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Paris - Stadt der Sehnsucht

Paris - Stadt der Sehnsucht

Titel: Paris - Stadt der Sehnsucht
Autoren: Sarah Morgan
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1. KAPITEL
    „Er ist hier! Er ist angekommen, Polly! Damon Doukakis hat gerade das Gebäude betreten!“
    Die aufgeregte Frauenstimme riss Polly Prince unsanft aus dem Tiefschlaf. Langsam hob sie den Kopf von ihren Armen. Grelles Sonnenlicht blendete sie, als sie die Augen öffnete. „Was? Wer?“, murmelte sie verschlafen. Sie stöhnte leise auf und rieb sich die Schläfen, um die bohrenden Kopfschmerzen zu vertreiben, die sie seit Tagen peinigten. „Ich muss eingeschlafen sein. Wieso hat mich denn keiner geweckt?“
    „Weil du seit einer Woche nicht mehr geschlafen hast. Eine übermüdete Polly Prince ist ausgesprochen Furcht einflößend.“ Ihre Arbeitskollegin Debbie betrachtete sie mitfühlend. „Aber keine Panik, du hast nichts verpasst. Hier – zum Wachwerden!“ Sie stellte einen dampfenden Becher Kaffee und einen Teller mit einem Muffin neben Pollys Notebook auf den Tisch.
    Polly rieb sich die brennenden Augen. „Wie spät ist es?“
    „Acht Uhr.“
    „Acht?“ Polly sprang so hastig auf, dass ihr Stuhl über den Boden rutschte. „In fünfzehn Minuten beginnt das Meeting! Hast du etwa gedacht, ich würde zu dem Treffen schlafwandeln?“ Mit zitternden Fingern speicherte sie das Dokument, an dem sie die ganze Nacht gearbeitet hatte.
    Ihr Herz klopfte heftig, und die Angst, die in den letzten Tagen zu ihrem ständigen Begleiter geworden war, schnürte ihr die Kehle zu.
    „Bleib ganz ruhig!“ Debbie rückte ihre Hornbrille zurecht und musterte sie besorgt. „Du darfst auf keinen Fall zeigen, dass du Angst hast, sonst hast du keine Chance. Sobald Männer wie Damon Doukakis bei ihrem Gegner Schwäche wittern, schlagen sie erbarmungslos zu.“
    „Ich habe keine Angst!“ Die verzweifelte Lüge blieb Polly fast im Halse stecken.
    Sie hatte Angst. Entsetzliche Angst sogar! Vor der Verantwortung und vor den Folgen, wenn sie versagen würde. Und ja, auch vor Damon Doukakis.
    Nur ein absoluter Dummkopf würde sich nicht vor ihm fürchten. Dieser Mann hatte die Werbeagentur ihres Vaters aufgekauft, als würde es sich um ein neues Paar Schuhe handeln. Heute würde er verkünden, wie die Zukunft der Firma und der Belegschaft aussah.
    „Alles wird gut, Polly. Du schaffst das schon“, murmelte Debbie beruhigend. „Ich meine, wir alle hängen natürlich von dir ab. Aber lass dich bloß nicht davon nervös machen, dass du das Schicksal von mehr als hundert Leuten in der Hand hast.“
    „Danke! Jetzt geht es mir sofort viel besser.“ Polly lächelte schief. Sie zog ihr Mobiltelefon aus der Tasche, scrollte durch ihre E-Mails und seufzte. „Ich habe kaum zwei Stunden geschlafen, aber in der Zeit sind über hundert Mails angekommen. Kannst du mir einen späteren Flug nach Paris buchen? Gérard Bonnel möchte unser Meeting morgen auf den Abend verschieben.“
    „Du fliegst nicht. Die Bahn ist billiger. Ich habe dir eine Fahrkarte für den Morgenzug von St. Pancras gekauft. Wenn das Meeting erst am Abend stattfindet, hast du ein paar Stunden Zeit, dir Paris anzuschauen.“ Debbie beugte sich über den Tisch und brach sich ein großes Stück von Pollys Muffin ab. „Sieh dir den Eiffelturm an! Oder verführe einen aufregenden Franzosen am Ufer der Seine! Oh là, là!“ Sie schnalzte mit der Zunge und sah Polly vielsagend an.
    Polly schaute nicht von der E-Mail auf, die sie gerade schrieb. „Öffentlicher Sex ist eine Straftat, selbst in Frankreich.“
    „Nicht annähernd so ein Verbrechen wie dein nicht existierendes Liebesleben“, entgegnete Debbie. „Wann warst du das letzte Mal mit einem Mann verabredet?“
    „Ich brauche keinen Mann in meinem Leben. Auch ohne habe ich schon genug Probleme!“ Polly schickte die Mail ab.
    „Im Leben geht es nicht nur um Arbeit!“, widersprach Debbie. „Selbst wenn du dir das offenbar nicht vorstellen kannst!“
    „So! Die restlichen Mails müssen bis nach dem Meeting warten.“ Polly schaltete ihr Handy aus und schaute nervös auf die Uhr. „Verflixt! Was soll ich zuerst tun? Ich wollte die Präsentation noch einmal durchgehen. Aber meine Haare sehen bestimmt furchtbar aus.“
    Debbie holte ein Glätteisen aus Pollys Schreibtisch und stöpselte es in die Steckdose. „Halt still. Ich kümmere mich um deine Haare.“
    „Ich muss mich auch noch schminken.“
    „Dazu ist keine Zeit mehr! Aber bei deinen blonden Locken und den blauen Augen brauchst du auch kein Make-up. Keine Sorge, du siehst großartig aus!“ Debbie zog das Glätteisen durch Pollys Haare. „Mit

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