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Perry Rhodan - 2521 - Kampf um Kreuzrad

Titel: Perry Rhodan - 2521 - Kampf um Kreuzrad
Autoren: Michael Marcus Thurner
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1.
    Stuart Lexa
    22. Januar 1463 NGZ

    Der Sextadim-Schleier rings um Far Away ist vor fünf Tagen verschwunden, unser Universum vergrößert sich schlagartig. Was wir ahnten, bestätigt sich: Außerhalb des heimischen Kugelsternhaufens mit seinen gerade mal 200 Lichtjahren Durchmesser befinden sich ungezählte Welten. Eine ganze Galaxis in Ringform wartet darauf, entdeckt zu werden.
    Mir ist ganz kribbelig zumute. Am liebsten würde ich alles stehen und liegen lassen und ins Blaue hineinfliegen. Egal wie, egal mit wem. Das, was ich spüre, ist das Fernweh . Es brennt uns im Blut, sonst hätten unsere Väter und Großväter den Schritt hierher wohl niemals unternommen.
    Ich blicke in das glänzende Metall einer anachronistischen Relingstange, das mein Gesicht verzerrt spiegelt. Ich bin über 70 Jahre alt, das war vor ein paar Tausend Jahren ziemlich alt und geht heutzutage beinahe noch als jung durch. Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass ich ins zweite Lebensdrittel eingestiegen bin: Mein Haar ist etwas schütterer, die Falten rings um die Mundwinkel ausgeprägter als vor zehn Jahren.
    Tja, Stuart: Auch wenn kein anderer es so schnell erkennt, weißt du’s selbst seit langem – du hast deine wilden Jahre längst hinter dir und solltest es ein wenig ruhiger angehen. Überlass die großen Abenteuer anderen und bemüh dich stattdessen, deinen Pflichten als Befehlshaber der Raumflotte Stardust-System nach bestem Wissen und Gewissen nachzukommen.
    So oder ähnlich argumentiert die Stimme der Vernunft in mir. Aber wieso soll ich auf sie hören? Jedes Mal, wenn ich das Licht einer unbekannten Sonne auch nur erahne, explodiert meine Magengrube förmlich und ich fühle mich angezogen von der Sternenferne wie die Motte vom Licht.
    Ich atme tief durch. Ich denke an Frau und Kinder, dekliniere die Last von Verantwortung und Verpflichtungen durch, bis die Vernunft siegen muss. Meine Wunschträume zerbröseln zu nichts, ich habe schließlich eine Aufgabe zu erfüllen; und immerhin sitze ich an Bord eines der beeindruckendsten Schiffe, die ich jemals betreten durfte.
    Ich mustere Perry Rhodan von der Seite. Er wirkt kaum älter als ich. Dabei lenkt er die Geschicke der Menschen im Solsystem seit mehr als dreitausend Jahren und wurde bereits im Alter von 39 biologisch unsterblich. Damals, als die Menschen kaum ihren 70. Geburtstag überhaupt feiern konnten.
    Er sagt kein Wort, sondern starrt unverwandt auf das Panorama-Holo in der Zentrale von MIKRU-JON. Wie viele haben wohl den Fehler begangen, ihn zu unterschätzen? So, wie er dasteht, könnte man ihn für träumerisch und nachlässig halten. Doch ich weiß, dass er nur deren positiven Aspekte vertritt: Ja, er ist träumerisch, weil er von Frieden und Freundschaft träumt. Und ja, er ist nachlässig, wenn es um besiegte Gegner geht, er streckt jedem die Hand entgegen, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Aber er handelt nie fahrlässig, man sagt ihm phänomenale Reflexe nach und eine unglaublich anmutende Fähigkeit zur Antizipation. Auch sei er kaum einmal aus der Ruhe zu bringen und zugleich unheimlich schnell in der Beurteilung einer Lage und der angemessenen Reaktion darauf.
    Es gibt buchstäblich Hunderte von Schriften und Dokumentationen, die sich nur mit ihm befassen, sogar bei uns, die wir ihn eigentlich gar nichts mehr angehen.
    Rhodan ist Stoff von zahllosen Legenden. Nicht, dass ich mich von irgendwelchen Erzählungen beeindrucken lassen würde; ich nehme sie zur Kenntnis und erhoffe mir, dass er während der nächsten Tage seinem Ruf als genialer Stratege tatsächlich gerecht wird. Wir könnten seine Hilfe gebrauchen. Denn, um es mal salopp zu formulieren: Die Scheiße ist am Dampfen.
    *
    Uns bleibt ein wenig Zeit bis zur Ankunft an unserem Zielort. Ich bitte Rhodan um Erlaubnis, das Innere von MIKRU-JON näher in Augenschein zu nehmen. Er lächelt bloß und nickt freundlich. Ich bin irritiert und auch ein wenig verärgert. Ich mag es ganz und gar nicht, wie ein kleiner Junge behandelt zu werden. Der Unsterbliche zeigt eine unbewusste Überheblichkeit, die ihm wohl in Fleisch und Blut übergegangen ist.
    Sean Legrange und ich machen uns auf den Weg. Wir lassen uns in den Antigrav-Schacht fallen, der fast 60 Meter in die Tiefe reicht. Wir nehmen einen der Ausstiege im Mittelsegment des Schiffes. Aggregate umgeben uns, fast ausnahmslos verkapselt und mit einem Zweck, der uns rätselhaft bleibt. Wir befinden uns im Technik-Block, so viel wissen

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