauchigen Gebilde an. An den Stummelflügeln des Fahrzeugs prangte das Emblem der Klinik. Das Prallfeld beschleunigte und schob Eloa in den vorbeifliegenden Gleiter. Während sich die Tür hinter ihr schloss, beschleunigte das Fahrzeug und hielt auf das Zentrum von Tekana-Tam zu.
    Ausgerechnet jetzt kam eine Verbindung zum SAMMLER zustande. Der Bildschirm über dem Diwan erhellte sich, und Eloa erblickte den Kopf und den Oberkörper Satols.
    Er riss die Augen auf, als er sie sah. »Wo steckst du, Eloa? Was ist geschehen?«
    »Ein kleiner Krampf, nichts Ernstes.« Sie sagte es langsam, beinahe beiläufig. Die beabsichtigte Wirkung trat allerdings nicht ein.
    Satols Gesicht entspannte sich keineswegs. »Sie bringen dich in die

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